Kategorie-Archiv: Expert Knowledge

Bildatenbank Keramik in Schweizer Museen

CERAMICA CH jetzt ONLINE

Die Bilddatenbank der Keramik Bestände aller Schweizer Museen ist endlich online. Ein Mammutprojekt! Wir freuen uns auf spannende Recherchen. GLÜCKWUNSCH AUS MÜNCHEN
Hier gehts zur Datenbank

Die CERAMICA-Stiftung widmet sich seit 1954 der Förderung der kunsthistorischen Forschung auf dem Gebiet der Keramik, vor allem in Form von Druckbeiträgen. Sie hat 2009 das Publikations- und Bilddatenbankprojekt «CERAMICA CH» mit dem Ziel initiiert, ein nationales Inventar der öffentlich zugänglichen Sammlungen neuzeitlicher Gefässkeramik (1500–1950) zu erarbeiten. Dabei sollen alle Institutionen berücksichtigt werden, die über entsprechende Sammlungen verfügen.

English synopsis

Since 1954, the CERAMICA Foundation has been dedicated to the promotion of art historical research in the field of ceramics, especially in the form of print contributions. In 2009, it initiated the publication and image database project „CERAMICA CH“ with the aim of developing a national inventory of the publicly accessible collections of modern pottery (1500-1950).

This is the link for research in GERMAN and FRENCH

Die Informationen des Inventars CERAMICA CH sind folgendermassen gegliedert:

  • Bezeichnung des Objekts bzw. Gefässtyps
  • Produktionsregion oder Herstellungsort, Hersteller und Datierung, falls bekannt.
  • Kurze Beschreibung des Objekts mit Technik, Form und Dekor.
  • Marken: Falls vorhanden kurze Beschreibung der Marke oder der Marken auf dem Objekt.
  • Masse: Randdurchmesser («Rdm.»), Durchmesser («D.») – Höhe («H.») – Breite («B.» oder «Br.») – Tiefe («T.»)
  • Besitzende Institution oder Museum
  • Inventarnummer (Initialen der Institution und Inventarnummer)
  •  Art und Datum der Erwerbung. Falls Art und Datum der Erwerbung unbekannt sind, schreiben wir «Altbestand, ohne Datum», selbst wenn die Erwerbung relativ neu ist.
  • Bibliografische Angaben («Biblio.»): Literaturverweise für Objekte, die in der Literatur abgebildet und/oder erwähnt sind (vor allem Publikation CERAMICA CH I–III). Diese Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
  • Vergleiche («Vgl.»): Verweise auf Publikationen mit Illustrationen vergleichbarer Objekte oder mit Hinweisen für eine Zuschreibung oder Datierung. Verweise auf Objekte in anderen Museen. Diese Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
  • Copyright/Fotograf: Hinweis auf den Inhaber der Bildrechte und den Fotografen bzw. die Fotografin soweit bekannt
  • Bearbeiter: Angabe zum Ersteller und dem Datum der letzten Bearbeitung des Inventareintrages.
Raetisches Museum Chur Loetscher Hafner Sonderausstellung

Raetisches Museum Chur

Lötschers Kacheln. Die Hafner aus St. Antönien
Sonderausstellung vom 5. April bis 25. August 2019

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10:00–17:00
Montag geschlossen
Hofstrasse 1
7000 Chur
Tel. +41 81 257 48 40

Während fünf Generationen betrieb die Familie Lötscher im 19. Jahrhundert eine wichtige Keramik-Produktion. Für Graubünden war dies der bedeutendste Hafnereibetrieb in der Neuzeit, was Qualität, Funktionalität und Schönheit der Produkte anbelangt. Die Ausstellung präsentiert eine Vielzahl dieser einzigartigen Keramik und erzählt die bewegte Familien- und Handwerksgeschichte der Lötschers. Sie zeigt, wie sie im damals abgeschiedenen Prättigau eine Produktionsnische fanden und erfolgreich besetzten, aber auch, wie industriell produziertes Geschirr das alte Handwerk allmählich unter Druck setzte, bis der letzte Töpfer, Andreas Lötscher, seinen langjährigen Familienbetrieb schliesslich aufgeben musste.
Mehr zur Ausstellung als PDF zum download

Keramik aus St. Antönien
Von 1804 bis 1898 wurde in der auf 1300 m ü. M. gelegenen Walsersiedlung St. Antönien-Ascharina, im Norden des Kantons Graubünden, an der Grenze zum österreichischen Vorarlberg, Keramik hergestellt. Fünf Hafner der Familie Lötscher produzierten dort während vier Generationen Geschirrkeramik, Kachelöfen und Wasserleitungsröhren. Die Grundlage für den Betrieb bildete ein lokales Tonvorkommen. Obwohl die Lage der Töpferei, abgelegen in einem nur auf Saumpfaden erreichbaren Seitental des Prättigaus, nicht als optimal eingestuft werden kann, waren die Hafner Lötscher bis in die 1870er-Jahre wirtschaftlich erfolgreich. Ihre lokalen Produkte hatten wohl aufgrund der Transportkosten einen gewissen Vorteil gegenüber Importen aus der übrigen Deutschschweiz, Süddeutschland oder Italien. Erst mit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie Chur-Rheineck SG im Jahr 1858 und der Prättigauer Talstrasse um 1860 entstand die Möglichkeit für einen regelmässigeren Fracht- oder Postverkehr und einen besseren Warenverkehr, der die Konkurrenz zunehmend bevorteilte.

English Synopsis:
At St. Antönien-Ascharina, located in the north of the canton of Graubünden, on the border of the Austrian Vorarlberg, in the Walser region, at 1300 m above sea level, ceramics were made from 1804 to 1898. Five potters from the Lötscher family produced tableware, tiled stoves
and water pipes for four generations. The enterprise was established there because of the existence of a local clay deposit. Although the location of the pottery cannot be considered optimal, as it is isolated in a Prättigau side valley that can only be reached by mule tracks, Lötscher potters were economically prosperous until the 1870s. Probably the local products
had some advantage over imports from the rest of the German-speaking part of Switzerland, southern Germany or Italy because of the transport costs. It was not until the completion of the Chur-Rheineck railway line (Canton of St. Gallen) in 1858 and the Prättigau valley road in 1860 that freight or postal traffic could be more regular, thus promoting increased
competition.

4 Generationen der Lötscher Hafner Familie

Presse- und Radiobeiträge zur Eröffnung der Ausstellung

Radio-Südostschweiz_Lötschers Kacheln 2 mit Andreas Heege
Radio-Südostschweiz_Lötschers Kacheln 2 mit Andreas Heege

https://www.suedostschweiz.ch/sendungen/2019-04-04/loetschers-kacheln-die-hafner-aus-st-antoenien
https://www.srf.ch/news/regional/graubuenden/innovation-im-19-jahrhundert-als-st-antoenien-eine-hochburg-der-keramikproduktion-wa

Literatur zur Ausstellung:

Dippoldiswalder Steinzeug - Ein Töpferhandwerk und seine kulturhistorische Bedeutung Anne Barth 2018

Fachliteratur | Dippoldiswalde

Neuerscheinung: »Dippoldiswalder Steinzeug – Ein Töpferhandwerk und seine kulturhistorische Bedeutung«

English synopsis:
This research work illuminates an unknown chapter of the
History of Dippoldiswalde.

For a long time it was not common knowledge that already in the 16th and 17th century the time period of European Renaissance and Baroque elaborately decorated dinking vessels of stoneware ceramic art were produced in the town of Dippoldiswalde in the eastern part of German Erzgebirge.

During the years 1991 to 1993 more than 100 boxes of ceramics were collected during emergency recoveries in Dippoldiswalde, which were stored for a long time, being left unobserved in the attic of the local town museum.

The archaeologist Anne Barth systematically recorded and examined these objects and found something astonishing: In the 16th and 17th centuries, the town was a flourishing pottery centre where high-quality and culturally sought-after stoneware was produced.

Even today, the elaborately crafted Dippoldiswalder stoneware jugs, which can be found in collections all over the world, bear evidence of their quality and popularity.

The author studied medieval and modern archaeology in Bamberg.
From 2012 to 2017 she worked on the ArchaeMontan project, which is dedicated to research into medieval mining in Saxony and Bohemia and in whose new publication series this richly illustrated work has appeared.

Translated with www.DeepL.com/Translator

Anne Barth

Anne Barth Dippoldiswalder Steinzeug - Ein Töpferhandwerk und seine kulturhistorische Bedeutung 2018

Anne Barth zeigt ihr neues Buch über die Geschichte der Dippoldiswalder Töpfer. Das war ein bedeutender Handwerkszweig in der Stadt, der weit über Dippoldiswalde hinaus seine Produkte verkauft hat. Darunter waren ganz besondere Stücke. Anne Barth zeigt ihr neues Buch über die Geschichte der Dippoldiswalder Töpfer. Das war ein bedeutender Handwerkszweig in der Stadt, der weit über Dippoldiswalde hinaus seine Produkte verkauft hat. Darunter waren ganz besondere Stücke. © Egbert Kamprath

Quelle: https://www.sz-online.de/nachrichten/luxuswaren-von-dippser-toepfern-3972014.html

Die Forschungsarbeit beleuchtet unbekanntes Kapitel der
Geschichte Dippoldiswaldes.

Lange Zeit war nicht bekannt, dass bereits im 16./17. Jahrhundert in der osterzgebirgischen Stadt Dippoldiswalde aufwändig dekorierte Steinzeuggefäße hergestellt wurden.

In den Jahren 1991 bis 1993 wurden bei Notbergungen in Dippoldiswalde über 100 Kisten Keramik zusammengetragen, die lange unbeobachtet auf dem Dachboden des dortigen Stadtmuseums lagerten.

Die Archäologin Anne Barth erfasste und untersuchte diese Objekte systematisch und fand Erstaunliches heraus: Im 16. und 17. Jahrhundert war die Stadt ein florierendes Töpfereizentrum, in dem hochwertiges und begehrtes Steinzeug produziert wurde.
Noch heute zeugen die aufwändig gearbeiteten Dippoldiswalder Steinzeugkrüge, die sich in Sammlungen auf der ganzen Welt finden, von deren Qualität und Beliebtheit.

Die Autorin studierte in Bamberg die Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit.
Von 2012 bis 2017 war sie Projektmitarbeiterin des ArchaeMontan-Projektes, das sich der Forschung zum mittelalterlichen Bergbau in Sachsen und Böhmen widmet und in dessen neuer Publikationsreihe diese reichbebilderte Arbeit erschienen ist.

Der neue Band ist in der Reihe der Veröffentlichungen des LfA erschienen.
(© Landesamt für Archäologie)

Blick ins Buch auf Academia

Das Buch kostet im Handel 39,00 € – link zum Buch

Anne Barth, Dippoldiswalder Steinzeug. Ein Töpferhandwerk und seine kulturhistorische Bedeutung. ArchaeoMontan Band 2
Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie Sachsen, Band 65.
320 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, 21,5 x 30 cm, broschiert (Dresden 2018)
ISBN 978-3-943770-34-6

Rockefeller Collection Christies Pair of Meissen Hoopoes

Meissen | Kaendler | Wiedehopf 18. JH

In diesen Tagen wird bei Christie’s der
Nachlass von David und Peggy Rockefeller versteigert.

Teil der Sammlung ist ein besonders schönes Paar Wiedehopfe von
Johann Joachim Kaendler
(1706 -1755)
Ab 1731 schuf der gelernte Bildhauer Kaendler die erste europäische Formensprache
für Porzellan und läutete damit die künstlerische Blütezeit der Porzellan Manufaktur
in Meissen ein. Der Wiedehopf steht leider auf der Roten Liste. Im 18. JH war das noch ganz anders. Da konnte Johann Joachim Kaendler die Wiedehopfe in der Natur studieren. Seine frühen Skulpturen, welche in erster Linie Motive aus der Tierwelt wiedergaben, wurden für ihre Natürlichkeit und Eleganz gerühmt, welche sie vom Pathos der
üblichen Darstellungen abhob. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang
insbesondere seine Vogelskulpturen.

Two Meissen porcelain models of hoopoes (wiedehopf), circa 174, modeled by J.J. Kändler. 12 ¼ in (31 cm) high. Estimate $20,000-30,000. This lot is offered in The Collection of David and Peggy Rockefeller English & European Furniture, Ceramics & Decorations, Part I on 9 May at Christie’s in New York

These exquisite Meissen hoopoes were the work of Johann Kändler (1706-1775), the greatest and most talented European porcelain modeller of his age.

Johann Kändler trained as a sculptor in Dresden before joining the Meissen factory in 1731. There, at the behest of Emperor Augustus, he began modelling technically challenging large figures of birds and animals for the Japanese Palace at Dresden. In 1733 he was promoted to chief modeller at Meissen, a position he held until his death.

Kändler was responsible for a new kind of porcelain, introducing a range of smaller figures with fired-on enamels in the late 1730s. He was also responsible for taking on and training the next generation of master modellers. His principal assistant was Johann Eberlein, who joined Meissen in 1735, followed by Johann Gottlieb Ehder, Peter Reinicke and Friedrich Elias Meyer. The Meissen records reflect that both Kändler and Ehder worked on these rare and exceptional hoopoe birds, which David and Peggy Rockefeller acquired from the estate of David’s brother, Laurance S. Rockefeller, in 2004.

The Meissen hoopoes were displayed in the dining room of the Rockefellers’ 65th Street home in New York, which was decorated with original 18th-century wallpaper

The Meissen hoopoes were displayed in the dining room of the Rockefellers’ 65th Street home in New York, which was decorated with original 18th-century wallpaper

‘The meticulous quality and perfect nature of these objects tells you a lot about the Rockefellers,’ says Johnson. ‘They appreciated the effort and work and skill that it took to ensure the hoopoes were as close to life as possible. They believed that doing something as well as you can is an obligation, and the painstaking qualities evident in these Meissen birds reflect that.’

These porcelain models were displayed in the dining room of David and Peggy Rockefeller’s home on 65th Street in New York, a space decorated in original wallpaper from the 18th century. ‘They were on a small table underneath a wonderful painting,’ Johnson explains. ‘When you had dinner or lunch in this room with Mr Rockefeller, all of your senses were filled with the beautiful colours and the exquisite craftsmanship surrounding you.

Quelle: Christie’s

Artenportrait des Wiedehopf:

Von I, Luc Viatour, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4544760

Hoopoe picture by Luc Viatour / https://Lucnix.be

Im 18. Jahrhundert war der Wiedehopf in unseren Regionen noch weit verbreitet.
Heute stellt sich die Lage leider anders dar.

Der Wiedehopf ist in Bayern vom Aussterben bedroht sind und somit auf der Roten Liste (Kat. I) geführt. Nach dramatischen Bestandsrückgängen in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts in ganz Deutschland, scheint sich die Situation für den Wiedehopf in einzelnen Regionen der östlichen Bundesländer wieder zu verbessern.

Obwohl vermutlich nur noch knapp ein Dutzend Brutpaare in Bayern zu Hause sind, kann man Wiedehopfe regelmäßig auf dem Frühjahrszug beobachten, was vermutlich Durchzügler gen Nordosten sind. Zum Teil verweilen diese Tiere einzeln oder paarweise längere Zeit in Bayern und so ist ein gewisses Besiedlungspotential für neue Brutpaare durchaus vorhanden.

Bevor diese Art völlig verschwindet, möchten wir mit Sofortmaßnahmen das Nistplatzangebot dort verbessern, wo in den letzten Jahren Wiedehopfe noch brüteten bzw. anwesende Paare auf Brutversuche schließen lassen.

Sie können das Projekt des LBV bei Interesse unterstützen:
https://www.lbv.de/naturschutz/arten-schuetzen/voegel/wiedehopf/schutzprojekt/

 

Fränkischer Korbhumpen um 1720 Detail

Fränkischer Korbhumpen um 1720

Ein rares Stück aus unserem aktuellen Katalog 2018:
Barocker Korb Humpen aus Franken

Vergleichsstücke in der Literatur:
Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert
Autor Renate Scholz

(Klick auf das Bild für eine Vergrößerung)

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. - 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz S.144

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert
Autor Renate Scholz S.144

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. - 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz

Gmundner Fayence Jagdmotiv 18. JH

Fayence aus Gmunden um 1800

Gmundner Fayence Krüge aus unserem aktuellen Jahreskatalog 2018

Frühe Fayencen aus Gmunden aus dem 18. Jahrhundert haben ihre ganz
eigene Charakteristik und sind deshalb als Sammlerobjekte sehr beliebt.
Katharina Marchgraber beschreibt dies eindrucksvoll in
ihrer
Diplomarbeit aus dem Jahr 2008.

Zur Farbgebung:
„In den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts begannen sich die Motive auf Gmundner Fayencen mehr und mehr an der Heimat zu orientieren.
Man bemerkt wachsendes Selbstbewusstsein und den Willen nach einem eigenständigen Erscheinungsbild, besonders im Bezug auf die Darstellungen.
Trotzdem zeigt sich das vornehme holländische Blau noch bis ins letzte Viertel des
Jahrhunderts, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits seine größte internationale
Bedeutung verloren war. Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts wurde nach einem
langen Entwicklungsprozess jene Eigenständigkeit erreicht, mit der sich die
allgemeine Vorstellung von der Gmundner Fayence verbindet. Gleichzeitig treten alle
vier Scharffeuerfarben nebeneinander auf, wobei die Rolle der vorherrschenden
blauen Farbe jetzt das Grün übernimmt“

Zur Formgebung:
„Krüge sind meist in der Form des Birnkruges – mit oder ohne Zinnmontierung –
geformt und mit Bordüren oder Horizontalstreifen am Mund- und über dem
Bodenrand versehen, sodass dazwischen ein breites Bildfeld für die Bemalung blieb.
Die Krugform erlebt nach 1800 eine Schwerpunktverlagerung zum zylindrischen
Walzenkrug, der auch eine gefälligere Trinkform darstellt.
Die Henkel der meisten Krüge und anderer Gefäße sind an ihrem unteren und oft auch oberen Ansatz zu einem Voluten- oder Schneckenende geformt.“

Zitate aus der Diplomarbeit von Katharina Marchgraber ab S. 20 ff

Quelle Literatur:

Frühe Gmundner Fayence
bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts“
Verfasserin
Katharina Marchgraber
Wien 2008

Link zur Diplomarbeit:
http://othes.univie.ac.at/1098/1/2008-09-15_0002754.pdf

Download als PDF
fruehe-gmundner-fayence-katharina-marchgraber-2008

 

Muskauer Steinzeugkrug Kobalt 17. JH

Steinzeug aus Muskau 17.JH

Muskauer Steinzeug Krüge mit Kobaltblauer Glasur –
selten in Form eines Walzenkruges zu finden:

Abgebildet in „Alte Bierkrüge – Sammlerträume
Übersichtskatalog mit Bierkrügen aus fünf Jahrhunderten
Johannes Vogt (Autor), Peter Vogt (Autor)

Alte-Bierkrüge-Sammlerträume-Vogt-Battenberg-S.27

Alte-Bierkrüge-Sammlerträume-Vogt-Battenberg-S.27


PDF mit Ausschnitten aus dem Buch vom Verlag:
Alte Bierkrüge: Sammlerträume Battenberg J.Vogt

Alte Bierkrüge Übersichtskatalog mit Bierkrügen Vogt Battenberg Verlag

1. Auflage 2007 Battenberg Verlag
ISBN 978-3-86646-021-8

Vertiefende Hintergrundliteratur aus dem Sonderband
Historische Archäologie Band 2017

http://www.histarch.uni-kiel.de/sonderband01.htm

Helga Heinze, Holger Klein und Stefan Krabath | Eine barocke Töpferei in Bad Muskau
ab S. 377

Zusammenfassung
In Bad Muskau (Ostsachsen) wurde eine Töpferei aus dem Zeitraum von der
zweiten Hälfte des 17. bis zum 19. Jahrhundert archäologisch untersucht. Zum
Produktionsspektrum gehören Krüge, Kannen, Dosen, Fässchen und Schalen aus
Steinzeug. Außerdem wurden Teller aus malhorndekorierter Irdenware, Töpfe
und Kinderspielzeug hergestellt. In einer älteren Phase von der zweiten Hälfte
des 17. Jahrhunderts bis um 1700, wurden aufwändig dekorierte Gefäße mit
Stempel- und Ritzdekor produziert. Zu einer jüngeren Phase des 19. Jahrhunderts
gehört unverzierte Haushaltskeramik aus Steinzeug und Irdenwaren. Die Stadt
Muskau zählte im 17. und 18. Jahrhundert zu den bedeutendsten Töpferzentren
in Mitteldeutschland. Keramik wurde für den überregionalen Markt produziert.

Summary
A baroque pottery in Bad Muskau
In Bad Muskau (East Saxony) a pottery from the second half of the 17th to the
19th century was archaeologically examined. The production range includes
jugs, cans, barrels and bowls made of stoneware. In addition, plates were made
of malhorn-deciduous earthenware, pots and children‘s toys. In an older phase
from the second half of the 17th century to around 1700, elaborately decorated
vessels with stamp and scribe decor were produced. One of the more recent
phases of the 19th century is unpainted household ceramics made of stoneware
and earthenware. In the 17th and 18th century, the city of Muskau was one of the
most important pottery centers in Central Germany. Ceramics were produced
for the supraregional market.

Nürnberger Fayence Walzenkrug um 1770 Johannes der täufer

Nürnberger Fayence mit biblischen Szenen

Ein Highlight aus unserem aktuellen Katalog:

Nürnberger Fayence Walzenkrug um 1770
mit der Taufe Christi und Jacob kämpft mit dem Engel

Literatur und Vergleichsstücke im Museum:

Das im Jahr 2017 erschiene umfassende Werk über Nürnberger Fayencen von Silvia Glaser enthält detaillierte Erläuterungen zu den Stücken im Germanischen Nationalmuseum,
sowie Vergleichsstücken in Sammlungen.
Frau Dr. Glaser stellt erstmals die nachweisbaren Maler der Nürnberger Fayencefabrik mit Ihren wichtigsten Werken vor.

Mit diesem LINK erhalten Sie einen Einblick in das sehr empfehlenswerte Werk als PDF.

Auf den Seiten 242 ff  Lot 87 werden Vergleichsstücke ausführlich beschrieben.
(Klick auf das Bild für eine größere Ansicht)

Nürnberger Fayencen : Geschichte und Erzeugnisse einer Manufaktur in der Reichsstadt: Bestandskatalog des Germanischen Nationalmuseums

Silvia Glaser Nürnberger Fayencen : Geschichte und Erzeugnisse einer Manufaktur in der Reichsstadt: Bestandskatalog des Germanischen Nationalmuseums

17th century stoneware Dippoldiswalde-Annaberg-Hunting-Tankard- ca-1700

Annaberg | Dippoldiswalde

Annaberger Steinzeug ist eine Keramikgattung des 17. und 18. Jahrhunderts.
Das in älterer und auch noch in jüngerer Literatur und in Katalogen des internationalen Kunsthandels so bezeichnete Steinzeug hat es wahrscheinlich in Annaberg nie wirklich gegeben. Eine Steinzeug-Produktion bzw. eine Herstellung von hochgebrannter Irdenware ist hier nicht nachweisbar. Die erzgebirgische Bergstadt Dippoldiswalde konnte, wie auch für das Freiberger Steinzeug, in archivalischer, kunsthistorischer, archäologischer (Ausgrabungen Anfang der 1990er Jahre) und naturwissenschaftlicher Forschung (Töpfereiabfall) als Herstellungsort nachgewiesen werden.

Aktuelle Literatur zum Thema von Anne Barth als Beitrag in unserem Blog

Anne Barth, Dippoldiswalder Steinzeug. Ein Töpferhandwerk und seine kulturhistorische Bedeutung. ArchaeoMontan Band 2
Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie Sachsen, Band 65.

Literatur:
Andreas Becke: Auf der Suche nach den Töpfern des »Freiberger« und »Annaberger« Steinzeugs. In: Nearchos 1, 1993, S. 99–123.
Hans Mommsen, Thomas Beier, Anno Hein, Elsa Hähnel und Andreas Becke: Neue Ergebnisse zum sächsischen Steinzeug: Herkunftsbestimmung durch Neutronenaktivierungsanalyse und Auswertung von Archivalien. In: KERAMOS 169, 2000, S. 67–84.
Alexander Schwedt, Hans Mommsen, Elsa Hähnel und Andreas Becke: Neutronenaktivierungsanalysen an sächsischer Keramik zur Herkunftsbestimmung von Siedlungsware aus Freiberg. In: KERAMOS 183, 2004, S. 51–75.
Rainer G. Richter: Das Dippoldiswalder Steinzeug. Töpfereiabfälle, Bestände aus dem Kunstgewerbemuseum Dresden, ein signierter Krug von Töpfermeister Georg Burckhart aus dem Jahre 1669 und neue Erkenntnisse aufgrund archivalischer Untersuchungen durch Andreas Becke. In: Keramik in Mitteldeutschland – Stand der Forschung und Perspektiven. 41. Internationales Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Dresden, Deutschland, vom 21. September bis 27. September 2008; S. 271–284 (dort auch noch weitere Literaturangaben). Herausgeber: Landesamt für Archäologie, Dresden 2012.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Annaberger_Steinzeug

Frühe Steinzeugkrüge aus der Sammlung Les Paul Beatrix Adler S. 68

Eine spannende Abhandlung zu diesem Thema hat Anne Beer geschrieben:

Vom Model zum Gefäß. Die frühneuzeitliche Keramikproduktion in Dippoldiswalde
– Ein Ausblick.

Anne Beer Vom Model zum Gefäß. Die frühneuzeitliche Keramikproduktion in Dippoldiswalde - Ein Ausblick

Hier geht es zum download ….

Vom_Model_zum_Gefaess_Anne_Beer_Dippoldiswalde

Literatur:


Sammlung von Keramik aus Dippoldiswalde im Kunstgewerbemuseum Dresden:

Dippoldiswalde Sammlung Kunstgewerbemuseum Dresden


Sammlung von Objekten mit der Bezeichnung „Annaberg“, die nach neuesten Erkenntnissen vermutlich in „Dippoldiswalde“ beheimatet sind:

Heege Kistler Keramik aus Langnau 2017

Keramik aus Langnau

Tipp: Fachliteratur Neuerscheinung
Keramik aus Langnau: Zur Geschichte der
bedeutendsten Landhafnerei im Kanton Bern

BLICK INS BUCH

Andreas Heege, Andreas Kistler:

Schriften des Bernischen Historischen Museums, Band 13.

2 Halbbände, Format DIN A4, Halbleinen, zusammen 842 Seiten, 927 vierfarbige Abbildungen, Beilagen-DVD mit Gesamtverzeichnis aller Langnauer Keramik

ISBN 978-3-9524783-0-1

Link zum Bestellformular: Heege Kistler Keramik aus Langnau 2017

Link mit Inhaltsverzeichnis und Zusammenfassung:

oder hier als PDF  Keramik_aus_Langnau._Zur_Geschichte_Heege_Kistler

Vergleichstücke im Musée Ariana, Genf sowie aus der Berner Zeitung


Langnau im Emmental entwickelte sich im 18. Jahrhundert zu einem Zentrum für herausragende Keramikwaren. Zwischen 1672 und 1910 schufen in Langnau 56 Hafnermeister der Familie Herrmann die qualitativ höchststehende Keramik der Deutschschweiz.

Käse und Leinwand machten das Emmental im 18. Jahrhundert zum wirtschaftlich fortschrittlichsten Teil des Kantons Bern.
Die reichen und selbstbewussten Hofbesitzer zierten ihre Stuben nur zu gern mit den einfallsreich und individuell gestalteten Keramiken.

Bilder und Sprüche der Teller, Schüsseln und Terrinen wirken noch heute wie Illustrationen zu den Geschichten von Jeremias Gotthelf. Museen und Sammler der Schweiz, aber auch in Deutschland, England und Frankreich, wussten die ausserordentliche Qualität der Langnauer Keramik schon um 1900 sehr zu schätzen.

Sie stand damals, dank der Alpenromantik, dem frühen Tourismus und der beginnenden Volkskundeforschung in England, Deutschland und der Schweiz, stellvertretend für die künstlerische Leistungsfähigkeit der bodenständigen und urtümlichen Deutschschweiz.

Mehr als 2000 in Langnau hergestellte Gefässe und Ofenkacheln sind bis heute erhalten. Sie werden in diesem Buch erstmals vollständig dokumentiert. Die historisch-genealogischen Erkenntnisse zum Langnauer Hafnerhandwerk wurden durch archäologische Ausgrabungen massgeblich erweitert. Mehr als die Hälfte der Keramiken lässt sich einem historisch bekannten Hafner oder einer Werkstatt zuordnen. In Form und Dekor sind zwischen etwa 1760 und 1830 die Produkte der Hafnerwerkstatt Höheweg 1 unter Daniel Herrmann (1736–1798) und seinen Söhnen führend.

Die dokumentierten Keramiken liefern einen eindrucksvollen Querschnitt der Entwicklung bernischen Haushaltsgeschirrs. Das Formenspektrum ist mit mehr als 250 Varianten erstaunlich gross und allen Bedürfnissen ländlicher Haushalte angepasst. Beliefert wurde das Land rund um den Napf, im luzernischen Entlebuch und im bernischen Oberaargau.

Die Berner Zeitung hat eine Artikelreihe zum Thema veröffentlicht:

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/in-langnau-ist-die-welt-anders/story/14519499

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-dynastie-herrmann/story/24930623

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/eine-versteckte-botschaft/story/20073446

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/ein-brunnen-fuer-das-buffet/story/31238144

https://www.bernerzeitung.ch/recherche/Das-Schreibgeschirr-des-HHM/story/12045434

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-schoenen-emmentalerinnen/story/11444228

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-herren-der-schoepfung/story/28041968


Und noch ein Podcast von Neo 1 zum Nachhören

http://www.neo1.ch/programm/aktuell/550-jahre-marktrecht-langnau.html

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken