Schlagwort-Archiv: 19. Jhd

Schnaps&rösti_Ariana Genf

Musee Ariana Genf

Musee Ariana
„Schnaps et rösti“

Emailliertes Glas und Töpferware aus der Schweiz,
17. bis 19. Jahrhundert
9. Juni 2017 bis 18. Februar 2018

Röstiplatten und Terrinen aus Irdenware mit Engobedekor unter Glasur treffen auf
Schnapsflaschen
und Trinkbecher aus weissem oder farbigem Glas, die mit
polychromer Emailmalerei verziert sind.

Emailbemaltes «Flühli-Glas» wurde hauptsächlich zwischen 1720 und 1820 hergestellt.

Die bekanntesten Töpfereien befanden sich in Langnau, Blankenburg, Bäriswil
und Heimberg.

Die Exponate unterscheiden sich zwar im Hinblick auf Technik und Form, treten aber über die ikonografischen Motive miteinander in Resonanz. Blumen und Tiere, Wappendarstellungen und Genrefiguren zieren die naive Bauernkeramik. Oftmals ergänzen Sprüche mit religiösem, patriotischem oder amourösem Inhalt das Dekor und liefern Einblicke in das Alltagsleben im Bernbiet und im Entlebuch.

Langnau 1779 – Sammlung Musee Ariana Genf

Die Sammlung des Musée Ariana beherbergt einen bedeutenden
Korpus mit an die 200 Schweizer Keramikobjekten.

Sie decken einen grossen Zeitraum ab: von 1680 bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Mit Ausnahme einiger Anschaffungen, die im Laufe der Zeit getätigt wurden, gelangten die meisten Stücke – teilweise erst im Zusammenhang mit dem Aufbau dieser Ausstellung – über Schenkungen und Legate in den Besitz des Museums.

SCHWEIZER TÖPFERWARE

Die grundsätzlich gleichbleibende Töpfereitechnik besteht darin, den Ton nach dem Drehen, Formen und Trocknen mit einer hellbeigen oder dunkelbraunen Grundengobe zu überziehen. Engoben bestehen aus naturbelassenem oder mit Metalloxiden eingefärbtem flüssigem Tonschlicker. In einem nächsten Schritt wird der Gegenstand mit einem Pinsel oder einem Malhörnchen – einer Art birnenförmigen, mit Engobe gefüllten Pipette verziert; zusätzlich zur Emailbemalung werden manchmal Springfeder – oder Ritzdekore angebracht. Schliesslich wird der Gegenstand mit Email überzogen und im Holzofen gebrannt. Der Brennvorgang bringt die kräftigen Engobefarben unter der durchsichtigen, glänzenden Glasur voll zur Geltung.

Zwar wurden Töpfereien nachweislich auch in mehreren anderen Schweizer Gegenden betrieben, doch die wichtigsten Produktionsstätten lagen im Kanton Bern:
die Werkstatt von Abraham Marti in Blankenburg sowie die Zentren in Langnau, Heimberg, Bäriswil und Steffisburg

Die Hafnerei Abraham Marti in Blankenburg (Simmental)

Teller Abraham Marti Blankenburg dat 1758

Plat Abraham Marti, Blankenbourg (Simmental, Berne), daté 1758
Terre cuite, engobes sous glaçure D. 59 cm
Legs Gustave Revilliod, 1890 – Inv. AR 932
Collection Musée Ariana, Genève
Photo Mauro Magliani & Barbara Piovan

Abraham Marti findet erstmals 1748 als einziger Töpfer des Simmentals (Berner Oberland) Erwähnung. Von 1749 bis 1789 stellte er Keramikgeschirr, hauptsächlich Platten, aber auch Ofenkacheln her.

Mit ihrem Dekor auf hellem Hintergrund sind Abraham Martis flache Teller unverwechselbar. Das Profil der Teller weist zwar besonders bei grossformatigen Stücken häufig Unregelmässigkeiten auf, doch die Arbeiten Martis zählen wegen ihrer bemerkenswerten Dekorqualität zu den Glanzleistungen der Schweizer Töpferkunst.
Der grosse Wappenteller (s. Abb.) ist ein Meisterwerk dieser Kategorie.

Mit 19 Tellern und Platten besitzt das Musée Ariana eine der schweizweit grössten Sammlungen von Blankenburger Keramik.

Daniel Herrmann und die Langnauer Keramik

Ab dem 17. Jahrhundert entstanden in der Gemeinde Langnau im Emmental eine ganze
Reihe von Töpfereibetrieben.

Teller Langnau (Berne), dat 1779

Assiette Langnau (Berne), daté 1779
Terre cuite, engobes sous glaçure D. 30 cm
Legs Gustave Revilliod, 1890 – Inv. AR 909
Collection Musée Ariana, Genève
Photo Mauro Magliani & Barbara Piovan

Für die Zeit bis 1850 gibt es Belege für mindestens zehn handwerklich
arbeitende Hafnereien
.

Über mehrere Generationen tätige Hafner, darunter die berühmte Familie Herrmann, entwickelten ein handwerkliches Können, für das der Begriff «Langnauer Stil»
geprägt wurde. Daniel Herrmann (1736-1798) übernahm stilistische Elemente der Frischingschen Fayencemanufaktur, der er eine Zeit lang als Direktor vorstand.
Die Malhorndekoration wurde auf weissem Grund aufgetragen, anschliessend mit
Ritz- und Springfederdekor kombiniert und schliesslich mit einer leicht grünlichen Glasur überzogen. Die meisten Teller sind zudem mit Sprüchen versehen.

Nebst Tellern und Platten wurden auch mindestens 250 weitere Arten von Gebrauchsgegenständen registriert, darunter zahlreiche Terrinen mit unterschiedlichen Formen.

Beiträge zum Thema Langnauer Keramik in der Presse:

Berner Zeitung

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-dynastie-herrmann/story/24930623

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/in-langnau-ist-die-welt-anders/story/14519499

Heimberg und «Heimberger Art»

Ende des 18. Jahrhunderts befand sich das grösste Töpfereizentrum des Kantons Bern in der Region Heimberg. Um 1850 wurden in der Gegend von Heimberg bis zu 80 Töpfereien gezählt, in denen auch Gesellen und Ausmacherinnen (Keramikmalerinnen) beschäftigt waren.

Teller Heimberg Bern 1793 datiert

« Plat à rösti » « À la manière de Heimberg » (Berne), daté 1793
Terre cuite, engobes sous glaçure D. 28,4 cm
Don d’Alfred Dumont, 1894 – Inv. R 195
Collection Musée Ariana, Genève
Photo Mauro Magliani & Barbara Piovan 14

Zu den besonderen Merkmalen der Heimberger Produktion gehört, dass die Verzierungen mit dem Malhörnchen auf eine schwarzbraune Grundengobe aufgetragen wurden.
Die tiefen, als «Röstiplatten» bekannten Servierteller besitzen meistens einen charakteristisch abgeschrägten Rand. Nach heutigen Erkenntnissen beschränkt sich dieser Keramiktyp jedoch nicht auf das Heimberger Töpfereizentrum: Ähnliche Gegenstände wurden auch in Berneck im Rheintal hergestellt.
Dort, wo Stempel oder Markierungen zur Identifizierung des Hafners oder des Produktionsstandorts fehlen, ist deshalb vorsichtshalber der Begriff «Heimberger Art» zu verwenden.

Quelle: Presse Info Deutsch

Mehr Bildmaterial zur Ausstellung als PDF:

http://institutions.ville-geneve.ch/fileadmin/user_upload/ariana/documents/Expositions/DE_Visuels_Ariana_Schnaps_Roesti.pdf

Literatur:

Begleitend zu dieser Ausstellung entstanden mit der Unterstützung von Experten beider Fachgebiete zwei grössere Veröffentlichungen in deutscher und französischer Sprache.

Andreas Heege, Andreas Kistler, Isabelle Naef Galuba
Poteries décorées de Suisse alémanique, 17e-19e siècles
Deutsch und Französisch

Heege Kistler Poteries décorées de Suisse alémanique musee ariana

Collections du Musée Ariana à Genève
bilingue français-allemand
5 Continents
ISBN 978-88-7439-769-3
Avec le soutien de la Ceramica Stiftung et la Fondation Amaverunt

CHF 85.-

Heinz Horat, Stanislas Anthonioz
Verre émaillé en Suisse, 18e-19e siècles
Deutsch und Französisch

Heinz Horat Stanislas Anthonioz Verre émaillé en Suisse musee ariana

Collections du Musée Ariana à Genève
bilingue français-allemand
5 Continents
ISBN 978-88-7439-768-6
Avec le soutien de la Fondation Amaverunt

CHF 65.-

CHF 135.- Prix spécial pour l’achat des 2 volumes „Poteries décorées de Suisse alémanique, 17e – 19e siècles“ et „Verre émaillé en Suisse, XVIIIe-XIXe siècles“

Bestellung – per mail

ariana@ville-ge.ch

 

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pewter-modern-tablescape-inspired-by-david-hicks

Modern Pewter Tablescape

Zinn modern und elegant –
heute ebenso wie in vergangenen Epochen

Es kommt nur auf eine kreative Präsentation der geliebten Sammelstücke an.
Und das funktioniert auch in modern eingerichteten Wohnungen.

Als Gestalterischer Kontrapunkt:
„Die mit den Werten vergangener Jahrhunderte beseelten  Kunstgegenstände
für den Alltagsgebrauch von besser gestellten Bürgern einer Region“
So kann auch die Herkunft der eigenen Famile eine Leitlinie für das Sammlen sein.
Kleinere Gegenstände ziehen auch in unsere sehr „mobilen“ Zeit leichter um
als antike Möbel.

Inspiration dafür habe ich mir bei Decorator Legende David Hicks geholt.

Eine Landschaft auf einem Tisch kann viele Themen repräsentieren und so in
Resonanz
mit dem Sammler und seiner Leidenschaft für die einzelnen Objekte gehen.

Ich habe mit verschiedenen Hintergründen experimentiert und mich letztlich für die Variante 2 entschieden, die am besten mit die Farben von Lavendel und Salbei als lebendiger Kontrast zum matt eleganten Zinn harmoniert. Lavendel und Salbei duften intensiv und so bekommt das Arrangement noch eine dritte Dimension für die Sinne.

Hier ist gute Zusammenfassung zu finden nach welchen Kriterien David Hicks
seine tablescapes zusammengestellt hat.

Tablescapes are a great way to show off your most cherished items or collections.
Be it art, books, family heirlooms, or vacation souvenirs – tablescapes are just a pleasing arrangement of objects. But lets be clear.
Not just any haphazard arrangement thrown on a table counts as a tablescape…
According to the late David Hicks, the master of the tablescape,
„It isn’t a matter of just connecting miscellaneous objects on a table.
Each object must be of first-rate quality in itself; otherwise it doesn’t really work“
.

Here are a few key factors to take into consideration when arranging a tablescape.
Hicks said it best, „What is important is not how valuable or inexpensive your objects are, but the care and feeling with which you arrange them.”

  • There is a finite amount of space on a tabletop, so editing your arrangement is essential.
  • Don’t forget to consider the size and scale of your table surface when selecting items.
  • Odd numbers are more appealing to the eye than even numbers. When grouping things together, groupings of 3, 5, 7 or 9 tend to be more visually pleasing.
  • Focus on an item in the foreground and then arrange the other items behind it to give it depth. Just like an artist arranges a still life to paint, one should remember to use objects to create a foreground, middle-ground, and background.
  • It’s also important to add height. A tall lamp, vase, candlestick, or branch easily gives dimension.
  • Larger items lend more of an impact than smaller items.
    That said, don’t avoid the use a small objects, just be aware that you need to design with them in mind so they don’t get lost or make your arrangement look cluttered. This can easily be achieved by grouping them together so they look like a collection or giving them a pedestal so they stand out.
  • Stacked books are a great way to elevate items or display smaller items to create a focal point.
  • When incorporating color, limit your color palette to just a few colors to keep things harmonious. You can also group dissimilar items together by color to create a more coordinated look.

Quelle: http://www.apartmenttherapy.com/how-to-master-t-95927

 

 

 

Cantagalli Seepferdchen Majolika Schale um 1900

Cantagalli Majolika Schale

Ulisse Cantagalli (1839-1901)
Majolika Manufaktur Florenz

Die Firma Cantagalli obwohl bereits 1494 gegründet, erlangte erst zur Zeit des Historismus im 19. Jahrhundert unter Ulisse Cantagalli Berühmtheit. Bezüglich Ausgestaltung und Dekor orientierte man sich an Majolika aus der Renaissance und dem Barock.

Cantagalli Majolika lässt sich sehr gut an der Marke mit dem Hahn erkennen:

Marke Cantagalli Majolika Hahn

Marke Cantagalli Majolika Hahn

Schale mit stilisiertem Seepferdchen

Cantagalli Majolika Schale um 1900

Cantagalli Majolika Schale um 1900

Vergleichsstücke finden sich im Schloss Pillnitz:

Literatur:

Götter, Helden und Grotesken. Das goldene Zeitalter der Majolika. Richter, Rainer (Hg.): Verlag: München, Hirmer,, 2006

Götter, Helden und Grotesken. Das goldene Zeitalter der Majolika.
Richter, Rainer (Hg.):
Verlag: München, Hirmer,, 2006

 

Artikel dazu in der NZZ

Majolika in Schloss Pillnitz bei Dresden
Aus Farbe und Feuer
Die antiken Götter und strammen Nymphen, die auf die Majoliken der italienischen Renaissance gemalt sind, ergötzten schon Goethe. Ihm gemäss bezeugen diese Geschirre einen heiteren Genius, «der sich in Formen und Gestalten mit Beyhülfe der Elementar-Farben leicht und lustig zu ….
zum Weiterlesen oben auf den link klicken
Alte Bierkrüge Übersichtskatalog mit Bierkrügen Vogt Battenberg Verlag

Fachbuch | Alte Bierkrüge

Alte Bierkrüge

Sammlerträume
Übersichtskatalog mit Bierkrügen aus fünf Jahrhunderten

Johannes Vogt (Autor), Peter Vogt (Autor)

Battenberg Gietl Verlag 2007

ISBN 978-3-86646-021-8
1. Auflage 2007
© 2007 Battenberg Verlag in der
H. Gietl Verlag & Publikationsservice GmbH •
Regenstauf

 

Das Buch ist beim Verlag nicht mehr erhältlich –
wir haben noch Restexemplare!

Preis 19,90 EUR inklusive Versand innerhalb Deutschland –
Schicken Sie uns einfach eine e-mail für die Bestellung

PDF mit Ausschnitten aus dem Buch vom Verlag:
Alte Bierkrüge: Sammlerträume Battenberg J.Vogt

Bierkrüge und Humpen aus fünf Jahrhunderten mit geschichtlichem Abriss, Überblick über Materialien und Besonderheiten, aktuelle Marktpreise und professionelle Bewertungen vom Fachmann.

Ob mit Bildnissen von Märchenkönigen, berühmten Männern und Frauen, Szenen aus dem Volksleben oder von idyllischen Landschaften, Bierkrüge sind seit jeher beliebte Souvenirs.
Ob aus Stein oder aus Glas, mit Zinndeckel oder ohne, es gibt sie in allen erdenklichen Variationen. Das rührt auch daher, dass dem Trinken und Zutrinken in der Gesellschaft seit jeher große Bedeutung beigemessen wird.

Im vorliegenden Werk stellen die Autoren die verschiedensten Krüge und Humpen aus fünf Jahrhunderten vor.

Dabei geben sie grundlegende Informationen zum Sammelgebiet an sich, zu den Materialien, aus denen die wertvollen Objekte gefertigt sind und einen reich illustrierten geschichtlichen Abriss, von der Renaissance zum Biedermeier, vom Historismus bis hin zum Jugendstil.

Sie widmen sich unter anderem den Besonderheiten von Reservistenkrügen, Studenten- und Zunftkrügen, Figurenkrügen und Brauereikrügen.
Im historisch gegliederten Katalogteil kommen vor allem auch Sammler auf ihre Kosten. Reich bebildert werden die einzelnen Krüge und Humpen beschrieben und mit aktuellen Marktpreisen bewertet.

Außerdem geben die Autoren Hilfen zur Beurteilung der Echtheit, der Sammelwürdigkeit und Tipps zum Aufbau einer Sammlung. Für kulturgeschichtlich Interessierte birgt das Werk viel Spannendes, sind die Bierkrüge mit ihren Abbildungen, kunstvollen Deckelfiguren und Reliefs doch auch Zeugnis der Lebensgewohnheiten vergangener Zeiten.

Johannes Vogt, geboren 1959, machte sich nach Abschluss seines Betriebswirtschaftsstudiums als Antiquitätenhändler im München selbstständig. Er hat bereits zahlreiche Titel zum Thema Alte Bierkrüge veröffentlicht. Im Jahre 1994 gründete Johannes Vogt ein auf historische Trinkgefäße spezialisiertes Auktionshaus und hat seitdem bereits über 10.000 Krüge versteigert.

Peter Vogt, geboren 1962, arbeitete zunächst bei Sotheby’s in München, New York und London. 1987 eröffnete er im Münchner Rathaus ein Antiquitätengeschäft mit Fayence- und Steinzeugkrügen. Seit 1990 gibt Peter Vogt einen jährlichen Verkaufskatalog mit dem Titel Fayence und Steinzeug aus vier Jahrhunderten heraus.