Archiv für das Jahr: 2018

17th century stoneware Dippoldiswalde-Annaberg-Hunting-Tankard- ca-1700

Annaberg | Dippoldiswalde

Annaberger Steinzeug ist eine Keramikgattung des 17. und 18. Jahrhunderts.
Das in älterer und auch noch in jüngerer Literatur und in Katalogen des internationalen Kunsthandels so bezeichnete Steinzeug hat es wahrscheinlich in Annaberg nie wirklich gegeben. Eine Steinzeug-Produktion bzw. eine Herstellung von hochgebrannter Irdenware ist hier nicht nachweisbar. Die erzgebirgische Bergstadt Dippoldiswalde konnte, wie auch für das Freiberger Steinzeug, in archivalischer, kunsthistorischer, archäologischer (Ausgrabungen Anfang der 1990er Jahre) und naturwissenschaftlicher Forschung (Töpfereiabfall) als Herstellungsort nachgewiesen werden.

Aktuelle Literatur zum Thema von Anne Barth als Beitrag in unserem Blog

Anne Barth, Dippoldiswalder Steinzeug. Ein Töpferhandwerk und seine kulturhistorische Bedeutung. ArchaeoMontan Band 2
Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie Sachsen, Band 65.

Literatur:
Andreas Becke: Auf der Suche nach den Töpfern des »Freiberger« und »Annaberger« Steinzeugs. In: Nearchos 1, 1993, S. 99–123.
Hans Mommsen, Thomas Beier, Anno Hein, Elsa Hähnel und Andreas Becke: Neue Ergebnisse zum sächsischen Steinzeug: Herkunftsbestimmung durch Neutronenaktivierungsanalyse und Auswertung von Archivalien. In: KERAMOS 169, 2000, S. 67–84.
Alexander Schwedt, Hans Mommsen, Elsa Hähnel und Andreas Becke: Neutronenaktivierungsanalysen an sächsischer Keramik zur Herkunftsbestimmung von Siedlungsware aus Freiberg. In: KERAMOS 183, 2004, S. 51–75.
Rainer G. Richter: Das Dippoldiswalder Steinzeug. Töpfereiabfälle, Bestände aus dem Kunstgewerbemuseum Dresden, ein signierter Krug von Töpfermeister Georg Burckhart aus dem Jahre 1669 und neue Erkenntnisse aufgrund archivalischer Untersuchungen durch Andreas Becke. In: Keramik in Mitteldeutschland – Stand der Forschung und Perspektiven. 41. Internationales Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Dresden, Deutschland, vom 21. September bis 27. September 2008; S. 271–284 (dort auch noch weitere Literaturangaben). Herausgeber: Landesamt für Archäologie, Dresden 2012.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Annaberger_Steinzeug

Frühe Steinzeugkrüge aus der Sammlung Les Paul Beatrix Adler S. 68

Eine spannende Abhandlung zu diesem Thema hat Anne Beer geschrieben:

Vom Model zum Gefäß. Die frühneuzeitliche Keramikproduktion in Dippoldiswalde
– Ein Ausblick.

Anne Beer Vom Model zum Gefäß. Die frühneuzeitliche Keramikproduktion in Dippoldiswalde - Ein Ausblick

Hier geht es zum download ….

Vom_Model_zum_Gefaess_Anne_Beer_Dippoldiswalde

Literatur:


Sammlung von Keramik aus Dippoldiswalde im Kunstgewerbemuseum Dresden:

Dippoldiswalde Sammlung Kunstgewerbemuseum Dresden


Referenz Objekte Peter Vogt München mit der ehemaligen Bezeichnung „Annaberg“, die nach neuesten Erkenntnissen vermutlich in „Dippoldiswalde“ beheimatet sind :

westerwald-Sternkannen-um-1650-stoneware-jug

Westerwälder Steinzeug

Westerwälder Steinzeug ist eine keramische Warenart, die in der frühen Neuzeit im unteren Westerwald und im Kannenbäckerland produziert wurde. Unabhängig von der Provenienz wird der Ausdruck auch allgemein für blau-graues Steinzeug verwendet.

Das Westerwälder Steinzeug wurde ab dem 17. Jahrhundert in großen Mengen in ganz Europa gehandelt und gilt neben ihrer kunstgeschichtlichen Bedeutung als wichtiger Marker bei der Datierung von neuzeitlichen archäologischen Fundstellen.
Sie ist ab etwa 1650 eine der dominierenden Warenarten unter dem Deutschen Steinzeug und wird bis heute hergestellt.
Die bedeutendsten Töpferorte des Westerwaldes waren Höhr, Grenzhausen und Grenzau im Kannenbäckerland. Diese drei Orte gehören heute zur Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen und liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt.
Um 1600 gehörten diese Orte jedoch unterschiedlichen Landesherren. Höhr war gemeinsamer Besitz der Grafen zu Sayn-Wittgenstein und der Trierer Kurfürsten, Grenzhausen war Teil der Grafschaft Wied während Grenzau zur Grafschaft Isenburg zählte.
Wirtschaftlichen Aufschwung erlebte die Westerwälder Steinzeugproduktion um 1590 durch den Zuzug führender Töpfermeister aus den Töpfereizentren Raeren und Siegburg.

Quelle: Wikipedia

Referenzobjekte Peter Vogt München

Recherche:

Museum Digital Rheinland-Pfalz Keramikmuseum Westerwald.
Hier erhalten sie einen Überblick über den Bestand in Bildern
und Zuschreibungen

Literatur:

Museum:

KERAMIKMUSEUM Westerwald in HÖHR-GRENZHAUSEN

keramikmuseum-westerwald-hoehr-grenzausen

Hypo Kunsthalle Ausstellung Lust der Täuschung

Lust der Täuschung | Kunsthalle München

Lust der Täuschung – Thrill of Deception

Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality – From Ancient Art to Virtual Reality
17. August 2018 – 13. Januar 2019

English Synopsis: We can no longer rely on the evidence of our eyes alone: digital image processing has come on in leaps and bounds to the point where we cannot tell if the things we see are fact or fake merely by looking closely. This is not a new phenomenon – optical illusions, trompe-l’oeil, visual trickery and deceptions have always been around, particularly in art. Since antiquity, artists have been playing with our senses, reminding us time and time again how easily we are deceived. With examples from painting, sculpture, video, architecture, design, fashion and interactive virtual-reality works, the exhibition weaves a highly entertaining path through the (art) history of appearance and illusion.

A veritable cabinet of curiosities

The exhibition transforms over four millennia of optical illusions into an exciting art experience, with every room holding new surprises in store. Visitors are invited to discover both little-known artists and marvel at works by great masters of art and design history, including Cornelis Gijsbrechts, Viktor&Rolf, Laurie Anderson, Jean Paul Gaultier, Thomas Demand, Gerhard Richter, Andy Warhol and many more. The common denominator: in an engaging way, they all turn our familiar perception of the world upside down.
view full description…

Auf unser Auge allein ist kein Verlass. Die digitale Bildbearbeitung ist mittlerweile so perfekt, dass genaues Hinsehen nicht ausreicht, um wissen zu können, womit wir es zu tun haben: Fakt oder Fiktion. Das ist kein neues Phänomen: Optische Täuschungen, Illusionen, visuelle Tricksereien und Fälschungen gab es schon immer – besonders in der Kunst. Seit der Antike spielen Künstler mit unserer Wahrnehmung und beweisen ein ums andere Mal, wie einfach wir zu täuschen sind.
Mit Beispielen aus Malerei, Skulptur, Video, Architektur, Design, Mode und interaktiver Virtual-Reality-Kunst bietet die Ausstellung einen höchst unterhaltsamen Parcours durch die (Kunst-)Geschichte von Schein und Illusion.

Die Geschichte der Täuschung

Seit jeher suchen Künstler nach neuen Möglichkeiten, um ihr Publikum auszutricksen und es mit ihrer Kunstfertigkeit zu verblüffen. Schon antike Fresken simulieren höchst überzeugend Dreidimensionalität. Barocke Kirchendecken verfeinern solche Illusionstechniken und öffnen scheinbar den Blick in göttliche Sphären. Im 17. Jahrhundert, dem Höhepunkt der täuschenden Malerei, waren es außerdem die sog. Trompe-l’œils (Augentäuschungen), die ihre Betrachter in den Bann zogen: Diese Gemälde sind so perfekt ausgearbeitet, dass man meinen könnte, die dargestellten Gegenstände ragen aus den Bildern heraus.

Quelle: https://www.kunsthalle-muc.de/ausstellungen/details/lustdertaeuschung/

Auch in der Welt der Keramik des 18. Jahrhunderts gab es solche Augentäuschungen in Form von Trompe-l’Œil- Werken in Fachkreisen als  »Schaugerichte« bezeichnete Gefäße in Form von seltenen Früchten, Gemüse und jagdbaren Tieren. Terrinen und Platten in Form von Eberköpfen, Hirschen, Enten, Schildkröten oder Kohlköpfen zierten den Tisch der adligen Gesellschaft.

Ein sehr schönes Beispiel aus Frankreich und der Manufaktur in Sceaux sind die beiden Kohlkopf Terrinen um 1765, die wir im Moment im Bestand haben.

Vergleichsstück in Museum und Literatur:

Eine vielseitige und künstlerisch hochstehende Sammlung befindet sich
in Gut Hohen Luckow

Terrinensammlung Gut Hohen Luckow

Quelle: http://www.terrinensammlung.de/
(Hintergrundinformationen zu den einzelnen Objekten beim Klick auf das Foto)

Gut Hohen Luckow Terrine Sceaux um 1755

Die Gefäße entstanden in über 60 Manufakturen in 15 Ländern Europas
und dokumentieren eindrucksvoll die Blütezeit der Fayenceherstellung.
Die zahlreichen Spitzenobjekte und Gebrauchsgeschirre aus Fayence und Zinn gewähren einen repräsentativen Einblick in die prunkvolle Tafelkultur des Barock und Rokoko, die am Hof Ludwigs XIV. in Versailles ihren Ausgang nahm.

Kunstvolle Schaugerichte als Trompe-l’œils

Seit der Renaissance wurden an Königs- und Fürstenhöfen ausgelassene Feste gefeiert, die sich oft mehrere Tage hinzogen. Reich gedeckte Tafeln mit kostbarem Geschirr, Tischbrunnen, Tafelaufsätzen, Leuchtern und Figuren waren ein zentrales Element der Repräsentation und des Amüsements. Als besondere Attraktion wurden Tiere wie Schwäne, Pfauen, Tauben, Schnepfen oder Eberköpfe sowie Obst und Gemüse wie Salat- und Kohlköpfe, Melonen und Trauben aufgetragen. Im Barock und Rokoko ersetzte man die realen Objekte durch Fayence- und Porzellangefäße, die sehr naturalistisch aussahen und kulinarische Leckereien enthielten.
Man liebte raffinierte Augentäuschungen und erfreute sich daran, dass die Gäste erst bei näherer Betrachtung die echten von den keramischen Speisen unterscheiden konnten. Ein hervorragendes Beispiel ist dieser prächtige Salatkopf aus der berühmten französischen Manufaktur in Sceaux.

Quelle : http://www.guthohenluckow.de/pdf/terrinen_leseprobe_07.pdf

DECKELTERRINEN DES 18. Jh AUS FAYENCE UND ZINN Eine Sammlung auf Gut Hohen Luckow

DECKELTERRINEN DES 18. Jh AUS FAYENCE UND ZINN
Eine Sammlung auf Gut Hohen Luckow, Hirmer München 2007

DECKELTERRINEN DES 18. Jh AUS FAYENCE UND ZINN Hirmer 2007

Kunst und Auktionen Fund meines Lebens Peter Vogt Delfter Wappenkrug

Der Fund meines Lebens | Fürstlicher Wappenkrug

Delfter Wappenkrug des Fürsten Wilhelm von Anhalt um 1705

Delfter Wappenkrug Fürst von Anhalt um 1705

Weiß glasierte Fayence mit dem Wappen des Fürsten Wilhelm von Anhalt in leuchtend bunten Scharffeuerfarben. Auf dem Lippenwulst blaue Inschrift „Wilhelminus Dei Gratia Princeps Anhalting, Dux Saxonia, Angaria et Westphalia Comes Ascania, D. Bernburg et S.“ Auf dem Boden blaue Manufakturmarke „VE“ Lambert van Eenhoorn, von de Metalen Pot. Feuervergoldete Silbermontierung H. 27 cm

Wilhelm von Anhalt-Bernburg-Harzgerode (* 18. August 1643 in Harzgerode; † 14. Oktober 1709 ebenda) war der letzte Fürst von Anhalt-Harzgerode.

Er war der Sohn von Friedrich von Anhalt-Bernburg-Harzgerode (1613–1670) und dessen erster Frau Johanna Elisabeth von Nassau-Hadamar (1619–1647).

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_(Anhalt-Harzgerode)

Kunst und Auktionen 15_2018

Der Fund meines Lebens Delfter Wappenkrug Kunst und Auktionen 15_2018

Der Fund meines Lebens Peter vogt München Kunst und Auktionen 15_2018

Zum Wohle Stiftung Kupfermuseum Historische Trinkgefäße 2018

Zum Wohle! | Kupfermuseum

Ausstellung im Kupfermuseum vom 19.09. bis 24.11.2018

Zum Wohle Stiftung Kupfermuseum Historische Trinkgefäße

Rechtzeitig zum Beginn des Oktoberfests in München werden Schätze der besonderen Art im Kupfermuseum gezeigt:

Die Trinkkultur vergangener Zeiten beleuchtet die Sonderausstellung, in der  künstlerisch aufwendig gestaltete Schank- und Trinkgefäße vom 16. bis zum 20. Jahrhundert präsentiert werden. Über 120 ausgewählte Stücke aus dem Museumsbestand sowie Leihgaben aus Metall, Glas und Keramik zeigen die Entwicklung verschiedener Gefäßtypen im Laufe der Jahrhunderte.

Das Kupfermuseum

Bei einem Rundgang durch das Kupfermuseum können Sie die Entwicklung der Handwerkskunst nachvollziehen: Von ihren Anfängen in der Frühgeschichte,
der Blütezeit im Barock bis zu ihrem Niedergang gegen Ende des 19. Jahrhunderts
.

Schwerpunkt der Sammlung ist das mitteleuropäische Gebrauchsgerät des
17. bis 19. Jahrhunderts.
Kunstvoll ausgearbeitete Backmodeln und hochwertiges Küchengeschirr aus Hof- und Klosterküchen repräsentieren – chronologisch und thematisch in Gruppen arrangiert –
die Kultur des gehobenen Kücheninventars aus vergangener Zeit.
Zusätzlich vermitteln sie einen vergnüglichen Einblick in die Back-, Koch- und Essgewohnheiten der jeweiligen Epoche. Die Objekte selbst, vorwiegend europäischer Herkunft, vermitteln anschaulich die große Vielfalt und den Formenreichtum diverser Gebrauchsgerättypen sowie die unterschiedliche Funktion und Nutzung im Laufe der Jahrhunderte.

Hier können sie den Museumsflyer mit allen Informationen downloaden

Fachliteratur – Museumskatalog

Kuhnke, Siegfried Das rote Gold – Kunstwerke der Kupferschmiede

Kuhnke, Siegfried Das rote Gold – Kunstwerke der Kupferschmiede Stiftung Kupfermuseum Kuhnke, Pähl-Fischen

Blick ins Buch bei google Books

 

Barocker Luxus Bayerisches Nationalmuseum

Barock | Bayrisches Nationalmuseum

Barock und Rokoko
Neugestaltung der Dauerausstellung im Westflügel des Bayrischen Nationalmuseums

English Synopsis:
At the end of the 16th century the baroque spread from Italy outwards across all of Europe. Works of art from this period are characterised by a creative opulence which threatens to overwhelm the viewer. Life at the court of King Louis XIV of France became the model and measure of every absolutist prince in Europe. The Catholic Counter-Reformation and the religious strife of the period shaped sacred works, for example paintings and sculptures.

Under electors Maximilian I, Ferdinand Maria and Max II Emanuel, Munich was developed into a radiant capital city. The Bayerisches Nationalmuseum presents unique objects, found nowhere else but here, from all areas of production in the decorative and fine arts and once in the possession of the Wittelsbach family. Magnificent furniture, works in gold and silver, weapons, musical instruments, clocks, glass, miniatures, works in ivory and sculpture in bronze give a comprehensive picture of courtly displays of magnificence. read more …

Ein Highlight aus der Sammlung höfischer Fayencen:

Weitere Hintergrundinformationen über Fayence Objekte aus dem Barock und Rokoko
finden Sie in der Datenbank des Museums unter nachfolgendem link:
(Die Datenbank ist noch im Aufbau befindlich)

Objektdatenbank des Bayrischen Nationalmuseums

Deckelpokal mit Monogramm und Wappen des Pächters der Fayencemanufaktur
– ein Beispiel aus der Datenbank

Deckelpokal Bayreuth Knöller Bayrisches Nationalmuseum München

Georg Friedrich Grebner Bayreuth, um 1737 Fayence, bemalt, vergoldet 31,5 cm Inv.-Nr. 34/1250.1-2 Vermächtnis Dr. Paul Heiland, 1934

Deckelpokal mit Monogramm und Wappen des Pächters der Fayencemanufaktur Bayreuth Johann Georg Knöller (1728-1744). Wappen und Spiegelmonogramm aus den Initialen JGK auf der glockenförmigen Kuppa des Deckelpokals lassen sich auf den Kriegskommissarius Johann Georg Knöller beziehen, der im Jahr 1728 die von Markgraf Georg Wilhelm gegründete Fayencemanufaktur in Bayreuth pachtete. Unter Knöller blühte das Unternehmen rasch auf und es gelang, einige erstrangige Maler heranzuziehen. So ist seit 1731 der Nürnberger Fayencemaler Georg Friedrich Grebner in Bayreuth nachweisbar. Von ihm stammt der leuchtende Muffelfarbendekor des Pokals mit Blatt, Blüten-und Bandelwerkelementen.

Quelle: https://www.bayerisches-nationalmuseum.de/index.php?id=547

Sachbegriff: Deckelpokal
Funktion: Repräsentation
Formtyp: Deckelpokal
Sammlungsbereich: Keramik
Darstellung: Bandelwerk
Blütenwerk
Blattwerk
Ornamentdekor
Wappen (Knöller, Johann Georg)
Monogramm (Knöller, Johann Georg)
Künstler/in: Georg Friedrich Grebner (Nachweis Nürnberg 1717-1731, Nachweis Bayreuth 1731-1738)
Werkstatt: Fayencemanufaktur Bayreuth
Entstehungsort: Bayreuth
Datierung: um 1737
Epoche: Barock
Material / Technik: Fayence / bemalt / vergoldet / Aufglasurfarbe
Maße: Höhe 31,5 cm
Provenienz: Vermächtnis 1934
Dr. Paul Heiland, Potsdam
Inventarnummer: 34/1250.1-2
Fotonummer: D65609
Beschreibung: Wappen und Spiegelmonogramm aus den Initialen JGK auf der glockenförmigen Kuppa des Deckelpokals lassen sich auf den Kriegskommissarius Johann Georg Knöller beziehen, der im Jahr 1728 die von Markgraf Georg Wilhelm gegründete Fayencemanufaktur in Bayreuth pachtete. Unter Knöller blühte das Unternehmen rasch auf und es gelang, einige erstrangige Maler heranzuziehen. So ist seit 1731 der Nürnberger Fayencemaler Georg Friedrich Grebner in Bayreuth nachweisbar. Von ihm stammt der leuchtende Muffelfarbendekor des Pokals mit Blatt-, Blüten- und Bandlwerkelementen.
Summary: Standing cup and cover with a monogram and coat of arms; Bayreuth Faience Factory, painting Georg Friedrich Grebner (active in Bayreuth 1731-1738), ca 1737; Faience with onglaze colours and gold, height 31.5 cm; Dr. Paul Hei land Bequest, 1934. Inv. no. 34/1250
The coat of arms and the central monogram with the initials JGK on the bell-shaped bowl of this covered cup can be traced to Johann Georg Knöller, Commissioner for War, who in 1728 leased the Bayreuth Faience Factory founded by the Margrave Georg Wilhelm. Under Knöller the enterprise prospered and succeeded in attracting the services of out-standing painters. The Nuremberg faience painter Georg Friedrich Grebner, for instance, is recorded in Bayreuth from 1731. The brilliant mufflefired decoration with foliate, floral and strapwork elements is from his hand.
Dippoldiswalder Steinzeug - Ein Töpferhandwerk und seine kulturhistorische Bedeutung Anne Barth 2018

Fachliteratur | Dippoldiswalde

Neuerscheinung: »Dippoldiswalder Steinzeug – Ein Töpferhandwerk und seine kulturhistorische Bedeutung«

English synopsis:
This research work illuminates an unknown chapter of the
History of Dippoldiswalde.

For a long time it was not common knowledge that already in the 16th and 17th century the time period of European Renaissance and Baroque elaborately decorated dinking vessels of stoneware ceramic art were produced in the town of Dippoldiswalde in the eastern part of German Erzgebirge.

During the years 1991 to 1993 more than 100 boxes of ceramics were collected during emergency recoveries in Dippoldiswalde, which were stored for a long time, being left unobserved in the attic of the local town museum.

The archaeologist Anne Barth systematically recorded and examined these objects and found something astonishing: In the 16th and 17th centuries, the town was a flourishing pottery centre where high-quality and culturally sought-after stoneware was produced.

Even today, the elaborately crafted Dippoldiswalder stoneware jugs, which can be found in collections all over the world, bear evidence of their quality and popularity.

The author studied medieval and modern archaeology in Bamberg.
From 2012 to 2017 she worked on the ArchaeMontan project, which is dedicated to research into medieval mining in Saxony and Bohemia and in whose new publication series this richly illustrated work has appeared.

Translated with www.DeepL.com/Translator

Anne Barth

Anne Barth Dippoldiswalder Steinzeug - Ein Töpferhandwerk und seine kulturhistorische Bedeutung 2018

Anne Barth zeigt ihr neues Buch über die Geschichte der Dippoldiswalder Töpfer. Das war ein bedeutender Handwerkszweig in der Stadt, der weit über Dippoldiswalde hinaus seine Produkte verkauft hat. Darunter waren ganz besondere Stücke. Anne Barth zeigt ihr neues Buch über die Geschichte der Dippoldiswalder Töpfer. Das war ein bedeutender Handwerkszweig in der Stadt, der weit über Dippoldiswalde hinaus seine Produkte verkauft hat. Darunter waren ganz besondere Stücke. © Egbert Kamprath

Quelle: https://www.sz-online.de/nachrichten/luxuswaren-von-dippser-toepfern-3972014.html

Die Forschungsarbeit beleuchtet unbekanntes Kapitel der
Geschichte Dippoldiswaldes.

Lange Zeit war nicht bekannt, dass bereits im 16./17. Jahrhundert in der osterzgebirgischen Stadt Dippoldiswalde aufwändig dekorierte Steinzeuggefäße hergestellt wurden.

In den Jahren 1991 bis 1993 wurden bei Notbergungen in Dippoldiswalde über 100 Kisten Keramik zusammengetragen, die lange unbeobachtet auf dem Dachboden des dortigen Stadtmuseums lagerten.

Die Archäologin Anne Barth erfasste und untersuchte diese Objekte systematisch und fand Erstaunliches heraus: Im 16. und 17. Jahrhundert war die Stadt ein florierendes Töpfereizentrum, in dem hochwertiges und begehrtes Steinzeug produziert wurde.
Noch heute zeugen die aufwändig gearbeiteten Dippoldiswalder Steinzeugkrüge, die sich in Sammlungen auf der ganzen Welt finden, von deren Qualität und Beliebtheit.

Die Autorin studierte in Bamberg die Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit.
Von 2012 bis 2017 war sie Projektmitarbeiterin des ArchaeMontan-Projektes, das sich der Forschung zum mittelalterlichen Bergbau in Sachsen und Böhmen widmet und in dessen neuer Publikationsreihe diese reichbebilderte Arbeit erschienen ist.

Der neue Band ist in der Reihe der Veröffentlichungen des LfA erschienen.
(© Landesamt für Archäologie)

Blick ins Buch auf Academia

Das Buch kostet im Handel 39,00 € – link zum Buch

Anne Barth, Dippoldiswalder Steinzeug. Ein Töpferhandwerk und seine kulturhistorische Bedeutung. ArchaeoMontan Band 2
Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie Sachsen, Band 65.
320 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, 21,5 x 30 cm, broschiert (Dresden 2018)
ISBN 978-3-943770-34-6

Biedermeier-Schreibzeug-um-1820

Antique Baroque Interiors with style

English summary:
Get your antiques out of the showcase
Be inspired for an individual „interior styling“ with original objects from past centuries.
To preserve the precious objects, you can use matching glass or plastic inlays so you can decorate with real flowers and put them into water.

Sceaux-Faience-Apothecary-Jar-Albarello-18th-century

Es lohnt sich kreativ zu sein für ein individuelles „Interior Styling“ mit Stücken vergangener Epochen.
Mit den passenden Einsätzen aus Glas (Schnapsgläschen) lässt sich das schlichte Biedermeier Schreibzeug um 1820 in eine farbenfrohe Blumendekoration auf dem Schreibtisch verwandeln.

Barocke Helmkanne Fayence nach Silbervorbild

Barocke Helmkanne Fayence nach Silbervorbild

Lassen Sie sich inspirieren:
Interiors with soul – Baroque Rocks !

Künersberg | Impressionen

Ein lohnender Ausflug an Pfingsten zu den:

Künersberger Fayencen im Stadtmuseum im Hermansbau Memmingen

Höhepunkte des Museums sind die Bilder des Memminger Barockmalers Johann Heiß und die Stücke der Fayencemanufaktur Künersberg, die im 18. Jahrhundert von dem Memminger Patrizier Jakob v. Küner betrieben wurde. Diese besonders hochwertigen Fayencen zählen heute zu den begehrtesten Beispielen der europäischen Feinkeramik und werden im Museum auch in ihrem schwierigen Produktionsgang erläutert.

Impressionen aus dem Museum:

Referenz Objekte Peter Vogt München

Rockefeller Collection Christies Pair of Meissen Hoopoes

Meissen | Kaendler | Wiedehopf 18. JH

In diesen Tagen wird bei Christie’s der
Nachlass von David und Peggy Rockefeller versteigert.

Teil der Sammlung ist ein besonders schönes Paar Wiedehopfe von
Johann Joachim Kaendler
(1706 -1755)
Ab 1731 schuf der gelernte Bildhauer Kaendler die erste europäische Formensprache
für Porzellan und läutete damit die künstlerische Blütezeit der Porzellan Manufaktur
in Meissen ein. Der Wiedehopf steht leider auf der Roten Liste. Im 18. JH war das noch ganz anders. Da konnte Johann Joachim Kaendler die Wiedehopfe in der Natur studieren. Seine frühen Skulpturen, welche in erster Linie Motive aus der Tierwelt wiedergaben, wurden für ihre Natürlichkeit und Eleganz gerühmt, welche sie vom Pathos der
üblichen Darstellungen abhob. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang
insbesondere seine Vogelskulpturen.

Two Meissen porcelain models of hoopoes (wiedehopf), circa 174, modeled by J.J. Kändler. 12 ¼ in (31 cm) high. Estimate $20,000-30,000. This lot is offered in The Collection of David and Peggy Rockefeller English & European Furniture, Ceramics & Decorations, Part I on 9 May at Christie’s in New York

These exquisite Meissen hoopoes were the work of Johann Kändler (1706-1775), the greatest and most talented European porcelain modeller of his age.

Johann Kändler trained as a sculptor in Dresden before joining the Meissen factory in 1731. There, at the behest of Emperor Augustus, he began modelling technically challenging large figures of birds and animals for the Japanese Palace at Dresden. In 1733 he was promoted to chief modeller at Meissen, a position he held until his death.

Kändler was responsible for a new kind of porcelain, introducing a range of smaller figures with fired-on enamels in the late 1730s. He was also responsible for taking on and training the next generation of master modellers. His principal assistant was Johann Eberlein, who joined Meissen in 1735, followed by Johann Gottlieb Ehder, Peter Reinicke and Friedrich Elias Meyer. The Meissen records reflect that both Kändler and Ehder worked on these rare and exceptional hoopoe birds, which David and Peggy Rockefeller acquired from the estate of David’s brother, Laurance S. Rockefeller, in 2004.

The Meissen hoopoes were displayed in the dining room of the Rockefellers’ 65th Street home in New York, which was decorated with original 18th-century wallpaper

The Meissen hoopoes were displayed in the dining room of the Rockefellers’ 65th Street home in New York, which was decorated with original 18th-century wallpaper

‘The meticulous quality and perfect nature of these objects tells you a lot about the Rockefellers,’ says Johnson. ‘They appreciated the effort and work and skill that it took to ensure the hoopoes were as close to life as possible. They believed that doing something as well as you can is an obligation, and the painstaking qualities evident in these Meissen birds reflect that.’

These porcelain models were displayed in the dining room of David and Peggy Rockefeller’s home on 65th Street in New York, a space decorated in original wallpaper from the 18th century. ‘They were on a small table underneath a wonderful painting,’ Johnson explains. ‘When you had dinner or lunch in this room with Mr Rockefeller, all of your senses were filled with the beautiful colours and the exquisite craftsmanship surrounding you.

Quelle: Christie’s

Artenportrait des Wiedehopf:

Von I, Luc Viatour, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4544760

Hoopoe picture by Luc Viatour / https://Lucnix.be

Im 18. Jahrhundert war der Wiedehopf in unseren Regionen noch weit verbreitet.
Heute stellt sich die Lage leider anders dar.

Der Wiedehopf ist in Bayern vom Aussterben bedroht sind und somit auf der Roten Liste (Kat. I) geführt. Nach dramatischen Bestandsrückgängen in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts in ganz Deutschland, scheint sich die Situation für den Wiedehopf in einzelnen Regionen der östlichen Bundesländer wieder zu verbessern.

Obwohl vermutlich nur noch knapp ein Dutzend Brutpaare in Bayern zu Hause sind, kann man Wiedehopfe regelmäßig auf dem Frühjahrszug beobachten, was vermutlich Durchzügler gen Nordosten sind. Zum Teil verweilen diese Tiere einzeln oder paarweise längere Zeit in Bayern und so ist ein gewisses Besiedlungspotential für neue Brutpaare durchaus vorhanden.

Bevor diese Art völlig verschwindet, möchten wir mit Sofortmaßnahmen das Nistplatzangebot dort verbessern, wo in den letzten Jahren Wiedehopfe noch brüteten bzw. anwesende Paare auf Brutversuche schließen lassen.

Sie können das Projekt des LBV bei Interesse unterstützen:
https://www.lbv.de/naturschutz/arten-schuetzen/voegel/wiedehopf/schutzprojekt/