Kategorie-Archiv: Stoneware

Westerwald Steinzeug Bernisches Historisches Museum

Steinzeug in der Schweiz | A. Heege

Fachliteratur

Andreas Heege Steinzeug in der Schweiz

Andreas Heege
Steinzeug in der Schweiz (14.–20. Jh.).
Ein Überblick über die Funde im Kanton Bern und den Stand der Forschung zu deutschem, französischem und englischem Steinzeug
in der Schweiz.
Bern 2009.

Auszug aus dem Vorwort:
Von besonderer Bedeutung ist, dass Steinzeug in der Schweiz selbst, mangels geeigneter
Tonlager, nicht erzeugt werden konnte und daher importiert werden musste.
Die wissenschaftliche Bearbeitung der für die Schweiz herausragenden und gut datierten Steinzeug-Neufunde aus dem Kanton Bern bot die einmalige Möglichkeit, dem Phänomen des Steinzeughandels und der Steinzeugnutzung unter Einbeziehung der bislang bekannten Funde aus der Schweiz nachzugehen.
Dabei ergaben sich nicht nur neue Erkenntnisse zum Beginn, derEntwicklung und der Diversifizierung des Imports. Vielmehr gelang es, für das frühe 17. Jh. eine Gruppe von Gefässen herauszuarbeiten, die speziell für den bernischen und den schweizerischen Markt gefertigt wurden. Im 18. Jahrhundert, Berns sog. «Goldener Zeit», kennzeichnen die importierten Steinzeuge zugleich neue Konsumgewohnheiten (Kaffee, Tee und Schokolade) einer begüterten und sich an niederländischen Vorbildern orientierenden Einwohnerschaft.

Die Aufarbeitung der Steinzeugfunde lag bei Andreas Heege – aufgrund seiner langjährigen
wissenschaftlichen Tätigkeit in Deutschland – in den richtigen Händen. Für seinen
teilweise ausserdienstlichen Einsatz für dieses Buch sei ihm herzlich gedankt. Den verschiedenen Fachkolleginnen und Fachkollegen, die die Entstehung der vorliegenden Arbeit mit Hinweisen, Einsicht in das Fundmaterial und Abbildungen unterstützt haben, gilt unser
besonderer Dank. Das Bernische Historische Museum, das Historische Museum Basel,
das Schweizerische Landesmuseum Zürich, das Britische Museum in London, die Schlossmuseen Thun und Oberhofen sowie der Rittersaalverein in Burgdorf gewährten hilfreiche Einsicht in ihre Sammlungen und halfen mit Abbildungen vollständiger Gefässe.

Download des Buches als PDF:

Steinzeug Zentren Westerwälder Art

Abb. 1: Steinzeugzentren und Produktionsregionen in
denen Steinzeug «Westerwälder Art» produziert wurde
und ihre Lage im Verhältnis zu ausgewählten Fundorten
in der Schweiz

Inhalt

Vorwort . . . . . . 7
1. Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  9
2. Stand der Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
3. Fundstellen mit Steinzeug in der Stadt Bern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
4. Die Steinzeugfunde im Kanton Bern und vergleichbares Fundmaterial aus der Schweiz . 20
4.1 Faststeinzeug und Steinzeug, 14. bis 16. Jahrhundert . . 20
4.2 Steinzeug spätes 16. und erste Hälfte 17. Jh. (Köln, Frechen, Raeren und Westerwald) . 22
4.3 Exkurs: Die Produktion reliefverzierten Steinzeugs für den Keramikmarkt der Schweiz . 29
4.4 Steinzeug des zweiten Drittels und der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts . . . 33
4.5 Exkurs: Irdenwarekopien nach Steinzeug-Vorbildern . . . . 41
4.6 Graues und kobaltblau bemaltes Steinzeug des 18. Jahrhunderts
(Westerwald, Elsass, Süddeutschland) . . . . . . . . . . 43
4.7 Graues, kobaltblau bemaltes oder ritzverziertes Steinzeug «Westerwälder Art»
der zweiten Hälfte des 18. und 19. Jahrhunderts . . . . . . . . . . . 49
4.8 Weisses, salzglasiertes, englisches Steinzeug . . . . . . . . . . . .55
4.9 Mineralwasserflaschen aus Steinzeug . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
4.10 Ungewöhnliche Steinzeugobjekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .76
5. Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
6. Zusammenfassung – Résumé – Summary . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
7. Listen 1–12 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .87
8. Literatur . 96
9. Abbildungsnachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105

 

30. Spezialauktion Historische Trinkgefäße Johannes Vogt 2008

Spezialauktion Historische Trinkgefäße

Johannes Vogt KunstauktionenJohannes Vogt Auctions:

30. Spezialauktion Johannes Vogt Historische Trinkgefäße

1994 war die erste Auktion meines Bruders mit der Spezialisierung auf alte Bierkrüge im Schussenrieder Bierkrugmuseum.

In der Folge weitere 30 Auktionen bis in das Jahr 2009 mit insgesamt ca.
15.000 versteigerten Objekten
. Einzigartig in dieser Fokussierung auf das
Sammelgebiet der historischen Trinkgefäße aus Fayence, Steinzeug, Glas,
Elfenbein, Silber und Sammlerzinn
.

In dieser Zeit hat sich Johannes Vogt zu einem führenden Experten
in diesem Fachgebiet entwickelt. Seine Expertise war nicht nur in Deutschland
sondern auch weit über die Grenzen hinaus bis in die USA sehr geschätzt.

Seine große Leidenschaft gehörte der Fotografie und es ist ihm gelungen mit
fachmännischem Blick das Besondere jedes einzelnen Objektes zu erfassen und
seine „Seele“ ins rechte Licht zu setzen.

Johannes Vogt Auctions beer steins munich

Sein Vermächtnis sind seine 31 eigenen Auktionskataloge meine Verkaufskataloge
und  2 Fachbücher zum Thema Fayence, Steinzeug und Sammlerzinn:

Von beiden Büchern haben wir noch kleinere Bestände. Auch von den meisten Auktionskatalogen gibt es noch Restbestände.
Bei Interesse melden Sie sich gerne bei uns!
vogt@vogt-auctions.de

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Westerwälder Steinzeug

Westerwälder Steinzeug ist eine keramische Warenart, die in der frühen Neuzeit im unteren Westerwald und im Kannenbäckerland produziert wurde. Unabhängig von der Provenienz wird der Ausdruck auch allgemein für blau-graues Steinzeug verwendet.

Das Westerwälder Steinzeug wurde ab dem 17. Jahrhundert in großen Mengen in ganz Europa gehandelt und gilt neben ihrer kunstgeschichtlichen Bedeutung als wichtiger Marker bei der Datierung von neuzeitlichen archäologischen Fundstellen.
Sie ist ab etwa 1650 eine der dominierenden Warenarten unter dem Deutschen Steinzeug und wird bis heute hergestellt.
Die bedeutendsten Töpferorte des Westerwaldes waren Höhr, Grenzhausen und Grenzau im Kannenbäckerland. Diese drei Orte gehören heute zur Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen und liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt.
Um 1600 gehörten diese Orte jedoch unterschiedlichen Landesherren. Höhr war gemeinsamer Besitz der Grafen zu Sayn-Wittgenstein und der Trierer Kurfürsten, Grenzhausen war Teil der Grafschaft Wied während Grenzau zur Grafschaft Isenburg zählte.
Wirtschaftlichen Aufschwung erlebte die Westerwälder Steinzeugproduktion um 1590 durch den Zuzug führender Töpfermeister aus den Töpfereizentren Raeren und Siegburg.

Quelle: Wikipedia

Galerie: Sammlung Peter Vogt Fayence und Steinzeug im Rathaus München

Recherche:

Museum Digital Rheinland-Pfalz Keramikmuseum Westerwald.
Hier erhalten sie einen Überblick über den Bestand in Bildern
und Zuschreibungen

Literatur:

Museum:

KERAMIKMUSEUM Westerwald in HÖHR-GRENZHAUSEN

keramikmuseum-westerwald-hoehr-grenzausen

german-stoneware-Apothekengefäß Westerwald um 1700 Fayence Steinzeug Vogt Rathaus München

Apothekengefäß um 1700

Westerwälder Apothekergefäß um 1700

Über 300 Jahre alt ist dieses Gefäß und immer noch modern!

This Westerwald antique ceramic saltglazed stoneware apothecary jar
is over 300 years old and still very modern.
Be inspired by the photos for your interior decoration project!

Spannende Hintergrundinformation zu Apothekengefäßen aus Westerwald in diesem
BLOG – Westerwaldkeramik

Vergleichsstück im Museum:

Keramik Museum Höhr-Grenzhausen

Ein Apothekergefäß von 1591

Inschrift:
„ch hab in meiner Apoteckn viel matern, die lieblich schmecken …“

Apotheker Gefäß Westerwald Jan Emens 1591 Quelle http://westerwaldkeramik.twoday.net/stories/5169462/

Apotheker Gefäß Westerwald Jan Emens 1591 Quelle: http://westerwaldkeramik.twoday.net/stories/5169462/

Literatur Quelle:

http://westerwaldkeramik.twoday.net/stories/5169462/

Aufwendig verzierte Apothekergefässe zählen heute zu weltweit gesuchten keramischen Raritäten. Sie standen ursprünglich als Schau- und Aufbewahrungsgefässe im Verkaufsbereich städtischer Apotheken und sollten dem Kunden einen positiven Eindruck von der Bonität und Seriosität des Unternehmens geben.

Solche Apothekengefässe, die in Italien (Albarello genannt)  entwickelt wurden, entstanden am Ende des 16. Jahrhunderts aus Steinzeug in Raeren, in der Folge aber auch im Westerwald.
Sie lassen sich auf die in Raeren bei Aachen ansässige Familie Mennicken zurückführen. Zu dieser Familie gehörte auch Jan Emens, einer der bedeutendsten Töpfer der Renaissance.

Mit dem Apothekengefäss von Jan Emens aus dem Jahre 1591 verfügt das Keramikmuseum Westerwald nicht nur über eine sehr kostbare Keramik aus der Hand dieses Raerener Meisters. Gleichzeitig belegt das Stück den kontinenteübergreifenden Austausch der Keramiker untereinander, dessen Wurzeln im Falle unseres Apothekergefässes im Persischen Reich liegen.

Im Vergleich zu der großen Fülle von Kannen, Krügen, Humpen und Trinkbechern sind Apothekergefäße aus Steinzeug wie dieses seltener bewahrt und vermutlich in nur geringerer Zahl hergestellt worden.

Der zylindrische Körper hat eine Höhe von 21,5 cm. Er ist zum einfach profilierten Fuß und zur fast horizontalen, ebenfalls durch Profilierungen abgesetzten Lippe leicht eingezogen und unten durch senkrechte Kannelüren sowie an seiner Schulter durch feinen Kerbschnittdekor gegliedert. Die Mitte des Gefäßkörpers nimmt eine Rollwerkkartusche mit einem horizontal gerahmten Feld für eine Beschriftung ein.
Die Beschriftung lautet: OF HI NIT IS VAN JUDAS GESLECHT 1591 [Ob er nicht aus Judas Geschlecht ist]. Kobaltoxid färbt den grauen Scherben blau.

Die am Ende des 16. Jahrhunderts von Italienern in Antwerpen hergestellten Fayencegefäße waren wahrscheinlich für viele Apotheker zu teuer, so dass dafür einheimische Produkte aus Ton oder Steinzeug einen Markt hatten. Vermutlich angeregt durch die weit verbreiteten Antwerpener Produkte beschäftigte man sich am Ende des 16. Jahrhunderts auch in Raeren mit der Herstellung solcher Apothekengefäße. Andere Orte mit Steinzeugproduktion wie Siegburg, Frechen, Köln und Creußen haben keine oder nur wenige Apothekengefäße angefertigt. Im Westerwald entstand eine Fabrikation von Apothekengefäßen, als Raerener Töpfer am Ende des 16. Jahrhunderts dorthin übersiedelten.

Während über Struktur, Entwicklung und tätige Künstler der Raerener Werkstätten wenig bekannt ist, sind die stilistischen Merkmale ihrer Erzeugnisse bekannt. In den zylindrischen Drogengefäßen nimmt Raeren den sogenannten Westerwaldstil vorweg: unser charakteristisch geformtes Stück besitzt geschuppte Schulter, blau ausgegründete Ornamentbordüren und eine aufgemodelte Rollwerkkartusche, deren Inschrift das Datum 1591 trägt. Den ältesten deutschen Apothekenfayencen aus Creußen gleich, führt auch dieses Steinzeuggefäß keine pharmazeutische Aufschrift.

Wie wir später sehen werden, ist die Beschriftung in platt-niederdeutscher oder platt-holländischer Sprache lesbar, hat allerdings zumindest keinen erkennbaren pharmazeutischen Bezug. Auch der tätige Künstler ist feststellbar, denn die Signatur des Stückes I E weist auf Jan Emens. Dieser Keramiker, der seine Produkte voller Stolz signierte, ist eine in Raeren herausragende Künstlerpersönlichkeit und zwar für Gefäßformen ebenso wie für Dekore.

Seinen mit Namenszeichen versehenen Krügen kommt wegen ihrer vollendeten Form und ihres Schmuckes wohl die größte Bedeutung zu. Jan Emens arbeitete schon im Jahre 1558 und wird noch 1591 genannt. Nachdem er gestorben und einige Meister der Familien Mennicken und Kalf nach dem Westerwald verzogen waren, hatte Jan Baldem (Mennicken) den größten und tätigsten Betrieb in Raeren. Von ihm kennen wir 1602-1605 datierte Stücke.
Es muss aber daran erinnert werden, dass die auf der Gefäßwandung angebrachten Daten nicht das Alter des Gefäßes, sondern die Herstellungszeit der Matrize und somit den terminus post quem angeben – als jenen Zeitpunkt, an dem das Gefäß frühestens entstanden ist. Es kann aber auch mit derselben Negativform noch Jahrzehnte später entstanden sein. Jan Baldem (Mennicken) machte sich von der an Reliefmatrizen gebundenen Form frei und bediente sich – wie im Westerwald seit Anfang des 17. Jahrhunderts üblich – der handgeschnittenen Rankornamente, die er auf die ganze Leibung der Gefäße verteilte.

Jan Emens hat um 1590 zum Belag seiner Apothekentöpfe eine Anzahl Zierschilder mit Rollwerkrahmen gestochen, die in der Regel Inschriften in seinen kennzeichnenden Kapitalbuchstaben enthalten. Die Rollwerkrahmen sind nach Stichen des Antwerpener Künstlers Jakob Floris angefertigt. Einige der häufigeren Sprüche lauten:

Tenor ich heb empor I E I590

Frauwe rechent noch nycht I E 1590

Waepen oever de moerrt I E M

Of hi nit en is van judas geslecht I E 1591

Dat was Dergen der mich verreit I E M 1591

Schoene Woerden sonder goenst is ein Art van Iuda Konst Y E M 1591

Wilt den Herren wt Lieffden met Loefsanck sengen und malkan dren vrintelick einen toe brengen I E 159

Irgendein Zusammenhang zwischen dem Wortlaut der Sprüche und dem Zweck der Gefäße ist bis jetzt nicht nachzuweisen. Die bislang bestehende Forschungsmeinung geht dahin, dass Jan Emens seinen Krügen mehr oder minder lange Sprüchlein gab, die, je wortreicher sie ausfielen, um so unverständlicher erscheinen. Der Schlüssel zu den heute für uns völlig unverständlichen Sinnsprüchen dürfte in der im Holland des ausgehenden 16. Jahrhunderts entwickelten Emblematik liegen. Dort sah man es als besondere intellektuelle Kunst an, durch Sinnsprüche und Bildworte den eigentlich zu gebenden Hinweis bis zur Unkenntnis zu verfremden – und damit Bildungsstand und Lebenserfahrung an den Tag zu legen. Andererseits konnte man somit Heilmittel für „peinliche“ Krankheiten, wie beispielsweise die Behandlung der weit verbreiteten Syphilis durch Quecksilber, dezent und nur für den Eingeweihten kenntlich machen. Gerade in der Sinnzuweisung der alleine in Raeren mehr als fünfhundert Inschriften auf reliefverziertem Steinzeug liegt sicher einer der Schlüssel zur vollständigen Erschließung der Gefäße selbst und ihres Funktionszusammenhangs im Sinne einer ganzheitlichen Erfassung einer der herausragenden kunsthandwerklichen Erzeugnisse der ausgehenden Renaissance.

Quelle: http://westerwaldkeramik.twoday.net/stories/5169462/

Saltglazed Stoneware Creussen 17th century art

Creussen Steinzeug 17. Jhd.

Museale Highlights
mit Emailfarben bemaltes Creussener Steinzeug

 

Dippoldiswalde-Annaberg-Baker Guild Stoneware Stein ca. 1700 H. 21 cm

Zunft Krüge aus Fayence und Steinzeug

Schwerpunkt in unserer diesjährigen Ausstellung:
Fayence und Steinzeug mit Zunft Motiven der
Bierbrauer, Bäcker, Metzger, Müller und Küfer
aus verschiedenen Manufakturen

Bunzlauer Steinzeug Flasche um 1680

2 Highlights aus unserer Verkaufsausstellung

Die beiden Stücke waren Teil der Sonderausstellung im
Keramikmuseum Boleslawiec

Von den Anfängen der Bunzlauer Keramik – Funde des 15.–16. Jahrhunderts aus einem mitteleuropäischen Zentrum der Töpferei

Die bekannte und weltweit geschätzte Bunzlauer Keramik hat eine jahrhundertelange Tradition. Trotz zahlreicher Berichte in den Chroniken war es bis heute nicht möglich zu bestimmen, wann hier die ersten künstlerischen Steinzeugerzeugnisse entstanden sind und wo die ältesten städtischen Töpfereien verortet lagen. Dank archäologischen Untersuchungen, die im Jahr 2007 von den Mitarbeitern des Muzeum Ceramiki in Bolesławiec an der Piaskowa-Straße durchgeführt wurden, konnten Überreste der bisher ältesten neuzeitlichen Töpferei entdeckt werden. Diese Entdeckung gab den Anlass für ein wissenschaftlich-museumspädagogisches Projekt. Das Projekt wird geleitet vom Muzeum Ceramiki in Bolesławiec und dem Schlesischen Museum zu Görlitz in Zusammenarbeit mit zwei bekannten deutschen Kultureinrichtungen: dem Sächsischen Landesamt für Archäologie, Dresden und dem Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Im Rahmen des Projekts entstand eine Ausstellung. Die Ehrenpatenschaft darüber übernahm der Minister für Kultur und Nationales Kulturerbe der Republik Polen, Herr Bogdan Zdrojewski. Die Ausstellung kann bis zum 10. März 2013 im Muzeum Ceramiki in Bolesławiec, Kutuzow-Straße 14 und danach vom 13. Juli bis zum 21. Oktober 2013 im Schlesischen Museum zu Görlitz besichtigt werden. Die Ausstellung setzt sich aus drei großen Komplexen zusammen. Im Mittelpunkt steht Keramik, die im Laufe der archäologischen Untersuchungen an der Piaskowa-Straße in Bolesławiec entdeckt wurde und nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wird. Eine Auswahl aus über 20000 Bodenfunden vermittelt einen Einblick in die Keramikformen der Spätrenaissance. Es konnten 101 Gefäße rekonstruiert werden, darunter Töpfe, Krüge, Kannen, Schalen, Teller, Dreibein- und Abgabegefäße. Sie bilden den größten Teil des Fundkomplexes, zu dem auch Schüssel- und Blattkacheln, Pfeifen, Figuren sowie technische Keramik – Brennhilfen der ehemaligen Töpferei und Retorten – gehören. Die ältesten geborgenen Keramikfragmente gehören der Falke-Gruppe an und datieren ins 15./16. Jahrhundert. Zu den jüngsten Funden zählen Pfeifen aus dem 18. Jahrhundert. Der zweite Ausstellungsbereich behandelt Bunzlauer Gefäße aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Im dritten Abschnitt können Erzeugnisse aus den namhaftesten europäischen Zentren der Steinzeugproduktion wie Siegburg, Köln, Westerwald oder Dippoldiswalde bewundert werden, die zur gleichen Zeit entstanden sind. Diese Objekte stammen aus musealen und privaten Sammlungen in ganz Deutschland und Polen. Organisatoren ein wichtiges Anliegen dar.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen, deutsch-polnischen Katalog begleitet, der in einer Auflage von 1000 Exemplar erschienen ist. Diese über 350 Seiten starke Publikation hat einen wissenschaftlichen Charakter und beinhaltet folgende Themen: Bericht über den Verlauf der Untersuchungen, Analyse der entdeckten Artefakte, Objektkatalog der Bunzlauer Keramik des 17. Jahrhunderts, kurze enzyklopädische Zusammenstellung der wichtigsten europäischen Keramikzentren.

Der Katalog beinhaltet zudem zahlreiche Farbfotos, Zeichnungen, Skizzen, Diagrame und Tabellen.

Bestellbar unter: http://www.muzeum.boleslawiec.net/pl/research

Von den Anfängen der Bunzlauer Keramik Barbara Glinkowska, Stefan Krabath, Anna Bober-Tubaj, Agata Bojanowska, Michał Karpiński, Andrzej Olejniczak, Tadeusz Orawiec, Anna Puk, Robert Szwed Muzeum Ceramiki w Bolesławcu, Schlesisches Museum zu Görlitz

Quelle: http://www.muzeum.boleslawiec.net/de/exhibitions/265

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