Archiv des Autors: Fayence

Gmundner Zunftkrug 1842 datiert

mit der Darstellung der Hafner Werkstatt von Franz Föttinger

Weiss glasierte Fayence mit bunten Scharffeuerfarben bemalt. Die Schauseite zeigt den an der Töpferscheibe sitzenden Hafner Franz Föttinger bei der Produktion  in seiner Werkstatt.

SPRUCHBAND: „Dein Geschirr aus Erde gemacht wen viell zerbricht der Hafner lacht
„Your crockery made of clay delights the potter if you brake a lot“

Unter dem Spruchband Initialen F.F. umrahmt von der Datierung 1842. Henkel mit typischer eingerollter Schnecke und Malermonogramm K.P.

English synopsis:

The jug is a quite rare and an interesting testimony of the potter Franz Fötinger and shows the view into his workshop. He is sitting at his potter’s wheel, that is state of the art and was very modern at the time. (Modeled after the italien pottery wheels).

Outstanding and very rare to find is the clear depiction of the working method of a potter of the era. There is another known jug with a similar depiction dated 1788, Schlossmuseum Linz (Illustration in Hermann Langer Österreichische Fayencen Wien 1988 p. 178 Fig 129 Description. Illustration color plate p. 120 cat. No. 129). More detailed information and further illustration in: Heinzl, Brigitte: The pottery of Gmund in the art historical department of the Upper Austrian Museum. Yearbook of the Upper Austrian Museum Association vol. 135, 1 (1990) pp. 109-133.

Gmundner Zunftkrug 1842 datiert, Schauseite Werkstatt von Franz Föttinger H. 28 cm

Die Darstellung ist ein interessantes Zeitzeugnis und zeigt den Blick in die der Hafnerwerkstatt von Franz Föttinger. Eine durch zwei Fenster gut beleuchtete Arbeitsstätte. Der Töpfer sitzt an der für die damalige Zeit modernen fussbetriebenen Spindelscheibe (Erläuterungen hierzu von Alice Kaltenberger im Forum der Oberösterreichischen Geschichte) an welcher der Töpfer in deutscher Manier sitzt. (Rittlinks mit den Beinen beidseitig der Achsenhalterung). Er ist dabei eine Schüssel zu drehen, vermutlich einen Weitling als Gebrauchskeramik. 
Links unter der Bank auf dem Bretterboden befindet sich das Tonlager. Darüber eine bereits fertig gestellte Vase. In Griffweite der Schlickkasten mit darüber gelegtem Abschneidedraht mit Holzknebeln zum Ablösen des fertig gestellen Objekts von der Drehscheibe.
Rechts sind bereits fertige gedrehte Gefäße zu sehen, die durch das Fenster zum Trocknen heraus gereicht werden können. Davor weitere drei fertig gedrehte Schüsseln. Dahinter liegen bereits fertig vorbereitete Tonportionen für weitere Gefäße. Natürlich darf auch die Pfeife und der eigene Deckelkrug nicht fehlen. Diese beiden wichtigen Utensilien für den Genuß des Töpfers hängen griffbereit an der Wand.

Herausragend und sehr selten zu finden ist die klare Darstellung der Arbeitsweise eines Hafners der Epoche. Es ist noch ein Walzenkrug mit ähnlicher Darstellung bekannt, allerdings früher 1788 datiert und es ist die zu der damaligen Zeit gebräuchliche Sprossenscheibe abgebildet. Schlossmuseum Linz (Abbildung in Hermann Langer Österreichische Fayencen Wien 1988 S. 178 Abb 129 Beschreibung. Abbildung Farbtafel S. 120 Kat. Nr. 129). Vertiefende Informationen und weitere Abbildung in: Heinzl, Brigitte: Die Keramik Gmundens in der kunsthistorischen Abteilung des Oberösterreichischen Landesmuseums. Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines Bd. 135, 1 (1990) S. 109-133

Details der Ausstattung der Haufner Werkstatt von Franz Föttinger mit moderner Spindelscheibe
Gmundner Birnkrug 1842 datiert Werkstatt Franz Föttinger Zinndeckel Gravur FF
Zinndeckel mit Gravur „FF“

Weitere Vergleichsstücke in der Literatur:

Futher objects depicting workshops of potters are part of the König Collection of Gmunden Ceramics. As you can see here they are working at a potter’s wheel with the technique of earlier times.

In der Sammlung König befinden sich eine Godenschale aus dem späten 18. Jh. mit der zu der Zeit gebräuchlichen hochgelagerten Blockscheibe und eine Barbierschüssel aus dem frühen 18. Jh. mit der damals gebräuchlichen Sprossenscheibe.

König, F.H. Alt-Gmundner Fayencen. Eine Handwerkskunst aus dem Salzkammergut (17.-19. Jhd.) Linz 1964

S. 74 Abb 13 Barbierschüssel datiert 1735

S. 103 Abb. 27 Godenschale 1784 datiert

Another example of the depiction of the workshop of a renown potter can be found in the Museum Carolo Augustinum in Salzburg and it shows the workshop of Obermillner.

Carolo Augustinum Sammlung Salzburg Fayence Werkstatt Obermillner


Großer Birnkrug „Hafnerwerkstatt“
Salzburg, Werkstatt Obermillner 1680

Abgebildet in: Morath, W. (Ed.). (1999). Blaue Welle, grüne Flamme: Salzburger und Gmunder Fayencen, 17.-19. Jahrhundert, aus der Sammlung des Carolino Augusteum; Katalog zur Sonderausstellung im Carolino Augusteum.
Kat.Nr. 3 S. 23

Weitere Informationen zu den Gmundner Fayencen in der lesenswerten Diplomarbeit von Katharina Marchgraber mit dem Titel
„Frühe Gmundner Fayence bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts“

Abstract: Etwa ab 1700 beginnt in Gmunden die Herstellung künstlerisch verarbeiteter und bemalter Fayence, deren einheitliches Bild sich nach und nach einen klaren Wiedererkennungswert schafft. Dieses Erscheinungsbild bleibt seinen Prinzipien bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts treu, ändert sich aber schlagartig aufgrund der wirtschaftlichen und geschmacklichen Veränderungen des Historismus. Neben einer übersichtlichen Zusammenfassung aller bisher veröffentlichten Unterlagen zum Thema, behandelt diese Arbeit die Prinzipien der Gmundner Hafnertradition. Außerdem wird durch einen fotografischen Querschnitt die Einteilung in Farbperioden erklärt und die Entwicklung der Gefäß- und Dekorformen beschrieben. Weiters wird die Vorbildfunktion diverser europäischer Werkstätten geklärt, um infolge die Gmundner Fayence in die internationale Keramikgeschichte einbetten zu können.

Download: http://othes.univie.ac.at/1098/1/2008-09-15_0002754.pdf

Fayence und Steinzeug Katalog 2021

Faience | Stoneware |Silver | Works of Art
16th, 17th and 18th century new catalogue 2021

Unser aktueller Katalog ausgewählter Objekte aus
4 Jahrhunderten Fayence | Steinzeug | Silber | Glas |Zinn

Augsburg Silver Tankard mid-17th century; mark of D. Schwestermüller

Augsburger Silber Humpen um 1680

17th century Augsburg silver parcel-gilt tankard made by Daniel Schwestermüller

Subjects chased in high relief representing part of the story of Augsburg; mid-17th century; mark of Daniel Schwestermüller (master 1673, died 1695). The goldsmith has incorporated reliefs of the late 16th century around the body of the tankard. With chased motif of a standing warrior with shield as finial

Augsburg Silver Tankard mid-17th century; mark of David Schwestermüller

Dieser teilvergoldete Deckelkrug aus dem 17. Jh vom Augsburger Silberschmied Daniel Schwestermüller (Meister 1673, gestorben 1695) geschaffen. Ganz dem Stil des Barock entsprechend, weist das Stück ein reiches Reliefdekor auf. stehenden Krieger mit Schild als Knauf

Augsburger Silber

Das barocke Silber in Augsburg hatte eine sehr expressive Stilrichtung, die Gefäße haben lebhafte Konturen, ihre getriebenen Ornamente zeigen viele Variationen

The silverware from Augsburg was known as Augsburg silver and guaranteed excellent quality, since Augsburg silverware was very popular at many European royal courts and aristocratic courts of Bavaria, Württemberg, Saxony, Prussia, Brandenburg, Sweden and Denmark.

Das Silbergeschirr aus Augsburg war als Augsburger Silber bekannt und bürgte für gute Qualität, denn Augsburger Silbergerät war an vielen europäischen Königshöfen und Adelshöfen von Bayern, Württemberg, Sachsen, Preußen, Brandenburg, Schweden und Dänemark sehr beliebt.

Augsburg wurde im Mittelalter vom Handel mit Silber und Salz entscheidend geprägt. Der Augsburger Jakob Fugger (1459-1525) hat viel zur Vorherrschaft von Augsburg als Zentrum der Silberschmiedekunst beigetragen. Durch geschicktes und weitsichtiges Agieren verschaffte er sich das Bergregal und somit die Rechte auf die Ausbeutung des Südtiroler Silbers. (Bergwerksregal, ist das Verfügungsrecht über die ungehobenen Bodenschätze. Historisch zählte es zu den Regalien, womit man ursprünglich die Herrschaftsrechte des Königs bezeichnete (Berghoheit).[1] Neben dem Bergregal galt auch das Münzregal als wichtiges landesherrliches Privileg und war eine Folge aus dem Bergregal.[2])
Quelle wikipedia

Die Fugger in Augsburg

Jakob Fugger der Reiche weilte bereits als 14-Jähriger zur Ausbildung als Kaufmann in Venedig. Etwa um 1486 kehrte er nach Augsburg zurück, wo er bald sein kaufmännisches Genie bewies. Durch die Verknüpfung von Edelmetall-, Waren- und Finanzierungsgeschäften stieg er zum führenden Kaufmann seiner Zeit auf. Die geschäftlichen Schwerpunkte Jakob Fuggers lagen in Tirol, Kärnten und in Oberungarn, der heutigen Slowakei. Durch Kredite an die Landesherren war ihm eine monopolartige Nutzung der dortigen Kupfer- und Silbervorkommen möglich.
Quelle: https://www.fugger.de/home/

Background information as podcast in English
Tides of History
Jakob Fugger: The Richest Man Who Ever Lived?

At the end of the fifteenth century, the center of European banking suddenly swung from its birthplace in Italy to south Germany. The key figure in that transition was Jakob Fugger of Augsburg, maybe the richest man who ever lived.

Nürnberg Fayence Anbetung der Hirten Kordenbusch Krug um 1745

Anbetung der Hirten | Nürnberger Fayence Krug

Nürnberger Fayence Birnkrug mit der Anbetung der Hirten
in blauer Scharffeuermalerei aus der Kordenbusch Werkstatt um 1745
Provenienz: Sammlung Hans Cohn Los Angeles, USA
18th century Nurnberg Faience Pear-Shaped Jug with Adoration of the Shepards

Nurnberg Faience Jug Kordenbusch ca. 1745 Nürnberg Fayence birnkrug Kordenbuschmarke - Blue K mark
Nürnberger Birnkrug anbetung der Hirten um 1745, Kordenbuschmarke, H. 30 cm

Birnförmig mit Godronierter Wandung  und Zopfhenkel. Im Deckel der Zinnmontierung Medaillon mit Frauenbüste und Umschrift. Auf dem unglasierten Boden Blaue Marke „K mit 3 Punkten“. Große hochovale Kartusche mit der „Anbetung der Hirten“. Seitlich Blumen und Fiederblattranken.

Nurnberg workshop Kordenbusch (Mark „K“ with 3 dots). Painting in high-fired blue on light blue glaze. Large elongated oval cartouche with the Adoration of the Shepards (Luke 2, 8 – 20)

The Shepherds and the Angels

8 And in the same region there were shepherds out in the field, keeping watch over their flock by night. 9 And an angel of the Lord appeared to them, and the glory of the Lord shone around them, and they were filled with great fear. 10 And the angel said to them, “Fear not, for behold, I bring you good news of great joy that will be for all the people. 11 For unto you is born this day in the city of David a Savior, who is Christ the Lord. 12 And this will be a sign for you: you will find a baby wrapped in swaddling cloths and lying in a manger.” 13 And suddenly there was with the angel a multitude of the heavenly host praising God and saying,

14 “Glory to God in the highest,
and on earth peace among those with whom he is pleased!”[a]

15 When the angels went away from them into heaven, the shepherds said to one another, “Let us go over to Bethlehem and see this thing that has happened, which the Lord has made known to us.” 16 And they went with haste and found Mary and Joseph, and the baby lying in a manger. 17 And when they saw it, they made known the saying that had been told them concerning this child. 18 And all who heard it wondered at what the shepherds told them. 19 But Mary treasured up all these things, pondering them in her heart. 20 And the shepherds returned, glorifying and praising God for all they had heard and seen, as it had been told them.

https://www.biblegateway.com/passage/?search=Luke%202%3A8-20&version=ESV

Das Motiv geht zurück auf die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium
(Lk 2,8–20 EU), wo es heißt:

„In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade. Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ. So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.“

Literatur:
Seite/pages 158/159

Nürnberger Fayence Walzenkrug um 1770 Johannes der täufer

Nürnberger Fayence mit biblischen Szenen

Nürnberger Fayence Walzenkrug um 1770
mit der Taufe Christi und Jacob kämpft mit dem Engel
Nurnberg Faience Tankard with biblical scenes 18th century

Literatur und Vergleichsstücke im Museum:

Das im Jahr 2017 erschiene umfassende Werk über Nürnberger Fayencen von Silvia Glaser enthält detaillierte Erläuterungen zu den Stücken im Germanischen Nationalmuseum, sowie Vergleichsstücken in Sammlungen.
Frau Dr. Glaser stellt erstmals die nachweisbaren Maler der Nürnberger Fayencefabrik mit Ihren wichtigsten Werken vor.

Mit diesem LINK erhalten Sie einen Einblick in das sehr empfehlenswerte Werk als PDF.

Auf den Seiten 242 ff  Lot 87 werden Vergleichsstücke ausführlich beschrieben.
(Klick auf das Bild für eine größere Ansicht)

Nürnberger Fayencen : Geschichte und Erzeugnisse einer Manufaktur in der Reichsstadt: Bestandskatalog des Germanischen Nationalmuseums

Silvia Glaser Nürnberger Fayencen : Geschichte und Erzeugnisse einer Manufaktur in der Reichsstadt: Bestandskatalog des Germanischen Nationalmuseums

Detail Siegburger Schnelle 1765 datiert

Siegburger Schnelle 1565 datiert

Rare 16th century Siegburg stoneware Flagon (Schnelle) dated 1565 with applied reliefs of Judith, Lucretia and Susanna.

The fine white-firing clay available to Siegburg potters was ideal to create elaborate figurative relief ornaments. Siegburg became world famous in the mid 16th century when it took over the lead in stoneware production from Cologne.

Siegburg salt glazed stoneware Schnelle dated 1565
Frühe Siegburger Schnelle 1565 datiert, Zinndeckel mit Augsburger Marke, H. 21 cm

Schon im Mittelalter war Siegburg ein Töpferort mit der wohl größten Bedeutung im Rheinland und den übrigen bekannten deutschen Zentren. Basis für diese Stellung sind die Tonlager, die eine feinkörnige und weiß brennende Tonmasse ermöglichen.

Vom frühen 16. Jh. an entstehen die ersten figürlichen Gefäße (Männer und Frauen) in Form von Sturzbechern. Aber erst Mitte des 16. Jh. , als viele Kölner Töpfer nach Siegburg kamen, datiert das feinste Siegburger Steinzeug für das die Staht weit über die Grenzen bis nach England und Skandinavien berühmt wurde. Schlanke, hohe konische Gefäße die sogenannten „Schnellen“ wurden mit aufgelegtem Schmuckdekor figürlicher Szenen ausgearbeitet. Die Themen sind der Mythologie und der Bibel entlehnt.

Quelle: S. 18ff Kapitel Siegburg in „Steinzeug und Zinn“ Annaliese Ohm, Margit Bauer
Museum für Kunsthandwerk Frankfurt, 1977

Zinndeckel mit Augsburger Marke

Augsburger Zinnmarke 16. JH

 

Museum Reference and Literature:

Metropolitan Museum New York

https://www.metmuseum.org/art/collection/search/196342

Saltglazed stoneware Tankard (Schnelle) Siegburg 16th century Maker: F. Trac (active 1559–68) Height: (23,8 cm)

The Charles W. Nichols Collection and the Philadelphia Museum of Art

https://philamuseum.org/collections/permanent/37475.html?mulR=314620230|3

Hinton, J: The Art of German Stoneware, 1300-1900: From the Charles W. Nichols Collection and the Philadelphia Museum of Art

Siegburger Schnelle: Judith erschlägt Holofernes:
Quelle Lüneburger Stadtachäologie

Für viele Reliefauflagen wurden die Werke bekannter Künstler als Vorlage genutzt. Vor allem christliche Motive entstammen zumeist nicht der Fantasie der Formenschneider, sondern gehen auf die Werke (Holzschnitte, Kupferstiche usw.) anderer Künstler zurück.

Bei Ausgrabungen in Lüneburg wurde eine Schnelle geborgen, deren rechte Reliefauflage auf eine grafische Vorlagen des Künstlers Virgil Solis (1514-1562) zurückgeht.

grafische Vorlage von V. Solis

Judith erschlägt Holofernes, aus: Virgil Solis,
Biblische Figuren deß Alten Testaments. Frankfurt am Main 1565.

Bei der Darstellung der Judith von Virgil Solis handelt es sich um ein Bild im Querformat, das von einem breiten Rahmen umgeben ist. Zu sehen ist – wie auf der Längsauflage der Schnelle – Judith, die mit einen Hammer in der Hand, aus dem Zelt des Holofernes tritt. Holofernes liegt hinter ihr tot am Boden. Anders als auf dem Tonrelief zeigt die graphische Vorlage jedoch noch die Soldaten des Holofernes rechts vom Zelt und im Hintergrund die Stadt Bethulia, auf einem Berg gelegen. Da die Längsauflage, anders als das Originalbild, im Hoch- und nicht im Querformat ist, konnte vermutlich nicht die ganze Szene umgesetzt werden.

Siegburger Schnelle

Die beiden anderen Reliefauflagen zeigen Judith mit dem abgeschlagenen Kopf des Holofernes in ihrer linken Hand und die Gerechtigkeit mit Schwert und Waage.

Literatur:
Penselin, Anna, Das Steinzeug Siegburger Art mit Motivauflagen aus Lüneburg. In: Denkmalpflege in Lüneburg 2012, 36-50.

Museum für Kunsthandwerk Frankfurt

Siegburger Schnelle um 1566 Steinzeug und Zinn Ohm Bauer Museum für Kunsthandwerk Frankfurt Abb 35
Siegburger Schnelle um 1566 Steinzeug und Zinn Ohm Bauer Museum für Kunsthandwerk Frankfurt Abb 35
Steinzeug und Zinn Ohm Bauer Museum für Kunsthandwerk Frankfurt 1977
Steinzeug und Zinn Ohm Bauer Museum für Kunsthandwerk Frankfurt 1977

Sammlung Carl und Petra Amendt ausgestellt Krefelder Kunstmuseum

Amendt Krefelder Kunstmuseum die Kunst des Deutschen Steinzeugs Abb. 70
Sammlung Carl und Petra Amendt Krefelder Kunstmuseum die Kunst des Deutschen Steinzeugs: Schnelle Siegburg um 1571 Abb. 70 S. 95
die-kunst-des-deutschen-steinzeugs-karl-und-peter-amendt-ingeborg-unger
Die Kunst des Deutschen Steinzeugs-Collection Karl und Petra Amendt und der Krefelder Kunstmuseen, Ingeborg Unger Krefeld 2013

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Keramik Krug Jagdsortiment Peter Vogt Fayence Steinzeug München

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Ab Montag 17. Februar 2020 können die Objekte unserer Verkaufsausstellung 2020
im Laden im Münchner Rathaus besichtigt werden.

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Montag 17. Februar 2020
bis Freitag 21. Februar 2020
10 Uhr – 13 Uhr & 14 Uhr – 18 Uhr

Adresse

Marienplatz 8 | Zugang Landschaftstrasse |80331 München

Ausstellung von Fayence, Steinzeug, Silber, Glas & Zinn:

Peter Vogt Antiquitäten Steinzeug 16. Jh. 17. Jh. 18. Jh.

Crailsheimer Blumenkrug

Barocke Fayence Blumenkrüge aus der Manufaktur in Crailsheim mit leuchtend bunten Muffelfarben bemalt

The polychrome flower painting with muffle fired colours was probably introduced by former Meissen porcelain painters in the Crailsheim Manufactory around the middle of the 18th century, .

Die Crailsheimer Blumenkrüge bestechen durch farblich fein abgestimmte und ausdrucksstarke Malerei mit sehr dünnen Konturen in Schwarzbraun.
Über die Crailheimer Fayence Manufaktur ist nur wenig bekannt. Sie bestand vermutlich von ca. 1715 bis etwa 1827. Walzenkrüge scheinen dort erstnach 1755 in größerem Umfang hergestellt worden zu sein. Der typisch polychrome Blumendekor in Aufglasurmalerei wurde in Crailsheim um Mitte des 18. Jh. eingeführt, vermutlich von ehemaligen Meissener Porzellanmalern.
Quelle: Sammlerglück Fayencen der Sammlung Amelung Mainfränkisches Museum Würzburg 2014 S. 117

Sehr selten sind Crailheimer Blumenkrüge und Teller mit Blumenmalerei in Abschattierungen ausschließlich grüner Muffelfarben. Mehr dazu in diesem Beitrag:

Objekte aus der Periode Johann Georg Weiß sen. um 1760

Museum für Franken

Das Kunsthandwerk war von Beginn an ein Sammlungsschwerpunkt im Museum für Franken. Hervorragende Beispiele an Möbeln, Fayencen, Uhren, Gold- und Silberarbeiten wurden schon vor der Museumsgründung 1913 durch den Kunst- und Altertumsverein gesammelt.
Eine Sonderstellung nimmt die umfangreiche Fayence-Sammlung ein, die vom ersten Direktor des Museums, August Stöhr, angelegt wurde. Trotz einiger Kriegsverluste ist sie immer noch eine der bedeutendsten Sammlungen süddeutscher Manufakturen. Besonders hervorzuheben ist die große Sammlung Ansbacher Fayencen der „Grünen Familie“ sowie die hervorragenden Beispiele Nürnberger Hausmalerkrüge.

https://museum-franke.de/sammlung/kunsthandwerk.html

Vergleichsstück in der Literatur

Eröffnung nach umfassender Renovierung Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg Mai 2019

Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg | Fayence Sammlung

Das neue Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg

Seit Mai 2019 wieder geöffnet. Nach mehrjähriger Schließung erstrahlt die Sammlung des Museums im Wittelsbacher Schloss in Friedberg in neuem Glanz.

2020 steht dem Wittelsbacher Schloss in Friedberg und dem Museum ein ereignisreiches Jahr ins Haus. Die Bayerische Landesausstellung „Stadt befreit. Wittelsbacher Gründerstädte“ (29. April bis 8. November 2020) ist bestimmt das Highlight des Jahres.

Manufaktur für Fayencen

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich in Friedberg neben der Uhrenherstellung für kurze Zeit ein weiterer Wirtschaftszweig:
Kurfürst Maximilian III. Joseph von Bayern ließ 1754 in den Räumen des Friedberger Schlosses eine Manufaktur für Fayencen – für Tonware mit weiß deckender Glasur – einrichten.
Da die Manufaktur jedoch nur wenige Jahre Bestand hatte, sind die Friedberger Fayencen von hoher Seltenheit.

Museum-im-Wittelsbacher-Schloss-Friedberg-Fayence-Teller-mit-Insekten-und-Blumen 18. JH
Friedberger Fayence Teller um 1760 mit ausdrucksstarker Blaumalerei mit Insekten und Blumen aus dem Musem im Wittelsbacher Schloss in den neu gestalteten Räumen

Der Dekor der Indianischen Blumen in stilisierender Blaumalerei nach ostasiatischem Vorbild wurde zuerst in Meißen aufgenommen und in verschiedenen Fayence Manufakturen variiert, auch in Friedberg. Unter Josef Hackel war dieser Dekor bereits in Göggingen und Augsburg üblich.
Der Dekor der deutschen und europäischen Blumen und Insekten in Blaumalerei erscheint in Friedberg erst ab dem Ausscheiden von Josef Hackl im Jahre 1758.

Quelle: 200 Jahre Friedberger Fayence – Sonderausstellung zum 250. Gründungsjubiläum der Fayencemanufaktur Friedberg 2004 S. 32 + S. 73

Mehr zum Wappen der Patrizier Familie Imhoff

in diesem Beitrag
https://www.fayence-steinzeug-vogt.de/nuernberger-wappen-teller-um-1750/

Nutzen Sie also noch die Zeit bis Ende April für einen ruhigen Besuch in in der sehenswerten und neu präsentierten Sammlung der Friedberger Fayencen im Wittelsbacher Schloss.

Vergleichsstücke von Friedberger Fayencen in Blaumalerei

Manufakturmarken

Literatur

200 Jahre Friedberger Fayence – Sonderausstellung zum 250. Gründungsjubiläum der Fayencemanufaktur Friedberg 2004