Schlagwort-Archiv: 18. Jhd

Heege Kistler Keramik aus Langnau 2017

Keramik aus Langnau

Tipp: Fachliteratur Neuerscheinung
Keramik aus Langnau: Zur Geschichte der
bedeutendsten Landhafnerei im Kanton Bern

BLICK INS BUCH

Andreas Heege, Andreas Kistler:

Schriften des Bernischen Historischen Museums, Band 13.

2 Halbbände, Format DIN A4, Halbleinen, zusammen 842 Seiten, 927 vierfarbige Abbildungen, Beilagen-DVD mit Gesamtverzeichnis aller Langnauer Keramik

ISBN 978-3-9524783-0-1

Link zum Bestellformular: Heege Kistler Keramik aus Langnau 2017

Link mit Inhaltsverzeichnis und Zusammenfassung:

oder hier als PDF  Keramik_aus_Langnau._Zur_Geschichte_Heege_Kistler

Vergleichstücke im Musée Ariana, Genf sowie aus der Berner Zeitung


Langnau im Emmental entwickelte sich im 18. Jahrhundert zu einem Zentrum für herausragende Keramikwaren. Zwischen 1672 und 1910 schufen in Langnau 56 Hafnermeister der Familie Herrmann die qualitativ höchststehende Keramik der Deutschschweiz.

Käse und Leinwand machten das Emmental im 18. Jahrhundert zum wirtschaftlich fortschrittlichsten Teil des Kantons Bern.
Die reichen und selbstbewussten Hofbesitzer zierten ihre Stuben nur zu gern mit den einfallsreich und individuell gestalteten Keramiken.

Bilder und Sprüche der Teller, Schüsseln und Terrinen wirken noch heute wie Illustrationen zu den Geschichten von Jeremias Gotthelf. Museen und Sammler der Schweiz, aber auch in Deutschland, England und Frankreich, wussten die ausserordentliche Qualität der Langnauer Keramik schon um 1900 sehr zu schätzen.

Sie stand damals, dank der Alpenromantik, dem frühen Tourismus und der beginnenden Volkskundeforschung in England, Deutschland und der Schweiz, stellvertretend für die künstlerische Leistungsfähigkeit der bodenständigen und urtümlichen Deutschschweiz.

Mehr als 2000 in Langnau hergestellte Gefässe und Ofenkacheln sind bis heute erhalten. Sie werden in diesem Buch erstmals vollständig dokumentiert. Die historisch-genealogischen Erkenntnisse zum Langnauer Hafnerhandwerk wurden durch archäologische Ausgrabungen massgeblich erweitert. Mehr als die Hälfte der Keramiken lässt sich einem historisch bekannten Hafner oder einer Werkstatt zuordnen. In Form und Dekor sind zwischen etwa 1760 und 1830 die Produkte der Hafnerwerkstatt Höheweg 1 unter Daniel Herrmann (1736–1798) und seinen Söhnen führend.

Die dokumentierten Keramiken liefern einen eindrucksvollen Querschnitt der Entwicklung bernischen Haushaltsgeschirrs. Das Formenspektrum ist mit mehr als 250 Varianten erstaunlich gross und allen Bedürfnissen ländlicher Haushalte angepasst. Beliefert wurde das Land rund um den Napf, im luzernischen Entlebuch und im bernischen Oberaargau.

Die Berner Zeitung hat eine Artikelreihe zum Thema veröffentlicht:

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/in-langnau-ist-die-welt-anders/story/14519499

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-dynastie-herrmann/story/24930623

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/eine-versteckte-botschaft/story/20073446

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/ein-brunnen-fuer-das-buffet/story/31238144

https://www.bernerzeitung.ch/recherche/Das-Schreibgeschirr-des-HHM/story/12045434

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-schoenen-emmentalerinnen/story/11444228

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-herren-der-schoepfung/story/28041968


Und noch ein Podcast von Neo 1 zum Nachhören

http://www.neo1.ch/programm/aktuell/550-jahre-marktrecht-langnau.html

 

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Albarello Pesaro Italien Ignazio Callegari um 1750

Albarello Pesaro um 1750

Der Sommer neigt sich dem Ende zu …

Die Sonnenblumen passen perfekt zum Decor des Albarello aus Pesaro aus der
Manufaktur von Ignazio Callegari
gefertigt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Albarello Pesaro Fabbrica di Ignazio Callegari um 1750

Albarello Pesaro Fabbrica di Ignazio Callegari um 1750

Detail Albarello Pesaro Fabbrica di Ignazio Callegari um 1750

Detail Albarello Pesaro Fabbrica di Ignazio Callegari um 1750

Raus aus der Vitrine gut geschützt mit einem Kunststoffeinsatz um
das Eindringen von Feuchigkeit in die Fayence zu verhindern.
(Geprüft und für gut befunden vom Schwäbischen Hausfrauen TÜV 🙂

So kann ich den wundervollen Gefäße auch im Alltag Raum geben.

Nachfolgend noch Beispiele als Inspiration!

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Schnaps&rösti_Ariana Genf

Musee Ariana Genf

Musee Ariana
„Schnaps et rösti“

Emailliertes Glas und Töpferware aus der Schweiz,
17. bis 19. Jahrhundert
9. Juni 2017 bis 18. Februar 2018

Röstiplatten und Terrinen aus Irdenware mit Engobedekor unter Glasur treffen auf
Schnapsflaschen
und Trinkbecher aus weissem oder farbigem Glas, die mit
polychromer Emailmalerei verziert sind.

Emailbemaltes «Flühli-Glas» wurde hauptsächlich zwischen 1720 und 1820 hergestellt.

Die bekanntesten Töpfereien befanden sich in Langnau, Blankenburg, Bäriswil
und Heimberg.

Die Exponate unterscheiden sich zwar im Hinblick auf Technik und Form, treten aber über die ikonografischen Motive miteinander in Resonanz. Blumen und Tiere, Wappendarstellungen und Genrefiguren zieren die naive Bauernkeramik. Oftmals ergänzen Sprüche mit religiösem, patriotischem oder amourösem Inhalt das Dekor und liefern Einblicke in das Alltagsleben im Bernbiet und im Entlebuch.

Langnau 1779 – Sammlung Musee Ariana Genf

Die Sammlung des Musée Ariana beherbergt einen bedeutenden
Korpus mit an die 200 Schweizer Keramikobjekten.

Sie decken einen grossen Zeitraum ab: von 1680 bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Mit Ausnahme einiger Anschaffungen, die im Laufe der Zeit getätigt wurden, gelangten die meisten Stücke – teilweise erst im Zusammenhang mit dem Aufbau dieser Ausstellung – über Schenkungen und Legate in den Besitz des Museums.

SCHWEIZER TÖPFERWARE

Die grundsätzlich gleichbleibende Töpfereitechnik besteht darin, den Ton nach dem Drehen, Formen und Trocknen mit einer hellbeigen oder dunkelbraunen Grundengobe zu überziehen. Engoben bestehen aus naturbelassenem oder mit Metalloxiden eingefärbtem flüssigem Tonschlicker. In einem nächsten Schritt wird der Gegenstand mit einem Pinsel oder einem Malhörnchen – einer Art birnenförmigen, mit Engobe gefüllten Pipette verziert; zusätzlich zur Emailbemalung werden manchmal Springfeder – oder Ritzdekore angebracht. Schliesslich wird der Gegenstand mit Email überzogen und im Holzofen gebrannt. Der Brennvorgang bringt die kräftigen Engobefarben unter der durchsichtigen, glänzenden Glasur voll zur Geltung.

Zwar wurden Töpfereien nachweislich auch in mehreren anderen Schweizer Gegenden betrieben, doch die wichtigsten Produktionsstätten lagen im Kanton Bern:
die Werkstatt von Abraham Marti in Blankenburg sowie die Zentren in Langnau, Heimberg, Bäriswil und Steffisburg

Die Hafnerei Abraham Marti in Blankenburg (Simmental)

Teller Abraham Marti Blankenburg dat 1758

Plat Abraham Marti, Blankenbourg (Simmental, Berne), daté 1758
Terre cuite, engobes sous glaçure D. 59 cm
Legs Gustave Revilliod, 1890 – Inv. AR 932
Collection Musée Ariana, Genève
Photo Mauro Magliani & Barbara Piovan

Abraham Marti findet erstmals 1748 als einziger Töpfer des Simmentals (Berner Oberland) Erwähnung. Von 1749 bis 1789 stellte er Keramikgeschirr, hauptsächlich Platten, aber auch Ofenkacheln her.

Mit ihrem Dekor auf hellem Hintergrund sind Abraham Martis flache Teller unverwechselbar. Das Profil der Teller weist zwar besonders bei grossformatigen Stücken häufig Unregelmässigkeiten auf, doch die Arbeiten Martis zählen wegen ihrer bemerkenswerten Dekorqualität zu den Glanzleistungen der Schweizer Töpferkunst.
Der grosse Wappenteller (s. Abb.) ist ein Meisterwerk dieser Kategorie.

Mit 19 Tellern und Platten besitzt das Musée Ariana eine der schweizweit grössten Sammlungen von Blankenburger Keramik.

Daniel Herrmann und die Langnauer Keramik

Ab dem 17. Jahrhundert entstanden in der Gemeinde Langnau im Emmental eine ganze
Reihe von Töpfereibetrieben.

Teller Langnau (Berne), dat 1779

Assiette Langnau (Berne), daté 1779
Terre cuite, engobes sous glaçure D. 30 cm
Legs Gustave Revilliod, 1890 – Inv. AR 909
Collection Musée Ariana, Genève
Photo Mauro Magliani & Barbara Piovan

Für die Zeit bis 1850 gibt es Belege für mindestens zehn handwerklich
arbeitende Hafnereien
.

Über mehrere Generationen tätige Hafner, darunter die berühmte Familie Herrmann, entwickelten ein handwerkliches Können, für das der Begriff «Langnauer Stil»
geprägt wurde. Daniel Herrmann (1736-1798) übernahm stilistische Elemente der Frischingschen Fayencemanufaktur, der er eine Zeit lang als Direktor vorstand.
Die Malhorndekoration wurde auf weissem Grund aufgetragen, anschliessend mit
Ritz- und Springfederdekor kombiniert und schliesslich mit einer leicht grünlichen Glasur überzogen. Die meisten Teller sind zudem mit Sprüchen versehen.

Nebst Tellern und Platten wurden auch mindestens 250 weitere Arten von Gebrauchsgegenständen registriert, darunter zahlreiche Terrinen mit unterschiedlichen Formen.

Beiträge zum Thema Langnauer Keramik in der Presse:

Berner Zeitung

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-dynastie-herrmann/story/24930623

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/in-langnau-ist-die-welt-anders/story/14519499

Heimberg und «Heimberger Art»

Ende des 18. Jahrhunderts befand sich das grösste Töpfereizentrum des Kantons Bern in der Region Heimberg. Um 1850 wurden in der Gegend von Heimberg bis zu 80 Töpfereien gezählt, in denen auch Gesellen und Ausmacherinnen (Keramikmalerinnen) beschäftigt waren.

Teller Heimberg Bern 1793 datiert

« Plat à rösti » « À la manière de Heimberg » (Berne), daté 1793
Terre cuite, engobes sous glaçure D. 28,4 cm
Don d’Alfred Dumont, 1894 – Inv. R 195
Collection Musée Ariana, Genève
Photo Mauro Magliani & Barbara Piovan 14

Zu den besonderen Merkmalen der Heimberger Produktion gehört, dass die Verzierungen mit dem Malhörnchen auf eine schwarzbraune Grundengobe aufgetragen wurden.
Die tiefen, als «Röstiplatten» bekannten Servierteller besitzen meistens einen charakteristisch abgeschrägten Rand. Nach heutigen Erkenntnissen beschränkt sich dieser Keramiktyp jedoch nicht auf das Heimberger Töpfereizentrum: Ähnliche Gegenstände wurden auch in Berneck im Rheintal hergestellt.
Dort, wo Stempel oder Markierungen zur Identifizierung des Hafners oder des Produktionsstandorts fehlen, ist deshalb vorsichtshalber der Begriff «Heimberger Art» zu verwenden.

Quelle: Presse Info Deutsch

Mehr Bildmaterial zur Ausstellung als PDF:

http://institutions.ville-geneve.ch/fileadmin/user_upload/ariana/documents/Expositions/DE_Visuels_Ariana_Schnaps_Roesti.pdf

Literatur:

Begleitend zu dieser Ausstellung entstanden mit der Unterstützung von Experten beider Fachgebiete zwei grössere Veröffentlichungen in deutscher und französischer Sprache.

Andreas Heege, Andreas Kistler, Isabelle Naef Galuba
Poteries décorées de Suisse alémanique, 17e-19e siècles
Deutsch und Französisch

Heege Kistler Poteries décorées de Suisse alémanique musee ariana

Collections du Musée Ariana à Genève
bilingue français-allemand
5 Continents
ISBN 978-88-7439-769-3
Avec le soutien de la Ceramica Stiftung et la Fondation Amaverunt

CHF 85.-

Heinz Horat, Stanislas Anthonioz
Verre émaillé en Suisse, 18e-19e siècles
Deutsch und Französisch

Heinz Horat Stanislas Anthonioz Verre émaillé en Suisse musee ariana

Collections du Musée Ariana à Genève
bilingue français-allemand
5 Continents
ISBN 978-88-7439-768-6
Avec le soutien de la Fondation Amaverunt

CHF 65.-

CHF 135.- Prix spécial pour l’achat des 2 volumes „Poteries décorées de Suisse alémanique, 17e – 19e siècles“ et „Verre émaillé en Suisse, XVIIIe-XIXe siècles“

Bestellung – per mail

ariana@ville-ge.ch

 

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Straßburger-Fayence-Jagdhund-Paul-Hannong-um-1750-DEtail

Straßburger Fayence Jagdhund um 1750

Straßburger Jagdhund aus der Periode Paul Hannong  um 1750
in bunter Muffelmalerei auf sogenanntem „Lebkuchensockel“:

Straßburger Jagdhund Paul Hannong um 1750

Straßburger Jagdhund in bunter Muffelmalerei, Paul Hannong um 1750, H. 14 cm

Straßburger Fayence Jagd Hund Paul Hannong um 1750

Vergleichsstück in den staatlichen Museen zu Berlin Abteilung Kunstgewerbe:

Tafelaufsatz mit Wildschweinjagd Straßburg um 1750 Staatliche Museen zu Berlin

Fayence Symposium 2016
3. Expertentagung auf Gut Hohen Luckow

Fayencen im Interieur des 18. Jahrhunderts
Von Wildschweinen, Wachteln und Kohlköpfen
Fayence für die gedeckte Tafel
an Beispielen aus dem Berliner Kunstgewerbemuseum
Staatliche Museen zu Berlin

Im Mittelpunkt der Betrachtung steht ein zehnteiliger Tafelaufsatz mit Darstellung einer Wildschweinjagd (Abb. siehe oben)

Er umfasst einen Jäger mit Büchse, einen Jagdhornbläser mit Hund, einzelne Hunde,
sowie Bache und Keiler und wurde zwischen 1750 und 1754 in der
Straßburger Fayencemanufaktur nach Modellen von Johann Wilhelm Lanz
gefertigt.

Weitelesen können Sie im Originalartikel link siehe unten

Quelle:
http://www.terrinensammlung.de/pdf/zusammenfassung2016.pdf

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Detail Friedberger Walzenkrug um 1760

Friedberger Walzenkrug um 1760

Friedberger Fayencewalzenkrug um 1760,
mit Manufakturmarke „CB“ unter Kurhut

Sehr schön ausgeführter Dekor in Scharffeuerfarben Blau, Gelb, Ocker, Grün und Mangan mit sogenanntem „Indianischem Blumensumpf“ mit blühenden Päonien und Papageien.

Friedberger Walzenkrug Fayence Blumenmotiv um 1760

Friedberger Fayencewalzenkrug um 1760, mit Manufakturmarke „CB“ unter Kurhut, H. 23 cm

Friedberger Fayence Walzenkrug um 1760 Glasurfleck mit Manufakturmarke „CB“ unter Kurhut

Friedberger Fayence Glasurfleck mit Manufakturmarke „CB“ unter Kurhut

Vergleichsstücke in der Literatur und im Museum:
Museum im Wittelsbacher Schloss der Stadt Friedberg / Bayern

Große Friedberger Fayence Platte 1754 - 1758 Museum Friedberg

Große Friedberger Fayence Platte Museum Wittelsbacher Schloss Inv. Nr. 796

 

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Ansbacher Jagdkrug um 1740 Detail

Ansbacher Jagdkrug Grüne Familie um 1740

Ansbacher Jagdkrug der „Grünen Familie“ um 1740 in Muffelfarben
Provenienz: Aus der Keramiksammlung des
Bayerischen Nationalmuseums München

Vorschau auf ein wunderschönes museales Stück aus unserem
Jubiläumskatalog 30 Jahre Fayence und Steinzeug im Rathaus München

Provenienz und Literatur:

Bayer Dr. Adolf Ansbacher Fayence Fabrik 1928 Jagdkrug

Bayer Dr. Adolf Ansbacher Fayence Fabrik 1928 Jagdkrug

Dr. Adolf Bayer Die Ansbacher Fayence-Fabriken 1928

Abb. 109 S. 115
Bayer, Dr. Adolf,
Die Ansbacher Fayence – Fabriken. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Keramik
1710 – 1839. Ansbach, C. Brügel & Sohn, 1928

Führungen zu der Sammlung Dr. Bayer:

WIR HABEN NOCH ALL(T)E TASSEN IM SCHRANK…

Renate Müller-Reuther
Eine spannende Reise zum Thema Porzellan und Fayencen in Ansbach

fuehr_porzellan2017_ansbach_museum

WIR HABEN NOCH ALL(T)E TASSEN IM SCHRANK...Residenz Ansbach 2017

WIR HABEN NOCH ALL(T)E TASSEN IM SCHRANK…Residenz Ansbach 2017

Residenz Ansbach
jeweils um 14 Uhr

Ostermontag, 17.04.2017
Muttertag, 14.05.2017

 

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Detail-Ansbacher-Karpfenteichplatte-der-Grünen-Familie-um-1735

Ansbacher Karpfenteichplatte um 1735

Ansbacher Fayence Karpfenteichplatte der „Grünen Familie“ um 1735
die Bemalung in Muffelfarben wird Johann Wolfgang Meyerhöffer zugeschrieben

Vorschau auf ein wunderschönes museales Stück aus unserem
Jubiläumskatalog 30 Jahre Fayence und Steinzeug im Rathaus München

Ansbacher Karpfenteichplatte Grünen Familie um 1735

Ansbacher Karpfenteichplatte der „Grünen Familie“ um 1735, die mit leuchtenden Muffel-
farben bemalt ist, die Bemalung wird Johann Wolfgang Meyerhöffer zugeschrieben, D. 33 cm
Abgebildet im Katalog Süddeutsche Fayencen, Sammlung Igo Levi, Luzern,

Rückseite Ansbacher Karpfenteichplatte der Grünen Familie um 1735

Rückseite Ansbacher Karpfenteichplatte der Grünen Familie um 1735

Abgebildet im Katalog Süddeutsche Fayencen, Sammlung Igo Levi, Luzern,
Weinmüller Titel und Tafel 7 – Auktion 81 April 1962 Katalog 89

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Nürnberg Fayence Anbetung der Hirten Kordenbusch Krug um 1745

Anbetung der Hirten | Nürnberger Fayence Krug

Nürnberger Fayence Birnkrug mit der Anbetung der Hirten
in blauer Scharffeuermalerei
aus der Kordenbusch Werkstatt
Provenienz: Sammlung Hans Cohn Los Angeles, USA

Nurnberg Faience Jug Kordenbusch ca. 1745 Nürnberg Fayence birnkrug Kordenbuschmarke - Blue K mark

Nürnberger Birnkrug anbetung der Hirten um 1745, Kordenbuschmarke, H. 30 cm

Birnförmig mit Godronierter Wandung  und Zopfhenkel. Im Deckel der Zinnmontierung
Medaillon mit Frauenbüste und Umschrift.
Auf dem unglasierten Boden Blaue Marke „K mit 3 Punkten“. Große hochovale Kartusche mit der „Anbetung der Hirten“.
Seitlich Blumen und Fiederblattranken.

Das Motiv geht zurück auf die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium
(Lk 2,8–20 EU), wo es heißt:

„In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade. Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ. So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.“

Literatur:
Seite 158/159

Bosch, Helmut: Deutsche Fayencekrüge des 17. und 18. Jahrhunderts. Sammlungen Hans Cohn, Los Angeles.

Bosch, Helmut: Deutsche Fayencekrüge des 17. und 18. Jahrhunderts. Sammlungen Hans Cohn, Los Angeles. Siegfried Kramarsky, New York.
Mainz: Von Zabern 1983.

proskau-walzenkrug-fayence-musikanten-um-1800

Proskau Fayence | Muffelmalerei

Fayence aus der Proskauer Manufaktur

gehörte früher zur Zierde barocker Tafeln und schmückten
herrschaftliche Wohnsitze.

proskau-fayence-terrine-um-1800

Bis heute wird oberschlesische Fayence aus Proskau und Glinitz
aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
zu hohen Preisen gehandelt.

proskauer-fayence-blumen-kruege-um-1800

Proskauer-Fayence-Blumen-Krüge-um-1800

Charakteristisch für die künstlerische Gestaltung ist die Proskauer Rose
in leuchtend roten Muffelfarben und sehr plastischer Malerei:

Galerie: Sammlung Peter Vogt Fayence und Steinzeug im Rathaus München

 

Literatur:
Renate Scholz, Humpen und Krüge: Trinkgefäße 16. bis 20. Jh.,

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. - 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz

Humpen und Krüge – Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert
Autor:  Renate Scholz
München, Keysersche Verlagsbuchhandlung, 1978


Die Geschichte der Fayenceherstellung mit dem Schwerpunkt Proskau ist für die Kunst, Kultur und Wirtschaft des 18. Jahrhunderts typisch und zugleich aussagekräftig.
Preußens König Friedrich II, genannt der Große, handelte nach merkantilistischen Prinzipien. Vor allem durch massive Staatseingriffe, die Förderung des Exports und die Einschränkung des Imports wurde versucht, die nationale Wirtschaftskraft zu steigern.
So veranlasste er Graf Leopold von Proskau 1763 eine Fayencefabrik zu gründen. Aufgrund der günstigen geographischen Gegebenheiten des oberschlesischen Proskau (heute Prószków in der Wojewodschaft Oppeln) eignete sich dieses Dorf besonders gut für einen keramischen Betrieb. Mehrere Tonlager, große Wälder und das Wasser der Proska schufen gute Voraussetzungen für den Manufakturbetrieb. Die ersten Arbeiter in Proskau wurden aus der Fayence-Manufaktur im mährischen Holitsch sowie von der Straßburger Manufaktur Paul und Josef Hannongs angeworben. Somit prägen fremde Einflüsse die ersten Produktionen. Als Graf Leopold nur sechs Jahre nach der Gründung kinderlos starb, endete diese erste Produktionsphase.

Fayence_SpardoseDie Proskauer Manufaktur gelangte dann in den Besitz der Familie von Dietrichstein. Unter deren Führung kam es ab 1770 zu einer neuen Blüte. Die Palette der Erzeugnisse wurde wesentlich vergrößert und bis zu 44 Arbeiter fanden Beschäftigung. Diese relative Größe schuf jedoch keine Konkurrenz zu den damals großen Porzellanfabriken. In Meissen beispielsweise gab es zeitgleich bereits knapp 600 Beschäftigte.
Zahlreiche Angestellte kamen aus Mähren, was die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Regionen förderte. Während dieser Epoche entstand der größte Teil der figürlichen Objekte. Zu den mit bunten Muffelfarben bemalten Geschirren kommen nun auch plastische florale Elemente etwa als Henkel oder Knauf. Es entstehen Pastetendosen, Terrinen und Kannen in Form von Obst, Gemüse und Tieren, etwa Rebhühner, Enten oder Papageien als dekorative Elemente einer festlich gedeckten Tafel. Aber auch mythologische und religiöse Motive sowie Genreszenen schmückten nun die Fayencen. Die Proskauer Erzeugnisse erlangten nun auch außerhalb Schlesiens große Popularität. Das änderte freilich nichts an einer finanziell desolaten Lage, derentwegen die Manufaktur 1783 an den preußischen Staat verkauft wurde. Das leitete das Ende der zweiten Produktionsphase ein. Zunächst wurde eine der damals üblichen Lotterien veranstaltet. Waren, die sich über Jahre in den Magazinen gesammelt hatten, wurden verkauft und so die finanzielle Lage etwas aufgebessert. Der erhoffte Aufschwung blieb jedoch aus. Dies ist vor allem auf personelle Probleme zurückzuführen, denn zwei der wichtigsten Fachleute wechselten in die Manufaktur nach Holitsch.

Fayence_TerrineIn der Umbruchszeit 1788, also zwei Jahre nach dem Tod König Friedrich II. und ein Jahr vor der französischen Revolution, gab es in Proskau einen erneuten Führungswechsel und damit eine grundlegende Umstrukturierung. Von nun an wurde vor allem Steingut hergestellt, was die Produktionskosten erheblich senkte. Der ehemalige Direktor der Königlichen Zeichenschule in Breslau, Karl Daniel Friedrich Bach (1768-1829), wurde 1793 zum künstlerischen Kurator berufen. Er führte neoklassische Dekormotive ein und ließ Gefäße nach antiken Vorbildern fertigen.

Fayence_Papagei
Alle diese Maßnahmen und selbst drei weitere Führungswechsel konnten den Niedergang der Manufaktur nicht mehr verhindern. Die Fayence war einfach nicht mehr zeitgemäß und die Konkurrenz des Porzellans wuchs übermächtig. Mit den preußischen Reformgesetzen wurde 1810 die Gewerbefreiheit eingeführt. Doch noch kam sowohl Meissen als auch der Königlichen Porzellan Manufaktur (KPM) in Berlin eine monopolartige Stellung zu. Die Kenntnisse zur Porzellanherstellung waren erst zur Mitte des neuen Jahrhunderts so allgemein, dass Porzellane sehr erfolgreich auch in Schlesien hergestellt wurden. Dazu trugen im niederschlesischen Waldenburg samt Umfeld besonders die Betriebe von Carl Krister (1802-1869) und ab 1845 von Carl Tielsch (1815-1882) in Altwasser bei. Über mehrere Jahre waren diese schlesischen Porzellanfabriken später die größten im Deutschen Reich. Weitere Fabriken entstanden auch im Laufe der Jahre von Kattowitz (Giesche) über Tillowitz (Kreis Falkenberg, R. Schlegelmilch), Königszelt (A. Rappsilber) bis nach Tiefenfurt (Donath, Steinmann, Tuppack). Schon 1855 war in Preußen knapp die Hälfte aller Beschäftigten dieses Industriezweigs in Schlesien beschäftigt.
Ein Brand in der Proskauer Schlämmhalle wurde 1853 jedenfalls zum Anlass genommen, die Produktion endgültig einzustellen.

Fayence_Schale
Die Arten von Ton, die in Proskau verwendet wurden, ergaben einen grau-weißen, weiß-gelben oder orange-gelben Scherben. Bemalt wurde dieser dann vor allem mit Muffelfarben. Unterscheiden lassen sich die Erzeugnisse der drei Fabrikationsphasen fast ausschließlich anhand der Marken. Fayencen der ersten Epoche wurden mit einem in Kursivschrift und Mangan geschriebenen Buchstabe „P“ markiert. In der zweiten Phase kam noch ein „D“ für Dietrichstein vor das „P“. In der dritten Phase wurde wieder mit „P“ in Mangan oder Kobalt signiert, bzw. das Steingut mit „PROSKAU“ oder „PR“ gestempelt. Die unter der Marke aufgetragenen Striche, Punkte oder andere Zeichen wiesen den Maler, Brenner, Former oder eine andere für die Fabrikleitung wissenswerte Information aus. Zahlen über der Marke geben vermutlich die Servicenummern an.

Fayence_Mann
Die Ausstellung wird neben Proskauer Fayencen auch Erzeugnisse aus der nahe Proskau gelegenen Manufaktur in Glinitz (heute Glinica in der Wojwodschaft Schlesien) und der von Carl von Dietrichstein gegründeten Manufaktur in Mährisch-Weißkirchen (heute Hranice na Morave in Tschechien) zeigen. So soll eine Einordnung der Proskauer Fayence in einen größeren familiären, geographischen und auch politischen Zusammenhang ermöglicht werden. Zusätzlich zu den eigentlichen Fayencen möchte das Oberschlesische Landesmuseum den Besuchern einige allgemeine Informationen zu Geschichte und Technik der Fayence nahe bringen.
CD_Proskau

Der digitale Katalog „Glanzpunkte schlesischer Keramik.
Fayencen aus Proskau und Gliniz in Museen und Sammlungen.“ zu Beständen Proskauer Fayencen in Museen und Privatsammlungen sowie zu Angeboten des Kunsthandels ist im Museumsshop für 19,80 Euro unter der Rubrik „Schriften der Stiftung“ erhältlich.

Quelle:
http://www.oberschlesisches-landesmuseum.de/pl/2012-03-14-09-03-18/archiwum/2009-2010/47-07-11-2010-06-02-2011-glanzst%C3%BCcke-schlesischer-keramik-proskauer-fayencen.html