Kategorie-Archiv: Antique Ceramics

Heege Kistler Keramik aus Langnau 2017

Keramik aus Langnau

Tipp: Fachliteratur Neuerscheinung
Keramik aus Langnau: Zur Geschichte der
bedeutendsten Landhafnerei im Kanton Bern

BLICK INS BUCH

Andreas Heege, Andreas Kistler:

Schriften des Bernischen Historischen Museums, Band 13.

2 Halbbände, Format DIN A4, Halbleinen, zusammen 842 Seiten, 927 vierfarbige Abbildungen, Beilagen-DVD mit Gesamtverzeichnis aller Langnauer Keramik

ISBN 978-3-9524783-0-1

Link zum Bestellformular: Heege Kistler Keramik aus Langnau 2017

Link mit Inhaltsverzeichnis und Zusammenfassung:

oder hier als PDF  Keramik_aus_Langnau._Zur_Geschichte_Heege_Kistler

Vergleichstücke im Musée Ariana, Genf sowie aus der Berner Zeitung


Langnau im Emmental entwickelte sich im 18. Jahrhundert zu einem Zentrum für herausragende Keramikwaren. Zwischen 1672 und 1910 schufen in Langnau 56 Hafnermeister der Familie Herrmann die qualitativ höchststehende Keramik der Deutschschweiz.

Käse und Leinwand machten das Emmental im 18. Jahrhundert zum wirtschaftlich fortschrittlichsten Teil des Kantons Bern.
Die reichen und selbstbewussten Hofbesitzer zierten ihre Stuben nur zu gern mit den einfallsreich und individuell gestalteten Keramiken.

Bilder und Sprüche der Teller, Schüsseln und Terrinen wirken noch heute wie Illustrationen zu den Geschichten von Jeremias Gotthelf. Museen und Sammler der Schweiz, aber auch in Deutschland, England und Frankreich, wussten die ausserordentliche Qualität der Langnauer Keramik schon um 1900 sehr zu schätzen.

Sie stand damals, dank der Alpenromantik, dem frühen Tourismus und der beginnenden Volkskundeforschung in England, Deutschland und der Schweiz, stellvertretend für die künstlerische Leistungsfähigkeit der bodenständigen und urtümlichen Deutschschweiz.

Mehr als 2000 in Langnau hergestellte Gefässe und Ofenkacheln sind bis heute erhalten. Sie werden in diesem Buch erstmals vollständig dokumentiert. Die historisch-genealogischen Erkenntnisse zum Langnauer Hafnerhandwerk wurden durch archäologische Ausgrabungen massgeblich erweitert. Mehr als die Hälfte der Keramiken lässt sich einem historisch bekannten Hafner oder einer Werkstatt zuordnen. In Form und Dekor sind zwischen etwa 1760 und 1830 die Produkte der Hafnerwerkstatt Höheweg 1 unter Daniel Herrmann (1736–1798) und seinen Söhnen führend.

Die dokumentierten Keramiken liefern einen eindrucksvollen Querschnitt der Entwicklung bernischen Haushaltsgeschirrs. Das Formenspektrum ist mit mehr als 250 Varianten erstaunlich gross und allen Bedürfnissen ländlicher Haushalte angepasst. Beliefert wurde das Land rund um den Napf, im luzernischen Entlebuch und im bernischen Oberaargau.

Die Berner Zeitung hat eine Artikelreihe zum Thema veröffentlicht:

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/in-langnau-ist-die-welt-anders/story/14519499

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-dynastie-herrmann/story/24930623

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/eine-versteckte-botschaft/story/20073446

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/ein-brunnen-fuer-das-buffet/story/31238144

https://www.bernerzeitung.ch/recherche/Das-Schreibgeschirr-des-HHM/story/12045434

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-schoenen-emmentalerinnen/story/11444228

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-herren-der-schoepfung/story/28041968


Und noch ein Podcast von Neo 1 zum Nachhören

http://www.neo1.ch/programm/aktuell/550-jahre-marktrecht-langnau.html

 

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Albarello Pesaro Italien Ignazio Callegari um 1750

Albarello Pesaro um 1750

Die Sonnenblumen passen perfekt zum Decor des Albarello aus Pesaro aus der
Manufaktur von Ignazio Callegari
gefertigt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Albarello Pesaro Fabbrica di Ignazio Callegari um 1750

Albarello Pesaro Fabbrica di Ignazio Callegari um 1750

Detail Albarello Pesaro Fabbrica di Ignazio Callegari um 1750

Detail Albarello Pesaro Fabbrica di Ignazio Callegari um 1750

Raus aus der Vitrine gut geschützt mit einem Kunststoffeinsatz um
das Eindringen von Feuchigkeit in die Fayence zu verhindern.
(Geprüft und für gut befunden vom Schwäbischen Hausfrauen TÜV 🙂

So kann ich den wundervollen Gefäße auch im Alltag Raum geben.

Nachfolgend noch mehr Beispiele als Inspiration!

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Lötscher Keramik Rätisches Museum Chur

Lötscher Keramik Projekt

Die Hafner Lötscher in St. Antönien.

Zur bedeutenden Keramikproduktion des 19. Jahrhunderts
in einer Walsersiedlung des Prättigaus

Lötscher-Keramik-Projekt gestartet!

Video Beitrag von „Südostschweiz“ über das Projekt:

https://www.suedostschweiz.ch/unterhaltung/videos/2017-07-26/loetscher-keramik-in-st-antoenien

Bildquelle: Kultur Gruppe St. Antönien

Graubünden ist kein Land der Hafner oder Töpfer.
Das im Jahr 2000 erschienene Handbuch der Bündner Geschichte widmet dem Keramikhandwerk in Graubünden und der Familie Lötscher aus St. Antönien
im Speziellen nur einen einzigen Satz.

Und doch gab es in der Walsersiedlung St. Antönien im Prättigau im 19. Jahrhundert
eine wichtige Produktion von Geschirrkeramik und Kachelöfen
. Für Graubünden war die während fünf Generationen betriebene Werkstatt Lötscher in der Neuzeit sicher der bedeutendste Hafnereibetrieb was Qualität, Funktionalität und Schönheit der Produkte anbelangt.

Andreas_Lötscher_1787–1852 Keramik St. Antönien

Wandbrunnen bemalt von Peter oder Andreas Lötscher d.Ä., 1816

Eine umfassende Studie zur Hafnerdynastie Lötscher fehlt bis heute. Über hundert Jahre nach dem Ende der Hafnereitradition ist es dringend an der Zeit sich ans Werk zu machen.

Das geplante Projekt will erstmals die Geschichte der Hafner von St. Antönien auf der Basis historischer und musealer Quellen umfassend erarbeiten. Zugleich soll ein Gesamtkatalog aller Keramiken und Kachelöfen der fünf Hafnergenerationen erstellt werden. Die Ergebnisse werden in Buchform veröffentlicht und im Rahmen einer Sonderausstellung des Rätischen Museums Chur ab April 2019 präsentiert.

Helfen Sie mit!

Meldungen von Lötscher-Keramiken und Kachelöfen an:
roth-heege@bluewin.ch, 079 702 7343, 041 710 3069.
Die Meldungen werden vertraulich behandelt.

Projektleitung: Dr. Andreas Heege, 6300 Zug, Im Rötel 3

Mit finanzieller Unterstützung der Stiftung des Rätischen Museums Chur, der Kulturförderung Graubünden, der Anny-Casti-Sprecher-Stiftung, der Ernst-Göhner-Stiftung, der Stiftung Stavros S. Niarchos, der Gemeinde Luzein, der Gemeinde Klosters-Serneus und des Heimatmuseums Prättigau, Grüsch.

Projektpartner: Kulturgruppe St. Antönien/Museum im Postchäller, Rätisches Museum Chur, Archäologischer Dienst des Kantons Graubünden, Schweizerisches Nationalmuseum, Zürich.

Links:

Radio Beiträge zum Thema:

Aktueller Artikel des Projektleiters zur Hafnereigeschichte von St. Antönien:

https://de.wikipedia.org/wiki/St._Ant%C3%B6nien-Keramik

Flyer zum Thema:

Die_Hafner_Loetscher_in_St._Antoenien_Andreas_Heege

direkt als PDF download oder über nachfolgenden link aufrufen auf academia.eu :

http://www.academia.edu/22646823/Die_Hafner_L%C3%B6tscher_in_St._Ant%C3%B6nien._Zur_bedeutenden_Keramikproduktion_des_19._Jhs._in_einer_Walsersiedlung_des_Pr%C3%A4ttigaus

 

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Detail Nymphenburger Porzellankrug um 1800

Nymphenburg Porzellankrug um 1800

Nymphenburger Porzellankrug mit Monogramm um 1800

Beliebt als Verlobungs- oder Hochzeitsgeschenk mit persönlichem Bezug.
Der goldene Buchstabe ist mit fein gemalten Blumengirlanden umrahmt.
Über der Mitte schwebender Blumenkranz, der auf allen Vergleichsstücken in
dieser Form zu finden ist.

Nymphenburger Porzellankrug um 1800

Nymphenburger Porzellankrug um 1800, auf dem Boden Preßmarke Rautenschild, H. 16 c

Vergleichsstücke in der Literatur:

2 Schokoladentassen mit Deckel aus der Sammlung Bäuml im Marstall Museum des Nymphenburger Schlosses.

„Die Sammlung repräsentiert den weltgrößten Bestand an Nymphenburger Porzellan aus nahezu 3 Jahrhunderten (18. Jh bis Anfang 20. Jh). Ein einzigarteiger Querschnitt durch die
künstlerische Entwicklung aller Epochen.der Nymphenburger Manufaktur“

Zitat:
Dr. Alfred Ziffer Nymphenburger Porzellan, Die Sammlumg Bäuml, Stuttgart, Arnoldsche 1997

Nymphenburger Porzellan Sammlung Bäuml Ziffer, Stuttgart Arnoldsche 1997 S. 221

Nymphenburger Porzellan Sammlung Bäuml Ziffer, Stuttgart Arnoldsche 1997 S. 221

Nymphenburger Porzellan Sammlung Bäuml Ziffer, Stuttgart Arnoldsche 1997

Nymphenburger Porzellan Sammlung Bäuml Ziffer, Stuttgart Arnoldsche 1997

Julius Böhler <München>   [Hrsg.]
Sammlung Frau Margarete Oppenheim: [Ausstellung vom 23. April bis 15. Mai 1936 ; Versteigerung am 18., 19., 20., u. 22. Mai 1936] — München, 1936

Sammlung Margarethe Oppenheim 997 Tafel 65 Nymphenburg Porzellan Walzenkrug 2. Hälfte 18. Jh

Sammlung Margarethe Oppenheim 997 Tafel 65 Nymphenburg Porzellan Walzenkrug 2. Hälfte 18. Jh

Sammlung Margarethe Oppenheim 997 Nymphenburg Porzellan Walzenkrug 2. Hälfte 18. Jh

Quelle: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/boehler1936_05_18/0104

 

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hafnerkeramik-winterthur-1720-datiert

Hafner Keramik

Hafnerkeramik als Haushaltsgeschirr hatte seine Blütezeit im 16. und 17. Jahrhundert.
Die Keramik wird bei recht niedrigen Temperaturen von 700 bis 800 ° C gebrannt

Hafnerkeramik wurde  innen mit einer durchsichtigen Bleiglasur versehen um den Scherben wasserundurchlässig zu machen. Es gab allerdings auch farbige Bleiglasuren in Braun, Gelb oder Grün.

Eine dottergelbe Farbe ist z.B. typisch für die Hafnerware aus Niederbayern dem Kröning, einem bewaldeten Höhenzug zwischen Landshut, Vilsbiburg und Dingolfing.
Exzellente Tonvorkommen lieferten den Kröninger Hafnern das Material für besonders feine Produkte.

Die große Dichte von Werkstätten insbesondere in der Blütezeit des 18. Jahrhunderts führte zum Vertrieb der Erzeugnisse in einem Umkreis von mehreren hundert Kilometern. Auf den Märkten auch der großen Städte nahmen die Kröninger Hafner eine führende Stellung ein. Verursacht durch eine Reihe von ungünstigen Entwicklungen verlor das Handwerk in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung und erlosch um das Jahr 1930.

Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%B6ninger_Hafnerkeramik

Aus Feuer und Erde Kröninger Keramik im Keramikland Niederbayern
Ein spannender Beitrag des Bayerischen Rundfunks über die Hafnerkeramik
aus der Region rund um den Kröning.
Zu finden über den obigen link in der BR Mediathek:

Museum:

Das Heimatmuseum Vilsbiburg kann durch seine Sammeltätigkeit und Ankaufspolitik sowie mit den durch eigenen Kräften ergrabenen und restaurierten Geschirrstücken aus Werkstattbruchgruben im Kröning und an der Bina auf einen Ausstellungsbestand
von etwa 900 Keramiken und ca. 100 Ofenkacheln und -teilen verweisen
.
Im Depot lagern weiter noch erhebliche Mengen von Keramiken.

Literatur:

die-hafner-auf-dem-kroening-und-an-der-bina-lambert-grasmann

Lambert Grasmann
Die Hafner auf dem Kröning und an der Bina

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Albarello Antwerpen 2. Hälfte 16. JH

Albarello | Apothekengefäß

Apothekengefäße aus unterschiedlichen Zeitaltern und Regionen sind ein interessantes Sammelgebiet.

Vergleichsstücke im Museum:

Deutsches Apothekenmuseum in Heidelberg

Die Sammlungen des Museums
Stand-, Aufbewahrungs- und Abgabegefäße:

In der Sammlung des Deutschen Apotheken-Museums bilden Standgefäße einen der Hauptschwerpunkte. Abgestimmt auf die unterschiedlichen Lagerungserfordernisse, waren im Verlauf der Jahrhunderte ganz unterschiedliche Materialien im Einsatz.
Trockene und luftig aufzubewahrende Stoffe wurden gerne in hölzernen Behältnissen bewahrt, flüssige und zähflüssige Bereitungen wurden häufig in Glasgefäßen, aber auch in glasierten Irdenwaregefäßen und später in Porzellan gelagert.
Die Sammlung umfasst italienische, spanische, französische, niederländische und deutsche Majoliken und Fayencen des 16.–18. Jh.

Sammlungen:
Die Firma La Roche in Basel/Schweiz besitzt eine wertvolle Sammlung von
etwa 400 Apothekengefäßen, die in verschiedenen Gebäuden in Basel und
in Grenzach in Vitrinen ausgestellt sind. Sie umfasst Stücke vom frühen
16. bis zum 19. Jahrhundert. Ein wissenschaftlicher Katalog erschließt
die Sammlung für die Forschung.

Apotheken-Keramik-Sammlung Roche: Schauvase aus Majolika, 48 cm hoch, aus Talavera (Spanien) um 1710

Literatur:

Apothekengefäße. Eine Geschichte der pharmazeutischen Keramik Drey, Rudolf E.A. Verlag: Callwey, München,, 1980 ISBN 10: 3766705334 / ISBN 13: 9783766705334

Apothekengefäße. Eine Geschichte der pharmazeutischen Keramik
Drey, Rudolf E.A. (Übersetzung ins Deutsche
Verlag: Callwey, München,, 1980

ISBN 10: 3766705334 / ISBN 13: 9783766705334

Originalausgabe:
Apothecary Jars. Pharmaceutical pottery and porcelain in Europe and the East 1150-1850. With a glossary of terms used in apothecary jar inscriptions.
Drey,Rudolf E.A.

german-stoneware-Apothekengefäß Westerwald um 1700 Fayence Steinzeug Vogt Rathaus München

Apothekengefäß um 1700

Westerwälder Apothekergefäß um 1700

Über 300 Jahre alt ist dieses Gefäß und immer noch modern!

This Westerwald antique ceramic saltglazed stoneware apothecary jar
is over 300 years old and still very modern.
Be inspired by the photos for your interior decoration project!

Spannende Hintergrundinformation zu Apothekengefäßen aus Westerwald in diesem
BLOG – Westerwaldkeramik

Vergleichsstück im Museum:

Keramik Museum Höhr-Grenzhausen

Ein Apothekergefäß von 1591

Inschrift:
„ch hab in meiner Apoteckn viel matern, die lieblich schmecken …“

Apotheker Gefäß Westerwald Jan Emens 1591 Quelle http://westerwaldkeramik.twoday.net/stories/5169462/

Apotheker Gefäß Westerwald Jan Emens 1591 Quelle: http://westerwaldkeramik.twoday.net/stories/5169462/

Literatur Quelle:

http://westerwaldkeramik.twoday.net/stories/5169462/

Aufwendig verzierte Apothekergefässe zählen heute zu weltweit gesuchten keramischen Raritäten. Sie standen ursprünglich als Schau- und Aufbewahrungsgefässe im Verkaufsbereich städtischer Apotheken und sollten dem Kunden einen positiven Eindruck von der Bonität und Seriosität des Unternehmens geben.

Solche Apothekengefässe, die in Italien (Albarello genannt)  entwickelt wurden, entstanden am Ende des 16. Jahrhunderts aus Steinzeug in Raeren, in der Folge aber auch im Westerwald.
Sie lassen sich auf die in Raeren bei Aachen ansässige Familie Mennicken zurückführen. Zu dieser Familie gehörte auch Jan Emens, einer der bedeutendsten Töpfer der Renaissance.

Mit dem Apothekengefäss von Jan Emens aus dem Jahre 1591 verfügt das Keramikmuseum Westerwald nicht nur über eine sehr kostbare Keramik aus der Hand dieses Raerener Meisters. Gleichzeitig belegt das Stück den kontinenteübergreifenden Austausch der Keramiker untereinander, dessen Wurzeln im Falle unseres Apothekergefässes im Persischen Reich liegen.

Im Vergleich zu der großen Fülle von Kannen, Krügen, Humpen und Trinkbechern sind Apothekergefäße aus Steinzeug wie dieses seltener bewahrt und vermutlich in nur geringerer Zahl hergestellt worden.

Der zylindrische Körper hat eine Höhe von 21,5 cm. Er ist zum einfach profilierten Fuß und zur fast horizontalen, ebenfalls durch Profilierungen abgesetzten Lippe leicht eingezogen und unten durch senkrechte Kannelüren sowie an seiner Schulter durch feinen Kerbschnittdekor gegliedert. Die Mitte des Gefäßkörpers nimmt eine Rollwerkkartusche mit einem horizontal gerahmten Feld für eine Beschriftung ein.
Die Beschriftung lautet: OF HI NIT IS VAN JUDAS GESLECHT 1591 [Ob er nicht aus Judas Geschlecht ist]. Kobaltoxid färbt den grauen Scherben blau.

Die am Ende des 16. Jahrhunderts von Italienern in Antwerpen hergestellten Fayencegefäße waren wahrscheinlich für viele Apotheker zu teuer, so dass dafür einheimische Produkte aus Ton oder Steinzeug einen Markt hatten. Vermutlich angeregt durch die weit verbreiteten Antwerpener Produkte beschäftigte man sich am Ende des 16. Jahrhunderts auch in Raeren mit der Herstellung solcher Apothekengefäße. Andere Orte mit Steinzeugproduktion wie Siegburg, Frechen, Köln und Creußen haben keine oder nur wenige Apothekengefäße angefertigt. Im Westerwald entstand eine Fabrikation von Apothekengefäßen, als Raerener Töpfer am Ende des 16. Jahrhunderts dorthin übersiedelten.

Während über Struktur, Entwicklung und tätige Künstler der Raerener Werkstätten wenig bekannt ist, sind die stilistischen Merkmale ihrer Erzeugnisse bekannt. In den zylindrischen Drogengefäßen nimmt Raeren den sogenannten Westerwaldstil vorweg: unser charakteristisch geformtes Stück besitzt geschuppte Schulter, blau ausgegründete Ornamentbordüren und eine aufgemodelte Rollwerkkartusche, deren Inschrift das Datum 1591 trägt. Den ältesten deutschen Apothekenfayencen aus Creußen gleich, führt auch dieses Steinzeuggefäß keine pharmazeutische Aufschrift.

Wie wir später sehen werden, ist die Beschriftung in platt-niederdeutscher oder platt-holländischer Sprache lesbar, hat allerdings zumindest keinen erkennbaren pharmazeutischen Bezug. Auch der tätige Künstler ist feststellbar, denn die Signatur des Stückes I E weist auf Jan Emens. Dieser Keramiker, der seine Produkte voller Stolz signierte, ist eine in Raeren herausragende Künstlerpersönlichkeit und zwar für Gefäßformen ebenso wie für Dekore.

Seinen mit Namenszeichen versehenen Krügen kommt wegen ihrer vollendeten Form und ihres Schmuckes wohl die größte Bedeutung zu. Jan Emens arbeitete schon im Jahre 1558 und wird noch 1591 genannt. Nachdem er gestorben und einige Meister der Familien Mennicken und Kalf nach dem Westerwald verzogen waren, hatte Jan Baldem (Mennicken) den größten und tätigsten Betrieb in Raeren. Von ihm kennen wir 1602-1605 datierte Stücke.
Es muss aber daran erinnert werden, dass die auf der Gefäßwandung angebrachten Daten nicht das Alter des Gefäßes, sondern die Herstellungszeit der Matrize und somit den terminus post quem angeben – als jenen Zeitpunkt, an dem das Gefäß frühestens entstanden ist. Es kann aber auch mit derselben Negativform noch Jahrzehnte später entstanden sein. Jan Baldem (Mennicken) machte sich von der an Reliefmatrizen gebundenen Form frei und bediente sich – wie im Westerwald seit Anfang des 17. Jahrhunderts üblich – der handgeschnittenen Rankornamente, die er auf die ganze Leibung der Gefäße verteilte.

Jan Emens hat um 1590 zum Belag seiner Apothekentöpfe eine Anzahl Zierschilder mit Rollwerkrahmen gestochen, die in der Regel Inschriften in seinen kennzeichnenden Kapitalbuchstaben enthalten. Die Rollwerkrahmen sind nach Stichen des Antwerpener Künstlers Jakob Floris angefertigt. Einige der häufigeren Sprüche lauten:

Tenor ich heb empor I E I590

Frauwe rechent noch nycht I E 1590

Waepen oever de moerrt I E M

Of hi nit en is van judas geslecht I E 1591

Dat was Dergen der mich verreit I E M 1591

Schoene Woerden sonder goenst is ein Art van Iuda Konst Y E M 1591

Wilt den Herren wt Lieffden met Loefsanck sengen und malkan dren vrintelick einen toe brengen I E 159

Irgendein Zusammenhang zwischen dem Wortlaut der Sprüche und dem Zweck der Gefäße ist bis jetzt nicht nachzuweisen. Die bislang bestehende Forschungsmeinung geht dahin, dass Jan Emens seinen Krügen mehr oder minder lange Sprüchlein gab, die, je wortreicher sie ausfielen, um so unverständlicher erscheinen. Der Schlüssel zu den heute für uns völlig unverständlichen Sinnsprüchen dürfte in der im Holland des ausgehenden 16. Jahrhunderts entwickelten Emblematik liegen. Dort sah man es als besondere intellektuelle Kunst an, durch Sinnsprüche und Bildworte den eigentlich zu gebenden Hinweis bis zur Unkenntnis zu verfremden – und damit Bildungsstand und Lebenserfahrung an den Tag zu legen. Andererseits konnte man somit Heilmittel für „peinliche“ Krankheiten, wie beispielsweise die Behandlung der weit verbreiteten Syphilis durch Quecksilber, dezent und nur für den Eingeweihten kenntlich machen. Gerade in der Sinnzuweisung der alleine in Raeren mehr als fünfhundert Inschriften auf reliefverziertem Steinzeug liegt sicher einer der Schlüssel zur vollständigen Erschließung der Gefäße selbst und ihres Funktionszusammenhangs im Sinne einer ganzheitlichen Erfassung einer der herausragenden kunsthandwerklichen Erzeugnisse der ausgehenden Renaissance.

Quelle: http://westerwaldkeramik.twoday.net/stories/5169462/

Cantagalli Seepferdchen Majolika Schale um 1900

Cantagalli Majolika Schale

Ulisse Cantagalli (1839-1901)
Majolika Manufaktur Florenz

Die Firma Cantagalli obwohl bereits 1494 gegründet, erlangte erst zur Zeit des Historismus im 19. Jahrhundert unter Ulisse Cantagalli Berühmtheit. Bezüglich Ausgestaltung und Dekor orientierte man sich an Majolika aus der Renaissance und dem Barock.

Cantagalli Majolika lässt sich sehr gut an der Marke mit dem Hahn erkennen:

Marke Cantagalli Majolika Hahn

Marke Cantagalli Majolika Hahn

Schale mit stilisiertem Seepferdchen

Cantagalli Majolika Schale um 1900

Cantagalli Majolika Schale um 1900

Vergleichsstücke finden sich im Schloss Pillnitz:

Literatur:

Götter, Helden und Grotesken. Das goldene Zeitalter der Majolika. Richter, Rainer (Hg.): Verlag: München, Hirmer,, 2006

Götter, Helden und Grotesken. Das goldene Zeitalter der Majolika.
Richter, Rainer (Hg.):
Verlag: München, Hirmer,, 2006

 

Artikel dazu in der NZZ

Majolika in Schloss Pillnitz bei Dresden
Aus Farbe und Feuer
Die antiken Götter und strammen Nymphen, die auf die Majoliken der italienischen Renaissance gemalt sind, ergötzten schon Goethe. Ihm gemäss bezeugen diese Geschirre einen heiteren Genius, «der sich in Formen und Gestalten mit Beyhülfe der Elementar-Farben leicht und lustig zu ….
zum Weiterlesen oben auf den link klicken
Majolika Papagei Porzellan Manufaktur Nymphenburg Botanischer Garten München

Nymphenburg | Majolika

Botanischer Garten München

Eine der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts war Joseph Wackerle. Ihm verdankt die Manufaktur unter anderem eine Serie prachtvoller Majolika-Vögel, die der Künstler 1910 zur Weltausstellung in Brüssel entwarf.

Die neuartige Ausführung dieser großen Papagei-, Ara- und Kakadu-Figuren knüpfte an die Gartenskulptur des 18. Jahrhunderts an.
Bis heute zieren die farbenfrohen Skulpturen die Schmuckhofanlage des botanischen Gartens in München.

Quelle: http://www.nymphenburg.com/de/produkte/majolika/voegel

Majolika Papagei Porzellan Manufaktur Nymphenburg Joseph Wackerle

Botanischer Garten München Papagei Nymphenburg Joseph Wackerle