Schlagwort-Archiv: Muffelfarben

Ansbacher Jagdkrug um 1740 Detail

Ansbacher Jagdkrug Grüne Familie um 1740

Ansbacher Jagdkrug der „Grünen Familie“ um 1740 in Muffelfarben
Provenienz: Aus der Keramiksammlung des
Bayerischen Nationalmuseums München

Vorschau auf ein wunderschönes museales Stück aus unserem
Jubiläumskatalog 30 Jahre Fayence und Steinzeug im Rathaus München

Provenienz und Literatur:

Bayer Dr. Adolf Ansbacher Fayence Fabrik 1928 Jagdkrug

Bayer Dr. Adolf Ansbacher Fayence Fabrik 1928 Jagdkrug

Dr. Adolf Bayer Die Ansbacher Fayence-Fabriken 1928

Abb. 109 S. 115
Bayer, Dr. Adolf,
Die Ansbacher Fayence – Fabriken. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Keramik
1710 – 1839. Ansbach, C. Brügel & Sohn, 1928

Führungen zu der Sammlung Dr. Bayer:

WIR HABEN NOCH ALL(T)E TASSEN IM SCHRANK…

Renate Müller-Reuther
Eine spannende Reise zum Thema Porzellan und Fayencen in Ansbach

fuehr_porzellan2017_ansbach_museum

WIR HABEN NOCH ALL(T)E TASSEN IM SCHRANK...Residenz Ansbach 2017

WIR HABEN NOCH ALL(T)E TASSEN IM SCHRANK…Residenz Ansbach 2017

Residenz Ansbach
jeweils um 14 Uhr

Ostermontag, 17.04.2017
Muttertag, 14.05.2017

 

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proskau-walzenkrug-fayence-musikanten-um-1800

Proskau Fayence | Muffelmalerei

Fayence aus der Proskauer Manufaktur

gehörte früher zur Zierde barocker Tafeln und schmückten
herrschaftliche Wohnsitze.

proskau-fayence-terrine-um-1800

Bis heute wird oberschlesische Fayence aus Proskau und Glinitz
aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
zu hohen Preisen gehandelt.

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Proskauer-Fayence-Blumen-Krüge-um-1800

Charakteristisch für die künstlerische Gestaltung ist die Proskauer Rose
in leuchtend roten Muffelfarben und sehr plastischer Malerei:

Galerie: Sammlung Peter Vogt Fayence und Steinzeug im Rathaus München

 

Literatur:
Renate Scholz, Humpen und Krüge: Trinkgefäße 16. bis 20. Jh.,

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. - 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz

Humpen und Krüge – Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert
Autor:  Renate Scholz
München, Keysersche Verlagsbuchhandlung, 1978


Die Geschichte der Fayenceherstellung mit dem Schwerpunkt Proskau ist für die Kunst, Kultur und Wirtschaft des 18. Jahrhunderts typisch und zugleich aussagekräftig.
Preußens König Friedrich II, genannt der Große, handelte nach merkantilistischen Prinzipien. Vor allem durch massive Staatseingriffe, die Förderung des Exports und die Einschränkung des Imports wurde versucht, die nationale Wirtschaftskraft zu steigern.
So veranlasste er Graf Leopold von Proskau 1763 eine Fayencefabrik zu gründen. Aufgrund der günstigen geographischen Gegebenheiten des oberschlesischen Proskau (heute Prószków in der Wojewodschaft Oppeln) eignete sich dieses Dorf besonders gut für einen keramischen Betrieb. Mehrere Tonlager, große Wälder und das Wasser der Proska schufen gute Voraussetzungen für den Manufakturbetrieb. Die ersten Arbeiter in Proskau wurden aus der Fayence-Manufaktur im mährischen Holitsch sowie von der Straßburger Manufaktur Paul und Josef Hannongs angeworben. Somit prägen fremde Einflüsse die ersten Produktionen. Als Graf Leopold nur sechs Jahre nach der Gründung kinderlos starb, endete diese erste Produktionsphase.

Fayence_SpardoseDie Proskauer Manufaktur gelangte dann in den Besitz der Familie von Dietrichstein. Unter deren Führung kam es ab 1770 zu einer neuen Blüte. Die Palette der Erzeugnisse wurde wesentlich vergrößert und bis zu 44 Arbeiter fanden Beschäftigung. Diese relative Größe schuf jedoch keine Konkurrenz zu den damals großen Porzellanfabriken. In Meissen beispielsweise gab es zeitgleich bereits knapp 600 Beschäftigte.
Zahlreiche Angestellte kamen aus Mähren, was die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Regionen förderte. Während dieser Epoche entstand der größte Teil der figürlichen Objekte. Zu den mit bunten Muffelfarben bemalten Geschirren kommen nun auch plastische florale Elemente etwa als Henkel oder Knauf. Es entstehen Pastetendosen, Terrinen und Kannen in Form von Obst, Gemüse und Tieren, etwa Rebhühner, Enten oder Papageien als dekorative Elemente einer festlich gedeckten Tafel. Aber auch mythologische und religiöse Motive sowie Genreszenen schmückten nun die Fayencen. Die Proskauer Erzeugnisse erlangten nun auch außerhalb Schlesiens große Popularität. Das änderte freilich nichts an einer finanziell desolaten Lage, derentwegen die Manufaktur 1783 an den preußischen Staat verkauft wurde. Das leitete das Ende der zweiten Produktionsphase ein. Zunächst wurde eine der damals üblichen Lotterien veranstaltet. Waren, die sich über Jahre in den Magazinen gesammelt hatten, wurden verkauft und so die finanzielle Lage etwas aufgebessert. Der erhoffte Aufschwung blieb jedoch aus. Dies ist vor allem auf personelle Probleme zurückzuführen, denn zwei der wichtigsten Fachleute wechselten in die Manufaktur nach Holitsch.

Fayence_TerrineIn der Umbruchszeit 1788, also zwei Jahre nach dem Tod König Friedrich II. und ein Jahr vor der französischen Revolution, gab es in Proskau einen erneuten Führungswechsel und damit eine grundlegende Umstrukturierung. Von nun an wurde vor allem Steingut hergestellt, was die Produktionskosten erheblich senkte. Der ehemalige Direktor der Königlichen Zeichenschule in Breslau, Karl Daniel Friedrich Bach (1768-1829), wurde 1793 zum künstlerischen Kurator berufen. Er führte neoklassische Dekormotive ein und ließ Gefäße nach antiken Vorbildern fertigen.

Fayence_Papagei
Alle diese Maßnahmen und selbst drei weitere Führungswechsel konnten den Niedergang der Manufaktur nicht mehr verhindern. Die Fayence war einfach nicht mehr zeitgemäß und die Konkurrenz des Porzellans wuchs übermächtig. Mit den preußischen Reformgesetzen wurde 1810 die Gewerbefreiheit eingeführt. Doch noch kam sowohl Meissen als auch der Königlichen Porzellan Manufaktur (KPM) in Berlin eine monopolartige Stellung zu. Die Kenntnisse zur Porzellanherstellung waren erst zur Mitte des neuen Jahrhunderts so allgemein, dass Porzellane sehr erfolgreich auch in Schlesien hergestellt wurden. Dazu trugen im niederschlesischen Waldenburg samt Umfeld besonders die Betriebe von Carl Krister (1802-1869) und ab 1845 von Carl Tielsch (1815-1882) in Altwasser bei. Über mehrere Jahre waren diese schlesischen Porzellanfabriken später die größten im Deutschen Reich. Weitere Fabriken entstanden auch im Laufe der Jahre von Kattowitz (Giesche) über Tillowitz (Kreis Falkenberg, R. Schlegelmilch), Königszelt (A. Rappsilber) bis nach Tiefenfurt (Donath, Steinmann, Tuppack). Schon 1855 war in Preußen knapp die Hälfte aller Beschäftigten dieses Industriezweigs in Schlesien beschäftigt.
Ein Brand in der Proskauer Schlämmhalle wurde 1853 jedenfalls zum Anlass genommen, die Produktion endgültig einzustellen.

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Die Arten von Ton, die in Proskau verwendet wurden, ergaben einen grau-weißen, weiß-gelben oder orange-gelben Scherben. Bemalt wurde dieser dann vor allem mit Muffelfarben. Unterscheiden lassen sich die Erzeugnisse der drei Fabrikationsphasen fast ausschließlich anhand der Marken. Fayencen der ersten Epoche wurden mit einem in Kursivschrift und Mangan geschriebenen Buchstabe „P“ markiert. In der zweiten Phase kam noch ein „D“ für Dietrichstein vor das „P“. In der dritten Phase wurde wieder mit „P“ in Mangan oder Kobalt signiert, bzw. das Steingut mit „PROSKAU“ oder „PR“ gestempelt. Die unter der Marke aufgetragenen Striche, Punkte oder andere Zeichen wiesen den Maler, Brenner, Former oder eine andere für die Fabrikleitung wissenswerte Information aus. Zahlen über der Marke geben vermutlich die Servicenummern an.

Fayence_Mann
Die Ausstellung wird neben Proskauer Fayencen auch Erzeugnisse aus der nahe Proskau gelegenen Manufaktur in Glinitz (heute Glinica in der Wojwodschaft Schlesien) und der von Carl von Dietrichstein gegründeten Manufaktur in Mährisch-Weißkirchen (heute Hranice na Morave in Tschechien) zeigen. So soll eine Einordnung der Proskauer Fayence in einen größeren familiären, geographischen und auch politischen Zusammenhang ermöglicht werden. Zusätzlich zu den eigentlichen Fayencen möchte das Oberschlesische Landesmuseum den Besuchern einige allgemeine Informationen zu Geschichte und Technik der Fayence nahe bringen.
CD_Proskau

Der digitale Katalog „Glanzpunkte schlesischer Keramik.
Fayencen aus Proskau und Gliniz in Museen und Sammlungen.“ zu Beständen Proskauer Fayencen in Museen und Privatsammlungen sowie zu Angeboten des Kunsthandels ist im Museumsshop für 19,80 Euro unter der Rubrik „Schriften der Stiftung“ erhältlich.

Quelle:
http://www.oberschlesisches-landesmuseum.de/pl/2012-03-14-09-03-18/archiwum/2009-2010/47-07-11-2010-06-02-2011-glanzst%C3%BCcke-schlesischer-keramik-proskauer-fayencen.html

Hausmaler Krug | Johann A. Bechdolff

Schrezheimer Hausmalerkrug von Johann Andreas Bechdolff um 1790

Weiß glasierter Walzenkrug aus der Schrezheimer Manufaktur, der von dem Hausmaler Johann Andreas Bechdolff (1734 – 1807) in Ellwangen mit leuchtend bunten Muffelfarben bemalt wurde.
In purpur-violetter Rokokokartusche zwischen einer Palme und einem Tannenbaum steht der Heilige Xaver im Priestergewand. In der linken Hand hält er ein Kruzifix in der rechten Hand eine Muschel um ein indisches Kind zu taufen. Symbole des Wirkens des Heiligen Xaver. (s.u.) Darunter die schwarze Inschrift: „S. Xaverius“.

Franz Xaver ist nicht nur der Begründer der Jesuitenmission, sondern auch Vorreiter zeitgemäßer katholischer Mission: Am Beginn jeder Missionstätigkeit stand für ihn die Inkulturation – das Kennenlernen und Verstehen des Volkes, seiner Sprache, der Religionen und Riten. Zur Gewinnung neuer Christen war dann die Anpassung äußerlicher Formen an die Gebräuche und Gewohnheiten des Volkes zweckmäßig. 

Ikonografie

Quelle: Wikipedia Franz Xaver

Franz Xaver bei der Taufe. Relief in der Kirche St. Veit in Krumau

Franz Xaver wird in der Kleidung eines Priesters mit den ikonografischen Attributen Kreuz in der Hand, mit einem flammenden Herz, beim Predigen oder beim Taufen – manchmal mit einer Jakobsmuschel – oder auch mit einem Inder als Attribut dargestellt. Gekleidet ist er häufig ähnlich wie Johannes von Nepomuk, dem Brückenheiligen, mit einem langen oder halblangen schwarzen Mantel und einem weißen Chorhemd mit Spitzen und ist, auch wenn er auf Brücken aufgestellt wird, nicht mit diesem zu verwechseln. Quelle: Wikipedia Franz Xaver

Schrezheimer Walzenkrug Johann Andreas Bechdolff um 1790 - H. 22 cm

Schrezheimer Walzenkrug Johann Andreas Bechdolff um 1790 – H. 22 cm

Auf dem Boden Ritzmarke „4i“ (Erdner/Nagel, S. 51, Abb. 177) *

Ellwanger Zinnmontierung von dem Meister Alois Salver

Der Schmelzmaler Johann Andreas Bechdolff arbeitete von 1758 bis Ende 1761
in der Prahlschen Porzellanfabrik in Ellwangen. Am 16.12. 1761 ließ er sich von Bux, dem Inhaber der Schrezheimer Fayencemanufaktur abwerben. Bechdolff verpflichtete sich hierbei das Arkanum der Porzellanherstellung preiszugeben. Bereits nach 2 Jahren verließ er die Schrezheimer Manufaktur und machte sich im Jahre 1764 in Ellwangen als Schmelz- und Dosenmaler selbständig.

* Literaturquelle:

Hans Erdner und Gert K. Nagel: Die Fayencefabrik zu Schrezheim 1752 – 1865Hans Erdner und Gert K. Nagel: Die Fayencefabrik zu Schrezheim 1752 – 1865

Abbildung 112
Hans Erdner und Gert K. Nagel:
Die Fayencefabrik zu Schrezheim 1752 – 1865
Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Keramik

 

Vergleichsstücke im Fränkischen Museum Feuchtwangen:

Fränkisches Museum Feuchtwangen

Schrezheimer Hausmalerkrug um 1780 von Johann Andreas Bechdolff

Schrezheimer Hausmalerkrug um 1780 von Johann Andreas Bechdolff

Hausmalerkrug| Abraham Helmhack

Nürnberger Hausmalerkrug von Abraham Helmhack um 1690

Weiß glasierter Birnkrug aus der Frankfurter oder Hanauer Manufaktur, mit leuchtend bunten Muffelfarben bemalt.
Auf der Schauseite rundes Medaillon, gerahmt von Rosenzweigen mit drei großen roten Blüten.
Im Bildfeld die stimmungsvolle Darstellung eines wandernden Bauern mit seiner Frau und vorausspringendem Hund in einer weiten hügeligen Landschaft an einem Flußlauf gerahmt von großen Bäumen und Felsen im Hintergrund. Die Silbermonierung ist feuervergoldet.

Unter dem Stock des Wanderers in feuchte Farbe gekratztes ligiertes Monogramm „AH“
für den Nürnberger Hausmaler Abraham Helmhack.

Nürnberger Hausmalerkrug von Abraham Helmhack um 1690 - H. 24 cm

Nürnberger Hausmalerkrug von Abraham Helmhack um 1690 – H. 24 cm

Die vielseitig begabten Hausmaler waren Künstler in mehreren Handwerkszweigen:
So waren beispielsweise Johann Schaper und Abraham Helmhack aus Nürnberg sowie Ignaz Preissler aus Breslau gleichzeitig Glasmaler und für die Technik der Schwarzlotmalerei bekannt. Bartholomäus Seuter (1678–1754) aus Augsburg war gleichzeitig Kupferstecher und Modellschneider, Goldschmied und Seidenfärber.
Diese Vielseitigkeit ermöglichte es Ihnen sich nicht durch einen festen Vertrag an eine Manufaktur zu binden. Vielmehr führten sie selbständig in eigener Werkstatt Auftragsarbeiten durch.
Quelle Wikipedia

Der Hausmaler Abraham Helmhack wurde am 29. März 1654 in Regensburg geboren. als 14-jähriger kam er zu Johann Jacob Behem in die Lehre um das Glasaerhandwerk zu erlernen und sich im Zeichnen zu üben. 1673 zog er nach Nürnberg und arbeitete dort bei Ferdinand Wald. Anschließend wandte sich Helmhack der Bemalung von Gläsern und Fayencekrügen zu.
Im Gegensatz zu seinen Vorläufern Johann Schaper und Hermann Benckert, die für Ihre Schwarzlotmalerei bekannt waren, bevorzugte Helmhack – wie schon Johann Heel den plychromen Muffeldekor. Im Mai 1724 starb er kruz nach Vollendung seines siebzigsten Lebensjahres in Nürnberg.

Vergleichsstücke im Museum Schloss Höchstädt:

Nürnberger Hausmalerkrug von Abraham Helmhack um 1690 - Museum Schloss Höchststädt

Nürnberger Hausmalerkrug von Abraham Helmhack um 1690 – Museum Schloss Höchststädt

Literaturquelle:

Abgebildet auf S. 233 Abb. 156

Bosch, Helmut: Die Nürnberger Hausmaler. Emailfarbdekor auf Gläsern und Fayencen der Barockzeit. München: Klinkhardt & Biermann, 1984.

Bosch, Helmut:
Die Nürnberger Hausmaler. Emailfarbdekor auf Gläsern und Fayencen der Barockzeit.
München: Klinkhardt & Biermann, 1984.

 

 

Proskau|Fayence Sammlung

Im Kundenauftrag:
Museale Fayence Sammlung aus
Proskau bemalt mit Blumen in Muffelfarben

Sie gehörten früher zur Zierde barocker Tafeln und schmückten
herrschaftliche Wohnsitze.

Proskauer Fayence

Bis heute wird oberschlesische Fayence aus Proskau und Glinitz
aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
zu hohen Preisen gehandelt.

Proskauer Fayence

Literatur:
Publiziert: Renate Scholz, Humpen und Krüge: Trinkgefäße 16. bis 20. Jh.,
Seite 100

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. - 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz

Humpen und Krüge – Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert
Autor:  Renate Scholz
München, Keysersche Verlagsbuchhandlung, 1978

 

Süddeutsche Hausmalervase um 1700

Süddeutsche Hausmaler Vase

Seltene Süddeutsche Hausmaler Vase „Doppelkürbis“ um 1770

Süddeutsche Hausmalervase um 1700

Süddeutsche Hausmalervase um 1700, die mit leuchtenden Muffelfarben bemalt ist, H. 28 cm

Vergleichbare Stücke im Museum:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg


Neue Porzellanabteilung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, März 2006
Foto: Angela Franke

Die Fayence- und Porzellansammlung ist in drei großen Raumeinheiten ausgestellt, die durch moderne, gläserne Vitrinen in Kabinette gegliedert sind.
In der gegenüber liegenden Vitrine wird die große Produktpalette von Fayence deutlich, die von Humpen und Weinschenkkrügen bis hin zu Schreibzeugen und Duftvasen reichte. Als Beispiele für außerordentlich beliebte und modische Themen der Fayence- und Porzellanmalerei ist außerdem eine Vitrine den Darstellungen von Chinesen und der Chinoiserie gewidmet, eine zweite den beliebten Blumendekoren.

Neue Porzellanabteilung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, März 2006
Foto: Angela Franke

Fayencesammlung

Die Hamburger Fayencesammlung ist eine der bedeutendsten und umfangreichsten im deutschsprachigen Raum. Die ca. 500 ausgestellten Objekte aus über 60 Manufakturen trug zumeist bereits der Museumsgründer Justus Brinckmann zusammen. Der Besucher kann die Entwicklung der Keramikgattung Fayence von etwa 1630 bis 1790 nachvollziehen, gewinnt einen Eindruck von der einstigen Popularität und Verbreitung, die Formen- und Dekorvielfalt sowie das Können der Fayenciers in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Schweden und Dänemark, aber auch in Italien.

Die Ausstellung zeigt die Fayencen aus den einzelnen Manufakturen jeweils im Zusammenhang. Ihre Abfolge bestimmt in etwa das Gründungsdatum des Unternehmens.

Am Anfang der Ausstellung stehen Fayencen aus Antwerpen, Lissabon und Delft, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts mit dem Ziel gefertigt wurden, die viel bewunderten, nach Europa importierten chinesischen Porzellane nachzuahmen – in Europa konnte man Porzellan erst nach 1710 herstellen. Fayencen blieben lange Zeit die einzige Alternative zu den teuren ostasiatischen Geschirren, wenn man nicht Geschirre aus anderen Materialen, aus Holz, Zinn, Silber benutzte. Besonderer Wert wurde auf eine gleichmäßige weiße Glasur gelegt, auf die dann die fernöstlichen Dekore gemalt wurden, bevorzugt in Blau.

Durch auswandernde Delfter Handwerker verbreitete sich die Fayencetechnik auch in Deutschland – zuerst nach Hanau, Frankfurt am Main und Berlin. Lange ließen sich die dortigen Kunsthandwerker lvon den niederländischen Gefäßformen und Dekoren inspirieren. Die im ersten Raum ausgestellten Objekte demonstrieren aber auch, dass sich schnell regionale Eigenheiten entwickelten. Die Qualität wurde verbessert, neue Maltechniken erprobt und ein großes Repertoire an europäischen Themen aus dem Bereich der Bibel, der antiken Mythologie, aus der Geschichte sowie der Flora und der Ornamentik eingeführt.
In dieser Hinsicht war besonders das Schaffen der ab 1670 in häuslichen Familienbetrieben tätigen sogen. Hausmaler aufschlussreich, die glasierte unbemalte Fayencen aus verschiedenen Manufakturen bezogen und bemalten. Nürnberg und Augsburg waren dafür in Deutschland die wichtigsten Orte: Mit prächtigen Beispielen der Hausmalerei sind in zweiten Raum auch Nürnberger Fayencen zu bewundern, interessant vor allem Auftragsarbeiten reicher Patrizier der Reichsstadt. In einer weiteren Vitrine kann der Besucher einen Eindruck von der Vielfalt mitteldeutscher Fayencen aus Thüringen, Braunschweig, Hannoversch Münden, Magdeburg und Zerbst gewinnen.

An der Längsseite dieses Kabinetts folgen zwei Vitrinen, die der Produktion aus Bayreuth, Fulda, Ansbach und anderen süddeutschen Manufakturen gewidmet sind und die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gegründet wurden. Damals versuchten viele Landesherren, selbst Hartporzellan nach dem berühmten Meissener Vorbild herzustellen. Da die Rezepturen für Masse, Glasur und Farben jedoch streng geheim gehalten wurden, dauerten die Versuche oft mehrere Jahre und führten nicht immer zum gewünschten Erfolg. Versuchsstücke aus Fulda besitzt auch das Hamburger Museum. In dieser Zeit entstanden dennoch herrliche Fayencen, die z.B. von den berühmten Malern Adam von Löwenfinck und Joseph Philipp Dannhöfer.

Quelle:
Art Perfect
http://www.art-perfect.de/mkg_porzellan_und_fayence.htm