Schlagwort-Archiv: Hausmaler

Arsenius Germain Tankard, Workshop Johann Kizberger, Wels, dat. ca. 1773

Hausmaler Arsenius Germain Wels

Arsenius Germain Hausmaler Walzenkrug,
Werkstatt Johann Kizberger, Wels,
tätig in den Jahren 1772/1773

Arsenius Germain entstammt einer lothringischen Fayenciersfamilie aus Lunéville, die 1743 nach Holitsch auswanderte, um in der dort von Franz Stephan von Lothringen neu gegründeten Fayence-Fabrik zu arbeiten. Nach Vollendung seiner Lehrzeit in Holitsch ging Arsenius Germain auf Gesellenwanderschaft. Sein Weg führte ihn vermutlich über Italien nach Wels in die Werkstatt von Johann Kitzberger, wo er in den Jahren 1772/73 arbeitete.

Möglichweise brachte Germain die Kunst der Rotmalerei (Dukatenrot) aus Holitsch in die Welser Werkstatt, die dadurch – abgesehen von einer niederösterreichischen Hafnergruppe – eine Sonderstellung innerhalb der österreichischen Keramikmanufakturen einnahm.
(Auszug aus: Hermann Langer, Österreichische Fayencen, Weltkunstverlag München 1988)

Vergleichsstücke in der Literatur:

Hermann Langer, Österreichische Fayencen, Weltkunstverlag München 1988
Hermann Langer, Österreichische Fayencen, Weltkunstverlag München 1988,

Kat. Nr. 170, 171, S. 57-58, 194-195

Hausmaler Krug | Johann A. Bechdolff

Schrezheimer Hausmalerkrug von Johann Andreas Bechdolff um 1790

Weiß glasierter Walzenkrug aus der Schrezheimer Manufaktur, der von dem Hausmaler Johann Andreas Bechdolff (1734 – 1807) in Ellwangen mit leuchtend bunten Muffelfarben bemalt wurde.
In purpur-violetter Rokokokartusche zwischen einer Palme und einem Tannenbaum steht der Heilige Xaver im Priestergewand. In der linken Hand hält er ein Kruzifix in der rechten Hand eine Muschel um ein indisches Kind zu taufen. Symbole des Wirkens des Heiligen Xaver. (s.u.) Darunter die schwarze Inschrift: „S. Xaverius“.

Franz Xaver ist nicht nur der Begründer der Jesuitenmission, sondern auch Vorreiter zeitgemäßer katholischer Mission: Am Beginn jeder Missionstätigkeit stand für ihn die Inkulturation – das Kennenlernen und Verstehen des Volkes, seiner Sprache, der Religionen und Riten. Zur Gewinnung neuer Christen war dann die Anpassung äußerlicher Formen an die Gebräuche und Gewohnheiten des Volkes zweckmäßig. 

Ikonografie

Quelle: Wikipedia Franz Xaver

Franz Xaver bei der Taufe. Relief in der Kirche St. Veit in Krumau

Franz Xaver wird in der Kleidung eines Priesters mit den ikonografischen Attributen Kreuz in der Hand, mit einem flammenden Herz, beim Predigen oder beim Taufen – manchmal mit einer Jakobsmuschel – oder auch mit einem Inder als Attribut dargestellt. Gekleidet ist er häufig ähnlich wie Johannes von Nepomuk, dem Brückenheiligen, mit einem langen oder halblangen schwarzen Mantel und einem weißen Chorhemd mit Spitzen und ist, auch wenn er auf Brücken aufgestellt wird, nicht mit diesem zu verwechseln. Quelle: Wikipedia Franz Xaver

Schrezheimer Walzenkrug Johann Andreas Bechdolff um 1790 - H. 22 cm

Schrezheimer Walzenkrug Johann Andreas Bechdolff um 1790 – H. 22 cm

Auf dem Boden Ritzmarke „4i“ (Erdner/Nagel, S. 51, Abb. 177) *

Ellwanger Zinnmontierung von dem Meister Alois Salver

Der Schmelzmaler Johann Andreas Bechdolff arbeitete von 1758 bis Ende 1761
in der Prahlschen Porzellanfabrik in Ellwangen. Am 16.12. 1761 ließ er sich von Bux, dem Inhaber der Schrezheimer Fayencemanufaktur abwerben. Bechdolff verpflichtete sich hierbei das Arkanum der Porzellanherstellung preiszugeben. Bereits nach 2 Jahren verließ er die Schrezheimer Manufaktur und machte sich im Jahre 1764 in Ellwangen als Schmelz- und Dosenmaler selbständig.

* Literaturquelle:

Hans Erdner und Gert K. Nagel: Die Fayencefabrik zu Schrezheim 1752 – 1865Hans Erdner und Gert K. Nagel: Die Fayencefabrik zu Schrezheim 1752 – 1865

Abbildung 112
Hans Erdner und Gert K. Nagel:
Die Fayencefabrik zu Schrezheim 1752 – 1865
Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Keramik

 

Vergleichsstücke im Fränkischen Museum Feuchtwangen:

Fränkisches Museum Feuchtwangen

Schrezheimer Hausmalerkrug um 1780 von Johann Andreas Bechdolff

Schrezheimer Hausmalerkrug um 1780 von Johann Andreas Bechdolff

Hausmaler Krug | Johann Schaper

Nürnberger Hausmalerkrug von Johann Schaper datiert 1670

Weiß glasierter Birnkrug aus der Delfter Manufaktur, der von Johann Schaper in Nürnberg
in sepiabrauner Schwarzlotmalerei dekoriert wurde.
Die Wandung ist mit einem umlaufenden, nach unten begrenzten Bildfries nach
2 Radierungen von Gabriel Perelle (1603 – 1677) bemalt.
Am Ufer eines Flusses mächtige Ruine einer Villa, die von Blattwerk überwuchert ist.
Vor italienischer Landschaft mit weiteren Gebäuden und Tieren ein vorüberschreitender Herr mit Kind.
Am unteren Bildrand, die aus der Farbe gekratzte Datierung 1670.

Nürnberger Hausmalerkrug von Johann Schaper 1670 datiert

Nürnberger Hausmalerkrug von Johann Schaper 1670 datiert H. 22 cm

 

Deckel Nürnberger Hausmalerkrug von Johann Schaper 1670 datiert - Kupfer feuervergoldet mit fein ziseliertem und graviertem Landschaftsdekor

Deckel Nürnberger Hausmalerkrug von Johann Schaper 1670 datiert – Kupfer feuervergoldet mit fein ziseliertem und graviertem Landschaftsdekor

Die vielseitig begabten Hausmaler waren Künstler in mehreren Handwerkszweigen:
So waren beispielsweise Johann Schaper und Abraham Helmhack aus Nürnberg sowie Ignaz Preissler aus Breslau gleichzeitig Glasmaler und für die Technik der Schwarzlotmalerei bekannt. Bartholomäus Seuter (1678–1754) aus Augsburg war gleichzeitig Kupferstecher und Modellschneider, Goldschmied und Seidenfärber.
Diese Vielseitigkeit ermöglichte es Ihnen sich nicht durch einen festen Vertrag an eine Manufaktur zu binden. Vielmehr führten sie selbständig in eigener Werkstatt Auftragsarbeiten durch.
Quelle Wikipedia

Der Hausmaler  Johann Schaper  wurde am 12. Juli 1635 in Harburg in der Nähe von Hamburg getauft. 1654 dürfte er sich auf Wanderschaft begeben haben und kommt über Prag und Augsburg am 23. August 1655 nach Nürnberg. Am 30. Januar 1658 erteilt der Nürnberger Rat Johann Schaper das Meisterrecht. Er übertrug als erster den Schwarzlotdekor auf Hohlglas und Fayence. Seine Technik der miniaturhaften Schwarzlotmalerei, verbunden mit feinster Nadelradierung sowie meisterliche Beherrschung der Perspektive wurde von keinem seiner Schüler erreicht. Im Februar 1670 stirbt Johann Schaper in Nürnberg.

Vergleichsstücke im Museum:

Metropolitan Museum New York

Johann Schaper Faience Jug ca. 1655 Metropolitan Museum http://www.metmuseum.org/art/collection/search/200894

Johann Schaper Faience Jug ca. 1655 Metropolitan Museum

Literaturquelle:

Abgebildet auf S. 132 und 133

Bosch, Helmut: Die Nürnberger Hausmaler. Emailfarbdekor auf Gläsern und Fayencen der Barockzeit. München: Klinkhardt & Biermann, 1984.

Bosch, Helmut:
Die Nürnberger Hausmaler. Emailfarbdekor auf Gläsern und Fayencen der Barockzeit.
München: Klinkhardt & Biermann, 1984.

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Süddeutsche Hausmalervase um 1700

Süddeutsche Hausmaler Vase

Seltene Süddeutsche Hausmaler Vase „Doppelkürbis“ um 1770

Süddeutsche Hausmalervase um 1700

Süddeutsche Hausmalervase um 1700, die mit leuchtenden Muffelfarben bemalt ist, H. 28 cm

Vergleichbare Stücke im Museum:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg


Neue Porzellanabteilung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, März 2006
Foto: Angela Franke

Die Fayence- und Porzellansammlung ist in drei großen Raumeinheiten ausgestellt, die durch moderne, gläserne Vitrinen in Kabinette gegliedert sind.
In der gegenüber liegenden Vitrine wird die große Produktpalette von Fayence deutlich, die von Humpen und Weinschenkkrügen bis hin zu Schreibzeugen und Duftvasen reichte. Als Beispiele für außerordentlich beliebte und modische Themen der Fayence- und Porzellanmalerei ist außerdem eine Vitrine den Darstellungen von Chinesen und der Chinoiserie gewidmet, eine zweite den beliebten Blumendekoren.

Neue Porzellanabteilung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, März 2006
Foto: Angela Franke

Fayencesammlung

Die Hamburger Fayencesammlung ist eine der bedeutendsten und umfangreichsten im deutschsprachigen Raum. Die ca. 500 ausgestellten Objekte aus über 60 Manufakturen trug zumeist bereits der Museumsgründer Justus Brinckmann zusammen. Der Besucher kann die Entwicklung der Keramikgattung Fayence von etwa 1630 bis 1790 nachvollziehen, gewinnt einen Eindruck von der einstigen Popularität und Verbreitung, die Formen- und Dekorvielfalt sowie das Können der Fayenciers in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Schweden und Dänemark, aber auch in Italien.

Die Ausstellung zeigt die Fayencen aus den einzelnen Manufakturen jeweils im Zusammenhang. Ihre Abfolge bestimmt in etwa das Gründungsdatum des Unternehmens.

Am Anfang der Ausstellung stehen Fayencen aus Antwerpen, Lissabon und Delft, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts mit dem Ziel gefertigt wurden, die viel bewunderten, nach Europa importierten chinesischen Porzellane nachzuahmen – in Europa konnte man Porzellan erst nach 1710 herstellen. Fayencen blieben lange Zeit die einzige Alternative zu den teuren ostasiatischen Geschirren, wenn man nicht Geschirre aus anderen Materialen, aus Holz, Zinn, Silber benutzte. Besonderer Wert wurde auf eine gleichmäßige weiße Glasur gelegt, auf die dann die fernöstlichen Dekore gemalt wurden, bevorzugt in Blau.

Durch auswandernde Delfter Handwerker verbreitete sich die Fayencetechnik auch in Deutschland – zuerst nach Hanau, Frankfurt am Main und Berlin. Lange ließen sich die dortigen Kunsthandwerker lvon den niederländischen Gefäßformen und Dekoren inspirieren. Die im ersten Raum ausgestellten Objekte demonstrieren aber auch, dass sich schnell regionale Eigenheiten entwickelten. Die Qualität wurde verbessert, neue Maltechniken erprobt und ein großes Repertoire an europäischen Themen aus dem Bereich der Bibel, der antiken Mythologie, aus der Geschichte sowie der Flora und der Ornamentik eingeführt.
In dieser Hinsicht war besonders das Schaffen der ab 1670 in häuslichen Familienbetrieben tätigen sogen. Hausmaler aufschlussreich, die glasierte unbemalte Fayencen aus verschiedenen Manufakturen bezogen und bemalten. Nürnberg und Augsburg waren dafür in Deutschland die wichtigsten Orte: Mit prächtigen Beispielen der Hausmalerei sind in zweiten Raum auch Nürnberger Fayencen zu bewundern, interessant vor allem Auftragsarbeiten reicher Patrizier der Reichsstadt. In einer weiteren Vitrine kann der Besucher einen Eindruck von der Vielfalt mitteldeutscher Fayencen aus Thüringen, Braunschweig, Hannoversch Münden, Magdeburg und Zerbst gewinnen.

An der Längsseite dieses Kabinetts folgen zwei Vitrinen, die der Produktion aus Bayreuth, Fulda, Ansbach und anderen süddeutschen Manufakturen gewidmet sind und die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gegründet wurden. Damals versuchten viele Landesherren, selbst Hartporzellan nach dem berühmten Meissener Vorbild herzustellen. Da die Rezepturen für Masse, Glasur und Farben jedoch streng geheim gehalten wurden, dauerten die Versuche oft mehrere Jahre und führten nicht immer zum gewünschten Erfolg. Versuchsstücke aus Fulda besitzt auch das Hamburger Museum. In dieser Zeit entstanden dennoch herrliche Fayencen, die z.B. von den berühmten Malern Adam von Löwenfinck und Joseph Philipp Dannhöfer.

Quelle:
Art Perfect
http://www.art-perfect.de/mkg_porzellan_und_fayence.htm