Gmundner Fayence Jagdmotiv 18. JH

Fayence aus Gmunden um 1800

Gmundner Fayence Krüge aus unserem aktuellen Jahreskatalog 2018

Frühe Fayencen aus Gmunden aus dem 18. Jahrhundert haben ihre ganz
eigene Charakteristik und sind deshalb als Sammlerobjekte sehr beliebt.
Katharina Marchgraber beschreibt dies eindrucksvoll in
ihrer
Diplomarbeit aus dem Jahr 2008.

Zur Farbgebung:
„In den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts begannen sich die Motive auf Gmundner Fayencen mehr und mehr an der Heimat zu orientieren.
Man bemerkt wachsendes Selbstbewusstsein und den Willen nach einem eigenständigen Erscheinungsbild, besonders im Bezug auf die Darstellungen.
Trotzdem zeigt sich das vornehme holländische Blau noch bis ins letzte Viertel des
Jahrhunderts, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits seine größte internationale
Bedeutung verloren war. Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts wurde nach einem
langen Entwicklungsprozess jene Eigenständigkeit erreicht, mit der sich die
allgemeine Vorstellung von der Gmundner Fayence verbindet. Gleichzeitig treten alle
vier Scharffeuerfarben nebeneinander auf, wobei die Rolle der vorherrschenden
blauen Farbe jetzt das Grün übernimmt“

Zur Formgebung:
„Krüge sind meist in der Form des Birnkruges – mit oder ohne Zinnmontierung –
geformt und mit Bordüren oder Horizontalstreifen am Mund- und über dem
Bodenrand versehen, sodass dazwischen ein breites Bildfeld für die Bemalung blieb.
Die Krugform erlebt nach 1800 eine Schwerpunktverlagerung zum zylindrischen
Walzenkrug, der auch eine gefälligere Trinkform darstellt.
Die Henkel der meisten Krüge und anderer Gefäße sind an ihrem unteren und oft auch oberen Ansatz zu einem Voluten- oder Schneckenende geformt.“

Zitate aus der Diplomarbeit von Katharina Marchgraber ab S. 20 ff

Quelle Literatur:

Frühe Gmundner Fayence
bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts“
Verfasserin
Katharina Marchgraber
Wien 2008

Link zur Diplomarbeit:
http://othes.univie.ac.at/1098/1/2008-09-15_0002754.pdf

Download als PDF
fruehe-gmundner-fayence-katharina-marchgraber-2008

 

Muskauer Steinzeugkrug Kobalt 17. JH

Steinzeug aus Muskau 17.JH

Muskauer Steinzeug Krüge mit Kobaltblauer Glasur –
selten in Form eines Walzenkruges zu finden:

Abgebildet in „Alte Bierkrüge – Sammlerträume
Übersichtskatalog mit Bierkrügen aus fünf Jahrhunderten
Johannes Vogt (Autor), Peter Vogt (Autor)

Alte-Bierkrüge-Sammlerträume-Vogt-Battenberg-S.27

Alte-Bierkrüge-Sammlerträume-Vogt-Battenberg-S.27


PDF mit Ausschnitten aus dem Buch vom Verlag:
Alte Bierkrüge: Sammlerträume Battenberg J.Vogt

Alte Bierkrüge Übersichtskatalog mit Bierkrügen Vogt Battenberg Verlag

1. Auflage 2007 Battenberg Verlag
ISBN 978-3-86646-021-8

Vertiefende Hintergrundliteratur aus dem Sonderband
Historische Archäologie Band 2017

http://www.histarch.uni-kiel.de/sonderband01.htm

Helga Heinze, Holger Klein und Stefan Krabath | Eine barocke Töpferei in Bad Muskau
ab S. 377

Zusammenfassung
In Bad Muskau (Ostsachsen) wurde eine Töpferei aus dem Zeitraum von der
zweiten Hälfte des 17. bis zum 19. Jahrhundert archäologisch untersucht. Zum
Produktionsspektrum gehören Krüge, Kannen, Dosen, Fässchen und Schalen aus
Steinzeug. Außerdem wurden Teller aus malhorndekorierter Irdenware, Töpfe
und Kinderspielzeug hergestellt. In einer älteren Phase von der zweiten Hälfte
des 17. Jahrhunderts bis um 1700, wurden aufwändig dekorierte Gefäße mit
Stempel- und Ritzdekor produziert. Zu einer jüngeren Phase des 19. Jahrhunderts
gehört unverzierte Haushaltskeramik aus Steinzeug und Irdenwaren. Die Stadt
Muskau zählte im 17. und 18. Jahrhundert zu den bedeutendsten Töpferzentren
in Mitteldeutschland. Keramik wurde für den überregionalen Markt produziert.

Summary
A baroque pottery in Bad Muskau
In Bad Muskau (East Saxony) a pottery from the second half of the 17th to the
19th century was archaeologically examined. The production range includes
jugs, cans, barrels and bowls made of stoneware. In addition, plates were made
of malhorn-deciduous earthenware, pots and children‘s toys. In an older phase
from the second half of the 17th century to around 1700, elaborately decorated
vessels with stamp and scribe decor were produced. One of the more recent
phases of the 19th century is unpainted household ceramics made of stoneware
and earthenware. In the 17th and 18th century, the city of Muskau was one of the
most important pottery centers in Central Germany. Ceramics were produced
for the supraregional market.

Boehmischer Milchglaskrug Jagdmotiv 1750 datiert

Böhmischer Milchglaskrug 1750 datiert

Ein Highlight aus unserem aktuellen Katalog:

Ein seltener Milchglaskrug mit umlaufender Aufschrift und
Jagddekor sowie der Datierung 1750 in Emailbemalung

Vergleichstücke in Literatur und Sammlung:

Die Sammlung Joos zählt mehr als 200 emailbemalte oder geschnittene
volkstümliche Gläser
aus der Zeit zwischen 1700 und 1800.

In diesem Jahr wird die Sammlung im Glasmuseum Frauenau erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Detail Schlesischer Doppelhenkelkrug 1665 datiert Schuster Zunft

Schlesischer Doppelhenkelkrug 1665 datiert

Ein Highligt aus unserem aktuellen Katalog:
Ein seltener und früher Schlesischer Doppelhenkelkrug
mit der Datierung 1655

sowie dem Zunftzeichen der Schuster

Schlesischer Doppelhenkelkrug Schusterzunft 1665 datiert

Detail: Zunftzeichen der Schuster Schnabelschuh mit Pfeil

Eine Vielfalt von Vergleichsobjekten findet sich im Bally Schuhmuseum in der Schweiz

Stubenzeichen Schusterzunft Steiermark 17. Jh Bally Schuh Museum

Stubenzeichen Steiermark 17. Jahrhundert
Gehört zur Ausstattung einer Zunftstube. Der aus holz geformte Schuh trägt typische barock Züge. Der das Emblem durchbohrende Pfeil deutet an, dass die Zunft, dem das Zeichen eigen war, wehrhaft war, d.h. sie hatte im Falle der Belagerung der Stadt durch feindliche Truppen Wehrdienst zu leisten. Bally Schuhmuseum Schweiz

Einen schönen Überblick über den Bestand des Bally Schuh Museums mit ähnlichen Zunftzeichen finden Sie in der nachfolgenden Galerie. (Klick für eine größere Ansicht)
Vielen Dank an die Kuratorin des Museums Frau Appenzeller für das zur
Verfügung gestellte Bildmaterial.

Vergleichsstücke in der Literatur:
Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert
Autor Renate Scholz

(Klick auf das Bild für eine Vergrößerung)

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. - 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz S.25

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz S. 25

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. - 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz S.26

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz S. 26

 

Nürnberger Fayence Walzenkrug um 1770 Johannes der täufer

Nürnberger Fayence mit biblischen Szenen

Ein Highlight aus unserem aktuellen Katalog:

Nürnberger Fayence Walzenkrug um 1770
mit der Taufe Christi und Jacob kämpft mit dem Engel

Literatur und Vergleichsstücke im Museum:

Das im Jahr 2017 erschiene umfassende Werk über Nürnberger Fayencen von Silvia Glaser enthält detaillierte Erläuterungen zu den Stücken im Germanischen Nationalmuseum,
sowie Vergleichsstücken in Sammlungen.
Frau Dr. Glaser stellt erstmals die nachweisbaren Maler der Nürnberger Fayencefabrik mit Ihren wichtigsten Werken vor.

Mit diesem LINK erhalten Sie einen Einblick in das sehr empfehlenswerte Werk als PDF.

Auf den Seiten 242 ff  Lot 87 werden Vergleichsstücke ausführlich beschrieben.
(Klick auf das Bild für eine größere Ansicht)

Nürnberger Fayencen : Geschichte und Erzeugnisse einer Manufaktur in der Reichsstadt: Bestandskatalog des Germanischen Nationalmuseums

Silvia Glaser Nürnberger Fayencen : Geschichte und Erzeugnisse einer Manufaktur in der Reichsstadt: Bestandskatalog des Germanischen Nationalmuseums

Dippoldiswalde-Annaberg-Bärenjagdhumpen-um-1700

Annaberg | Dippoldiswalde

Annaberger Steinzeug ist eine Keramikgattung des 17. und 18. Jahrhunderts.
Das in älterer und auch noch in jüngerer Literatur und in Katalogen des internationalen Kunsthandels so bezeichnete Steinzeug hat es wahrscheinlich in Annaberg nie wirklich gegeben. Eine Steinzeug-Produktion bzw. eine Herstellung von hochgebrannter Irdenware ist hier nicht nachweisbar. Die erzgebirgische Bergstadt Dippoldiswalde konnte, wie auch für das Freiberger Steinzeug, in archivalischer, kunsthistorischer, archäologischer (Ausgrabungen Anfang der 1990er Jahre) und naturwissenschaftlicher Forschung (Töpfereiabfall) als Herstellungsort nachgewiesen werden.

Literatur:
Andreas Becke: Auf der Suche nach den Töpfern des »Freiberger« und »Annaberger« Steinzeugs. In: Nearchos 1, 1993, S. 99–123.
Hans Mommsen, Thomas Beier, Anno Hein, Elsa Hähnel und Andreas Becke: Neue Ergebnisse zum sächsischen Steinzeug: Herkunftsbestimmung durch Neutronenaktivierungsanalyse und Auswertung von Archivalien. In: KERAMOS 169, 2000, S. 67–84.
Alexander Schwedt, Hans Mommsen, Elsa Hähnel und Andreas Becke: Neutronenaktivierungsanalysen an sächsischer Keramik zur Herkunftsbestimmung von Siedlungsware aus Freiberg. In: KERAMOS 183, 2004, S. 51–75.
Rainer G. Richter: Das Dippoldiswalder Steinzeug. Töpfereiabfälle, Bestände aus dem Kunstgewerbemuseum Dresden, ein signierter Krug von Töpfermeister Georg Burckhart aus dem Jahre 1669 und neue Erkenntnisse aufgrund archivalischer Untersuchungen durch Andreas Becke. In: Keramik in Mitteldeutschland – Stand der Forschung und Perspektiven. 41. Internationales Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Dresden, Deutschland, vom 21. September bis 27. September 2008; S. 271–284 (dort auch noch weitere Literaturangaben). Herausgeber: Landesamt für Archäologie, Dresden 2012.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Annaberger_Steinzeug

Frühe Steinzeugkrüge aus der Sammlung Les Paul Beatrix Adler S. 68

Eine spannende Abhandlung zu diesem Thema hat Anne Beer geschrieben:

Vom Model zum Gefäß. Die frühneuzeitliche Keramikproduktion in Dippoldiswalde
– Ein Ausblick.

Anne Beer Vom Model zum Gefäß. Die frühneuzeitliche Keramikproduktion in Dippoldiswalde - Ein Ausblick

Hier geht es zum download ….

Vom_Model_zum_Gefaess_Anne_Beer_Dippoldiswalde

Literatur:


Sammlung von Keramik aus Dippoldiswalde im Kunstgewerbemuseum Dresden:

Dippoldiswalde Sammlung Kunstgewerbemuseum Dresden


Sammlung von Objekten mit der Bezeichnung „Annaberg“, die nach neuesten Erkenntnissen vermutlich in „Dippoldiswalde“ beheimatet sind:

Aare Freiman Ceramic Sculptures

Aare Freimann – Modern Ceramic

Aare Freimann is an artist, I met on the Töpfer Markt in Dießen
in May 2017

I want to present Aare Freimann in our Blog as a modern ceramic sculpting artist
because in my opinion he has a wonderful way of combining humor with an artful expression of the soul of the animals – that in the end reflect our own feelings in resonance with the object contemplating.

A quote by Anais Nin puts this in words:

“We don’t see things as they are, we see them as we are.”

Anaïs Nin

All photos can be found as original here

Statement of Aare Freimann:
All my sculptures are ceramic. My works are founded on sensibility and through sensibility you can reach contact with them. My sculptures show people throughout the mental condition of the scale, but it is not related to literature or mythology. All of them are made of clay. Glazed and fired at a temperature of 1100°C

Aare Freimann

Aarülli, Rehemäe
Lääne-Nigula vald
Läänemaa
ESTLAND

www.aarefreimann.com

Vita / Lebenslauf:
I’m Estonian artist. I was born in 1960. I studied painting at Tartu Art College. It is located in Estonia. I started to deal with sculpture in 1993.

Aktivitäten / Ausstellungen:
Exhibition „Wild Things“ 12.05.2017 – 10.09.2017 Keramiekcentrum Tiendschuu (Netherlands)

Quelle:
http://www.artists.de/aarefreimann.html

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Heege Kistler Keramik aus Langnau 2017

Keramik aus Langnau

Tipp: Fachliteratur Neuerscheinung
Keramik aus Langnau: Zur Geschichte der
bedeutendsten Landhafnerei im Kanton Bern

BLICK INS BUCH

Andreas Heege, Andreas Kistler:

Schriften des Bernischen Historischen Museums, Band 13.

2 Halbbände, Format DIN A4, Halbleinen, zusammen 842 Seiten, 927 vierfarbige Abbildungen, Beilagen-DVD mit Gesamtverzeichnis aller Langnauer Keramik

ISBN 978-3-9524783-0-1

Link zum Bestellformular: Heege Kistler Keramik aus Langnau 2017

Link mit Inhaltsverzeichnis und Zusammenfassung:

oder hier als PDF  Keramik_aus_Langnau._Zur_Geschichte_Heege_Kistler

Vergleichstücke im Musée Ariana, Genf sowie aus der Berner Zeitung


Langnau im Emmental entwickelte sich im 18. Jahrhundert zu einem Zentrum für herausragende Keramikwaren. Zwischen 1672 und 1910 schufen in Langnau 56 Hafnermeister der Familie Herrmann die qualitativ höchststehende Keramik der Deutschschweiz.

Käse und Leinwand machten das Emmental im 18. Jahrhundert zum wirtschaftlich fortschrittlichsten Teil des Kantons Bern.
Die reichen und selbstbewussten Hofbesitzer zierten ihre Stuben nur zu gern mit den einfallsreich und individuell gestalteten Keramiken.

Bilder und Sprüche der Teller, Schüsseln und Terrinen wirken noch heute wie Illustrationen zu den Geschichten von Jeremias Gotthelf. Museen und Sammler der Schweiz, aber auch in Deutschland, England und Frankreich, wussten die ausserordentliche Qualität der Langnauer Keramik schon um 1900 sehr zu schätzen.

Sie stand damals, dank der Alpenromantik, dem frühen Tourismus und der beginnenden Volkskundeforschung in England, Deutschland und der Schweiz, stellvertretend für die künstlerische Leistungsfähigkeit der bodenständigen und urtümlichen Deutschschweiz.

Mehr als 2000 in Langnau hergestellte Gefässe und Ofenkacheln sind bis heute erhalten. Sie werden in diesem Buch erstmals vollständig dokumentiert. Die historisch-genealogischen Erkenntnisse zum Langnauer Hafnerhandwerk wurden durch archäologische Ausgrabungen massgeblich erweitert. Mehr als die Hälfte der Keramiken lässt sich einem historisch bekannten Hafner oder einer Werkstatt zuordnen. In Form und Dekor sind zwischen etwa 1760 und 1830 die Produkte der Hafnerwerkstatt Höheweg 1 unter Daniel Herrmann (1736–1798) und seinen Söhnen führend.

Die dokumentierten Keramiken liefern einen eindrucksvollen Querschnitt der Entwicklung bernischen Haushaltsgeschirrs. Das Formenspektrum ist mit mehr als 250 Varianten erstaunlich gross und allen Bedürfnissen ländlicher Haushalte angepasst. Beliefert wurde das Land rund um den Napf, im luzernischen Entlebuch und im bernischen Oberaargau.

Die Berner Zeitung hat eine Artikelreihe zum Thema veröffentlicht:

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/in-langnau-ist-die-welt-anders/story/14519499

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-dynastie-herrmann/story/24930623

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/eine-versteckte-botschaft/story/20073446

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/ein-brunnen-fuer-das-buffet/story/31238144

https://www.bernerzeitung.ch/recherche/Das-Schreibgeschirr-des-HHM/story/12045434

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-schoenen-emmentalerinnen/story/11444228

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-herren-der-schoepfung/story/28041968


Und noch ein Podcast von Neo 1 zum Nachhören

http://www.neo1.ch/programm/aktuell/550-jahre-marktrecht-langnau.html

 

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