Archiv für das Jahr: 2021

Gardiner Museum | Ceramics Collections

The Gardiner Museum is Canada’s national museum of ceramics. It is one of a small number of specialized museums of ceramics in the world.

The Gardiner Museum was established in 1984 by George and Helen Gardiner, whose founding collection set the pattern for the future. Rather than building an encyclopedic collection, the Gardiners focused on specific areas of ceramic excellence which they collected in depth. Their collection was divided into two principal areas:  Earthenwares, represented by ceramics from the Ancient Americas (pre-colonial America), Italian Renaissance maiolica, and English delftware; and Porcelain, with a focus on European porcelain of the 18th century, including specialized collections of  Commedia dell’Arte figures and scent bottles.

Over the past thirty years, the Museum’s collection has expanded its European holdings to include creamware, French faïence, and 19th-century ceramics with a focus on Minton and wares for the Canadian market. Additional important specialties include Asian, modern, and contemporary ceramics.

14th to 18th Century European Earthenware and Stoneware

The Gardiner Museum’s holdings highlight important developments in the history of European earthenware from the fourteenth to the eighteenth centuries, including tin-glazed earthenware, English slipware and creamware. Earthenware is the term given to ceramics that have been fired at a comparatively low temperature and have not vitrified. They have opaque bodies and are often glazed to make them impervious to liquids. Different types of earthenwares are given specific names that distinguish their bodies, glazes and decoration.

Quelle https://emuseum.gardinermuseum.com/collections

https://www.gardinermuseum.on.ca/collections-research/

An important area of focus is tin-glazed earthenware produced in Italy, France and England, where it was known as maiolica, faïence and delftware respectively. Tin-glazed earthenware first appeared in the ninth century in present day Iraq, and involved the addition of ashes of tin to a lead glaze to create an opaque white surface for decoration in emulation of Chinese porcelain. Throughout the next five centuries, knowledge of tin-glazing spread throughout the Middle East and the Mediterranean. The movement of objects and people further prompted its dissemination to Italy, and Northern Europe.

European Earthenware Collections:

English Delftware

English Slipware

Creamware

French Faience

Italian Maiolica

Other European Earthenware and Stoneware

Meissen Prozellan Sammlung Schloss Lustheim

Meißener Porzellan Sammlung Schloss Lustheim

Dr. Ernst Schneider (1900–1977) Stifter der Meißen Sammlung in Schloss Lustheim

Die Meißener Porzellan-Sammlung Stiftung Ernst Schneider ist die nach der Porzellansammlung in Dresden weltweit größte Kollektion Meißener Porzellans des 18. Jahrhunderts. Seit 1968 befindet sich die Sammlung im Besitz des Bayerischen Nationalmuseums, das für die wertvolle Schenkung ein erstes Zweigmuseum in Schloss Lustheim in der Schleißheimer Schlossanlage einrichtete.

Schneeball Vasensatz mit Vögeln, Modell wohl von Johann Joachim Kaendler, Meißen, 1741

Vergleichsstück im Grassi Museum Leipzig – Objekte im Museum Digital

Diese Soupière mit Unterteller stammt aus dem berühmten Schneeballservice, das 1739 von Johann Joachim Kaendler (1706-1775) entworfen wurde. Seit 1731 war er als Modelleur in der Meissener Manufaktur tätig. Die Bezeichnung des Services rührt daher, dass unzählige plastische Schneeballblüten, -blätter und -zweige die unterschiedlichsten Geschirrteile bedecken.

Provenance/Rights: GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Leipzig / ‍‍‍‍‍‍‍Esther Hoyer

Die Präsentation der über 2000 erlesenen Porzellane im Ambiente des kurfürstlichen Lustschlosses stellt ein barockes Ensemble von besonderem Reiz dar. So wurde in Lustheim der Traum vom „Porzellan-Schloss“ Wirklichkeit, der für August den Starken, den Gründer der Meißener Manufaktur, nicht in Erfüllung ging.

Meißen Porzellan Teller mit Fabeltieren dekoriert ca. 1740 (Schloss Lustheim)

Die Sammlung bietet einen umfassenden Überblick über die Produktion der Meißener Porzellanmanufaktur von ihrer Gründung im Jahr 1710 bis in die Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756-1763).

Sammlung Schneider Schloss Lustheim Böttgersteinzeug und Böttgerporzellan

Der Bogen spannt sich dabei von Geschirren und Figuren der Böttgerzeit, über die berühmten Chinoiserien des Porzellanmalers Johann Gregorius Höroldt, die von August dem Starken besonders geschätzten „indianischen“ Dekore bis hin zu den plastischen Meisterleistungen des Modelleurs Johann Joachim Kaendler wie sie die lebendig modellierten Tierfiguren bezeugen.

Schneeball Vase Modell wohl von Johann Joachim Kaendler, Meißen, 1741
Schneeball Vase Modell wohl von Johann Joachim Kaendler, Meißen, 1741

Einen besonderen Höhepunkt stellen die zahlreichen Porzellane aus dem Wappenservice des Grafen Sulkowski und dem legendären Schwanenservice des Grafen Heinrich von Brühl dar, die eine Vorstellung vom Glanz barocker Festtafeln geben. (Quelle: Schloss Lustheim)

Literatur

150 herausragenden Porzellane der Sammlung in exzellenten Farbabbildungen mit zahlreichen Details sowie fundierten Erläuterungen ihrer kunst- und kulturhistorischen Bedeutung vorgestellt. Der Bogen spannt sich dabei von Geschirren und Figuren der Böttgerzeit über die berühmten Dekore des Porzellanmalers Johann Gregorius Höroldt bis hin zu den plastischen Meisterleistungen Johann Joachim Kaendlers. Einführende Kapitel zu Baugeschichte und Ausstattung von Schloß Lustheim sowie zur Person des Stifters ergänzen das Bild dieser einzigartigen Sammlung. (Quelle Beck Verlag)

Meißener Porzellan-Sammlung Stiftung Ernst Schneider. München Meißener Porzellan des 18. Jahrhunderts. Die Stiftung Ernst Schneider in Schloß Lustheim. Hrsg. von Renate Eikelmann. München 2004

Meißener Porzellan-Sammlung Stiftung Ernst Schneider. München Meißener Porzellan des 18. Jahrhunderts. Die Stiftung Ernst Schneider in Schloß Lustheim. Hrsg. von Renate Eikelmann. München 2004

Barocke Jagdliche Fayence aus Künersberg

Eine Auswahl jagdlicher Fayence Objekte in Muffelmalerei

Referenzobjekte Peter Vogt München

Manufakturmarke

Museum

Künersberger Fayencen im Stadtmuseum Memmingen

Jagdliche Fayence Künersberg

Künersberg Walzenkrug mit Jagddekor und Kegelbaumlandschaft
und Spruch:
Friederich soll doch Friederich bleiben. wann sich die Welt bestrebt. Diesen Helden zu vertreiben/zittern Feinde Trüncken Freund /Friederich lebt. Anno 1760
Memmingen. (1995). “ Muffelbrand und scharfes Feuer“: 250 Jahre Künersberger Fayencen. Konrad.
S.202 ff.

Literatur

Muffelbrand und scharfes Feuer: 250 Jahre Künersberger Fayencen Gebundene Ausgabe – 1995 Autor: Hans Wolfgang Bayer
Memmingen. (1995). “ Muffelbrand und scharfes Feuer“: 250 Jahre Künersberger Fayencen. Konrad.

Künersberger Fayence Objekte mit Jagddekor aus der Ausstellung 1995
Abb. 98 – 110

Crailsheimer Schreibzeug um 1770

Einladung zur Vorbesichtigung 2021

München hoppelt unter die 50er Inzidenz

Somit ist – entsprechend der Vorgaben zur Öffnung für den Handel – eine Vorbesichtigung der Objekte der Verkaufsausstellung 2021 nach vorheriger Anmeldung mit Termin möglich.
Bitte reservieren Sie telefonisch unter 089 294132

Vorbesichtigung Montag 8. März bis Freitag 12. März von 10:00 – 17:00

Invitation to view the upcoming sale March 13 2021

Viewing hours:
Monday 08/03 to Friday 12/03:
10:00 – 17:00
Thank you for making an appointment ahead of your visit

If you can’t make it, we will of course provide condition reports and additional images.

Peter Vogt
Antiquitäten im Rathaus
Marienplatz 8
Rathaus Rückseite – Eingang Landschaftstrasse
80331 München
Telefon 089/29 41 32

Freiberger Steinzeug Krug um 1670

17th century Freiberg Stoneware

Beispiele aus der Blütezeit des Freiberger Steinzeugs aus dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts

In Freiberg wurde nur im 17. Jahrhundert Steinzeug hergestellt. In der Zeit nach 1660 gelang es mit dem Reduktionsbrand hellgraues Steinzeug herzustellen, das für Freiberg besonders charakteristisch ist. Es wurden häufiger birnförmige Gefäße hergestellt auf denen das feine Netzwerk besonders gut zur Geltung kommt und einen ausdrucksstarken dreidimensionalen Hintergrund für die barocke Verzierung mit Stempeldekoren, wie eingeschnittenen Rosetten oder Blattornamenten, bildet. Dieser Stempelschmuck wurde auch auf dem Henkel angebracht und ist nur bei Freiberger Steinzeug zu finden. Mehrfarbige Bemalung mit Emailfarben dieser Ornamente, teilweise mit leicht goldener Erhöhung, kennzeichnen die Blütezeit der Freiberger Töpfer und ihre eigenständige Gestaltungkraft als Ausdruck ihrer barocken Kustfertigkeit.
Veredelt sind die Stücke teilweise mit prächtigen Originaldeckel aus der Werkstatt des Freiberger Zinngießers Samuel Günther d. Ä., so sie sich erhalten haben.
(vgl. Strauss, K., & Aichele, F. 1992, S.151)

Characeristics of Freiberg Stoneware in the last third of the 17th century at the height of the artistry of the Freiberg potters.

Typical for Freiberg stoneware is the use of small ornaments which the potters placed in bands between the lips and the body. Contrasting with a finely work chip carving is the extensive rosette and palmette decoration accentuated in enamel colors.
(c.f. Scheurleer, D. L. 1972 p. 128)

Decorativ innovations attributed to Freiberg include stamped ornament on handles but most important was the introduction of painted polychrome enamels in conjunction with sparcely applied gilding to highlight the effect. (c.f. Gaimster, D. R., & Hildyard, R. J. 1997 p.279)

Freiberger Steinzeugkrug um 1670, mit farbiger Emailbemalung und Vergoldung

Freiberger Steinzeugkrug um 1670, mit zweifarbiger Emailbemalung und originalem Deckel von Samuel Günther d. Ä.

Freiberger Zinnmontierung von Samuel Günther d.Ä. mit Johann Georg III


Samuel Günther d. Ä. (1659 Meister)
Typisch für Montierungen aus seiner Werkstatt sind der gewellte Rand, Daumenrast mit Engel Maskaron und Reliefschmuck. Sehr selten sind Montierungen mit dem Brustbild Johann Georg des III. Kurfürst in Sachsen.
Pewter lidding workshop of Samuel Günther the elder with Johann Georg III. elector in saxony.
(vgl. Horschik, J. 1981 S. 292)

Freiberger Birnkrug um 1670 mit polychromer Emailbemalung und germarktem Deckel von Samuel Günther d. Ä. (Katalog 2008 Peter Vogt München)

Reference Objects Victoria + Albert Museum London

Literature

Scheurleer, D. L. (1972). Duits steengoed met wapens of portretten van Oranje vorsten. Netherlands Yearbook for History of Art/Nederlands Kunsthistorisch Jaarboek Online, 23(1), 391-405.

Gaimster, D. R., & Hildyard, R. J. (1997). German stoneware, 1200-1900: archaeology and cultural history: containing a guide to the collections of the British Museum, Victoria & Albert Museum, and Museum of London. London: British Museum Press.

Steinzeug J. Horschik Von Bürgel bis Muskau

Horschik, J. (1981). Steinzeug: 15.-19. Jh.; von Bürgel bis Muskau. Ebeling.

Strauss, K., & Aichele, F. (1992). Steinzeug. Battenberg.

Raeren Schnelle Jan Emens saltglazed stoneware 16th century

Raerener Schnelle Jan Emens 1566

Rare Example of a Raeren saltglazed Schnelle dated 1566 with Judith, Esther and Lucretia with reliefs of exceptional quality

In den von Jan Emens mit Präzision ausgearbeiteten Reliefauflagen sind drei Frauen des Alten Testaments mit ihren Attributen dargestellt: Judith mit dem Haupte des Holofernes, Esther mit Krone und Lucretia, sich ins Schwert stürzend.

The reliefs show three standing female figures. On the left, facing the middle, Judith holding a sword and the head of Holofernes. In the middle, facing the viewer, Esther with a crown and hands raised in prayer. On the right Lucretia plunging a sword into her breast. Jan Emens chose three of the virtuous women one pagan (Lucretia) and two jewish (Judith and Esther) and could have been inspired by Hans Burgkmair (der Ältere) (1473-1531) suite of Nine Worthies engravings in 1516.
A similar Schnelle is part of the collection in the Louvre, Paris. (see reference below)

Nine worthies | Neun Heldinnen

Der ikonografische Typus der neun Heldinnen (neuf preuses) entstand im Mittelalter als Parallele zu dem Typus der männlichen neun Helden. Während die Männergruppe in der Renaissance oft zu fürstlichen Repräsentationszwecken genutzt wurden, findet man die neun Heldinnen vor allem in der Ikonographie.
Welche Frauen jeweils zu den Heldinnen gezählt werden, unterscheidet sich von Künstler zu Künstler. Bei Hans Burgkmair findet man beispielsweise:

Quelle : Wikipedia | English Version Wikipedia

The Nine Worthy Women

  • three pagans (Lucretiawife of Brutus, Veturia – mother of Coriolanus, Verginia – whose death prompted the re-establishment of the Roman Republic)
  • three Jewesses from the Old Testament (Esther, Judith and Jael)
  • three Christians from the Middle Ages (St Helena – mother of Constantine the Great, St Brigita of Sweden, and St Elisabeth of Hungary).

Lucretia
Wife of Brutus, her suicide after being raped by Tarquinius prompted the overthrow of the Roman monarchy in 510 BC
(pagan worthy woman)

Esther
from the Book of Esther, saved the Jewish people in exile from a plot to destroy them.
(jewish worthy woman)

https://jwa.org/encyclopedia/article/esther-bible

Judith
famous heroin who killed the Assyrian general Holophernes after seducing him to save theirs.
(jewish worthy woman)

https://judith2you.wordpress.com/2015/02/22/judith-and-the-nine-worthies/

Hans Burgkmayr (1473-1531), a prominent engraver from Augsburg, who made a suite of Nine Worthies engravings in 1516

http://images.zeno.org/Kunstwerke/I/big/HL10443a.jpg

Burgkmair d. Ä., Hans
Entstehungsjahr: 1519

Erlangen Sammlung:         Universitätsbibliothek

http://www.zeno.org/nid/20003911535

Burgkmair d. Ä., Hans
Entstehungsjahr: 1516

Basel
Öffentliche Kunstsammlung

Museum Reference

Raeren Schnelle Jan Emens
mit Judit, Esther und Lucretia 1568
Musée du Louvre, Paris

Abb. 141
VON FALKE, Otto. Das rheinische Steinzeug

Museum Reference same topic

Cologne Tankard (schnelle) with Judith, Esther and Lucretia

date: ‘1566’

inscription: ‘IVDIT/ ESTHER.HAT FICTORIA/ LVCRECIA’

stoneware glaze engobe

h 21.5 cm

https://www.rijksmuseum.nl/en/collection/BK-KOG-494

Duits steengoed, Ekkart Klinge, p. 16 – 19, cat.nr. 4

VON FALKE, Otto. Das rheinische Steinzeug (Osnabrück 1977). Neudruck der Ausgabe von, 1908.

VON FALKE, Otto. Das rheinische Steinzeug (Osnabrück 1977). Neudruck der Ausgabe von, 1908.

Museum Virtual Tour Raeren Museum

Töpfereimuseum Raeren :: Behind the Museum (toepfereimuseum.org)
Das Projekt Behind the Museum ist eine gemeinsame Initiative der belgischen Vereinigungen Musées et Société en Wallonie und Epicentro mit dem Ziel, das Verborgene in Museen zu zeigen, die Erinnerung an einen Ort zu bewahren und auch das kulturelle Erbe für die Zukunft festzuhalten.
Anfang 2021 bekam das Töpfereimuseum Raeren als erstes und bisher einziges Museum der Deutschsprachigen Gemeinschaft die Chance, sich ebenfalls an diesem Projekt zu beteiligen: Das komplette Museum in der Burg Raeren wurde digitalisiert und ist nun in Form eines digitalen Puppenhauses bereit zum Besuch von Zuhause aus.

https://behindthemuseum.be/project/musee-de-la-poterie-de-raeren/

Baroque Crailsheim Flower Tankard

Baroque 18th century Crailsheim Tankards depicting colourful flowers |Barocke Fayence Blumenkrüge aus der Manufaktur in Crailsheim mit leuchtend bunten Muffelfarben bemalt um 1760

The polychrome flower painting with muffle fired colours was probably introduced by former Meissen porcelain painters in the Crailsheim Manufactory around the middle of the 18th century. The Crailsheim flower tankards stand out with their fine and expressive painting with very thin contours in black-brown.
Little is known about the Crailheim faience manufactory. It probably existed from ca. 1715 to ca. 1827.
Source: Sammlerglück Fayencen der Sammlung Amelung Mainfränkisches Museum Würzburg 2014 p. 117

Die Crailsheimer Blumenkrüge bestechen durch farblich fein abgestimmte und ausdrucksstarke Malerei mit sehr dünnen Konturen in Schwarzbraun.
Über die Crailheimer Fayence Manufaktur ist nur wenig bekannt. Sie bestand vermutlich von ca. 1715 bis etwa 1827. Walzenkrüge scheinen dort erstnach 1755 in größerem Umfang hergestellt worden zu sein. Der typisch polychrome Blumendekor in Aufglasurmalerei wurde in Crailsheim um Mitte des 18. Jh. eingeführt, vermutlich von ehemaligen Meissener Porzellanmalern.
Quelle: Sammlerglück Fayencen der Sammlung Amelung Mainfränkisches Museum Würzburg 2014 S. 117

Objekte aus der Periode Johann Georg Weiß sen. um 1770

Reference objects Literature:

Crailsheimer Schreibzeug um 1770

Baroque Faience Inkstand

18th century works of art Crailsheim faience inkstand ca. 1770 with hunting decor in highfired colours

18. Jh. Fayence 7.	Crailsheimer Schreibzeug um 1770

Hiding fox in the middle

18. Jh. Fayence 7. Crailsheimer Schreibzeug um 1770
Crailsheimer Schreibzeug um 1770, Jagdmotive in bunten Scharffeuerfarben, B. 14 cm | Crailsheim inkstand ca. 1770

The inkstand can be attributed to the period of Johann Georg Weiss the Elder. A Crailsheim Hunting Tankard of the same period is shown in following article:

Stadtmuseum Crailsheim

In 18th century the faience factury in Crailsheim (1720 – 1827) produced high-quality works of art, that are on display in important museums and are sought after by collectors. The Crailsheim Municipal Museum holds a collection of ca. 300 faiences that includes examples of almost the entire spectrum of Crailsheim production eras. The faiences are presented in the artistic, cultural and economic context of their time of origin.

Stadtmuseum Crailsheim Abteilung für Fayencen Schreibzeug um 1770
Craisheim  Municipal Museum
Stadtmuseum Crailsheim – Abteilung für Fayencen

Die Sammlung Friedrich Soennecken – Schreibgarnituren aus dem 16. bis 20. Jahrhundert

The Friedrich Soenecken collection of inkstands with 600 objects from 16th to 20th century.
Die Sammlung Soennecken ist die größte bekannte Kollektion mit über 600 Schreibzeugen. Diese bedeutende Sammlung wurde dem Museumsdorf Cloppenburg 1990 als Dauerleihgabe von der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg überlassen.

Die Sammlung Friedrich Soennecken – Schreibgarnituren aus dem 16. bis 20. Jahrhundert

Gmundner Zunftkrug 1842 datiert

mit der Darstellung der Hafner Werkstatt von Franz Föttinger

Weiss glasierte Fayence mit bunten Scharffeuerfarben bemalt. Die Schauseite zeigt den an der Töpferscheibe sitzenden Hafner Franz Föttinger bei der Produktion  in seiner Werkstatt.

SPRUCHBAND: „Dein Geschirr aus Erde gemacht wen viell zerbricht der Hafner lacht
„Your crockery made of clay delights the potter if you brake a lot“

Unter dem Spruchband Initialen F.F. umrahmt von der Datierung 1842. Henkel mit typischer eingerollter Schnecke und Malermonogramm K.P.

English synopsis:

The jug is a quite rare and an interesting testimony of the potter Franz Fötinger and shows the view into his workshop. He is sitting at his potter’s wheel, that is state of the art and was very modern at the time. (Modeled after the italien pottery wheels).

Outstanding and very rare to find is the clear depiction of the working method of a potter of the era. There is another known jug with a similar depiction dated 1788, Schlossmuseum Linz (Illustration in Hermann Langer Österreichische Fayencen Wien 1988 p. 178 Fig 129 Description. Illustration color plate p. 120 cat. No. 129). More detailed information and further illustration in: Heinzl, Brigitte: The pottery of Gmund in the art historical department of the Upper Austrian Museum. Yearbook of the Upper Austrian Museum Association vol. 135, 1 (1990) pp. 109-133.

Gmundner Zunftkrug 1842 datiert, Schauseite Werkstatt von Franz Föttinger H. 28 cm

Die Darstellung ist ein interessantes Zeitzeugnis und zeigt den Blick in die der Hafnerwerkstatt von Franz Föttinger. Eine durch zwei Fenster gut beleuchtete Arbeitsstätte. Der Töpfer sitzt an der für die damalige Zeit modernen fussbetriebenen Spindelscheibe (Erläuterungen hierzu von Alice Kaltenberger im Forum der Oberösterreichischen Geschichte) an welcher der Töpfer in deutscher Manier sitzt. (Rittlinks mit den Beinen beidseitig der Achsenhalterung). Er ist dabei eine Schüssel zu drehen, vermutlich einen Weitling als Gebrauchskeramik. 
Links unter der Bank auf dem Bretterboden befindet sich das Tonlager. Darüber eine bereits fertig gestellte Vase. In Griffweite der Schlickkasten mit darüber gelegtem Abschneidedraht mit Holzknebeln zum Ablösen des fertig gestellen Objekts von der Drehscheibe.
Rechts sind bereits fertige gedrehte Gefäße zu sehen, die durch das Fenster zum Trocknen heraus gereicht werden können. Davor weitere drei fertig gedrehte Schüsseln. Dahinter liegen bereits fertig vorbereitete Tonportionen für weitere Gefäße. Natürlich darf auch die Pfeife und der eigene Deckelkrug nicht fehlen. Diese beiden wichtigen Utensilien für den Genuß des Töpfers hängen griffbereit an der Wand.

Herausragend und sehr selten zu finden ist die klare Darstellung der Arbeitsweise eines Hafners der Epoche. Es ist noch ein Walzenkrug mit ähnlicher Darstellung bekannt, allerdings früher 1788 datiert und es ist die zu der damaligen Zeit gebräuchliche Sprossenscheibe abgebildet. Schlossmuseum Linz (Abbildung in Hermann Langer Österreichische Fayencen Wien 1988 S. 178 Abb 129 Beschreibung. Abbildung Farbtafel S. 120 Kat. Nr. 129). Vertiefende Informationen und weitere Abbildung in: Heinzl, Brigitte: Die Keramik Gmundens in der kunsthistorischen Abteilung des Oberösterreichischen Landesmuseums. Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines Bd. 135, 1 (1990) S. 109-133

Details der Ausstattung der Haufner Werkstatt von Franz Föttinger mit moderner Spindelscheibe
Gmundner Birnkrug 1842 datiert Werkstatt Franz Föttinger Zinndeckel Gravur FF
Zinndeckel mit Gravur „FF“

Weitere Vergleichsstücke in der Literatur:

Futher objects depicting workshops of potters are part of the König Collection of Gmunden Ceramics. As you can see here they are working at a potter’s wheel with the technique of earlier times.

In der Sammlung König befinden sich eine Godenschale aus dem späten 18. Jh. mit der zu der Zeit gebräuchlichen hochgelagerten Blockscheibe und eine Barbierschüssel aus dem frühen 18. Jh. mit der damals gebräuchlichen Sprossenscheibe.

König, F.H. Alt-Gmundner Fayencen. Eine Handwerkskunst aus dem Salzkammergut (17.-19. Jhd.) Linz 1964

S. 74 Abb 13 Barbierschüssel datiert 1735

S. 103 Abb. 27 Godenschale 1784 datiert

Another example of the depiction of the workshop of a renown potter can be found in the Museum Carolo Augustinum in Salzburg and it shows the workshop of Obermillner.

Carolo Augustinum Sammlung Salzburg Fayence Werkstatt Obermillner


Großer Birnkrug „Hafnerwerkstatt“
Salzburg, Werkstatt Obermillner 1680

Abgebildet in: Morath, W. (Ed.). (1999). Blaue Welle, grüne Flamme: Salzburger und Gmunder Fayencen, 17.-19. Jahrhundert, aus der Sammlung des Carolino Augusteum; Katalog zur Sonderausstellung im Carolino Augusteum.
Kat.Nr. 3 S. 23

Weitere Informationen zu den Gmundner Fayencen in der lesenswerten Diplomarbeit von Katharina Marchgraber mit dem Titel
„Frühe Gmundner Fayence bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts“

Abstract: Etwa ab 1700 beginnt in Gmunden die Herstellung künstlerisch verarbeiteter und bemalter Fayence, deren einheitliches Bild sich nach und nach einen klaren Wiedererkennungswert schafft. Dieses Erscheinungsbild bleibt seinen Prinzipien bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts treu, ändert sich aber schlagartig aufgrund der wirtschaftlichen und geschmacklichen Veränderungen des Historismus. Neben einer übersichtlichen Zusammenfassung aller bisher veröffentlichten Unterlagen zum Thema, behandelt diese Arbeit die Prinzipien der Gmundner Hafnertradition. Außerdem wird durch einen fotografischen Querschnitt die Einteilung in Farbperioden erklärt und die Entwicklung der Gefäß- und Dekorformen beschrieben. Weiters wird die Vorbildfunktion diverser europäischer Werkstätten geklärt, um infolge die Gmundner Fayence in die internationale Keramikgeschichte einbetten zu können.

Download: http://othes.univie.ac.at/1098/1/2008-09-15_0002754.pdf