Schlagwort-Archive: 17. jahrhundert

Crailsheimer Schreibzeug um 1770

Einladung zur Vorbesichtigung 2021

München hoppelt unter die 50er Inzidenz

Somit ist – entsprechend der Vorgaben zur Öffnung für den Handel – eine Vorbesichtigung der Objekte der Verkaufsausstellung 2021 nach vorheriger Anmeldung mit Termin möglich.
Bitte reservieren Sie telefonisch unter 089 294132

Vorbesichtigung Montag 8. März bis Freitag 12. März von 10:00 – 17:00

Invitation to view the upcoming sale March 13 2021

Viewing hours:
Monday 08/03 to Friday 12/03:
10:00 – 17:00
Thank you for making an appointment ahead of your visit

If you can’t make it, we will of course provide condition reports and additional images.

Peter Vogt
Antiquitäten im Rathaus
Marienplatz 8
Rathaus Rückseite – Eingang Landschaftstrasse
80331 München
Telefon 089/29 41 32

Freiberger Steinzeug Krug um 1670

17th century Freiberg Stoneware

Beispiele aus der Blütezeit des Freiberger Steinzeugs aus dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts

In Freiberg wurde nur im 17. Jahrhundert Steinzeug hergestellt. In der Zeit nach 1660 gelang es mit dem Reduktionsbrand hellgraues Steinzeug herzustellen, das für Freiberg besonders charakteristisch ist. Es wurden häufiger birnförmige Gefäße hergestellt auf denen das feine Netzwerk besonders gut zur Geltung kommt und einen ausdrucksstarken dreidimensionalen Hintergrund für die barocke Verzierung mit Stempeldekoren, wie eingeschnittenen Rosetten oder Blattornamenten, bildet. Dieser Stempelschmuck wurde auch auf dem Henkel angebracht und ist nur bei Freiberger Steinzeug zu finden. Mehrfarbige Bemalung mit Emailfarben dieser Ornamente, teilweise mit leicht goldener Erhöhung, kennzeichnen die Blütezeit der Freiberger Töpfer und ihre eigenständige Gestaltungkraft als Ausdruck ihrer barocken Kustfertigkeit.
Veredelt sind die Stücke teilweise mit prächtigen Originaldeckel aus der Werkstatt des Freiberger Zinngießers Samuel Günther d. Ä., so sie sich erhalten haben.
(vgl. Strauss, K., & Aichele, F. 1992, S.151)

Characeristics of Freiberg Stoneware in the last third of the 17th century at the height of the artistry of the Freiberg potters.

Typical for Freiberg stoneware is the use of small ornaments which the potters placed in bands between the lips and the body. Contrasting with a finely work chip carving is the extensive rosette and palmette decoration accentuated in enamel colors.
(c.f. Scheurleer, D. L. 1972 p. 128)

Decorativ innovations attributed to Freiberg include stamped ornament on handles but most important was the introduction of painted polychrome enamels in conjunction with sparcely applied gilding to highlight the effect. (c.f. Gaimster, D. R., & Hildyard, R. J. 1997 p.279)

Freiberger Steinzeugkrug um 1670, mit farbiger Emailbemalung und Vergoldung

Freiberger Steinzeugkrug um 1670, mit zweifarbiger Emailbemalung und originalem Deckel von Samuel Günther d. Ä.

Freiberger Zinnmontierung von Samuel Günther d.Ä. mit Johann Georg III


Samuel Günther d. Ä. (1659 Meister)
Typisch für Montierungen aus seiner Werkstatt sind der gewellte Rand, Daumenrast mit Engel Maskaron und Reliefschmuck. Sehr selten sind Montierungen mit dem Brustbild Johann Georg des III. Kurfürst in Sachsen.
Pewter lidding workshop of Samuel Günther the elder with Johann Georg III. elector in saxony.
(vgl. Horschik, J. 1981 S. 292)

Freiberger Birnkrug um 1670 mit polychromer Emailbemalung und germarktem Deckel von Samuel Günther d. Ä. (Katalog 2008 Peter Vogt München)

Reference Objects Victoria + Albert Museum London

Literature

Scheurleer, D. L. (1972). Duits steengoed met wapens of portretten van Oranje vorsten. Netherlands Yearbook for History of Art/Nederlands Kunsthistorisch Jaarboek Online, 23(1), 391-405.

Gaimster, D. R., & Hildyard, R. J. (1997). German stoneware, 1200-1900: archaeology and cultural history: containing a guide to the collections of the British Museum, Victoria & Albert Museum, and Museum of London. London: British Museum Press.

Steinzeug J. Horschik Von Bürgel bis Muskau

Horschik, J. (1981). Steinzeug: 15.-19. Jh.; von Bürgel bis Muskau. Ebeling.

Strauss, K., & Aichele, F. (1992). Steinzeug. Battenberg.

17th century stoneware Dippoldiswalde-Annaberg-Hunting-Tankard- ca-1700

Annaberg | Dippoldiswalde Steinzeug

Annaberger Steinzeug ist eine Keramikgattung des 17. und 18. Jahrhunderts.
Das in älterer und auch noch in jüngerer Literatur und in Katalogen des internationalen Kunsthandels so bezeichnete Steinzeug hat es wahrscheinlich in Annaberg nie wirklich gegeben. Eine Steinzeug-Produktion bzw. eine Herstellung von hochgebrannter Irdenware ist hier nicht nachweisbar. Die erzgebirgische Bergstadt Dippoldiswalde konnte, wie auch für das Freiberger Steinzeug, in archivalischer, kunsthistorischer, archäologischer (Ausgrabungen Anfang der 1990er Jahre) und naturwissenschaftlicher Forschung (Töpfereiabfall) als Herstellungsort nachgewiesen werden.

Aktuelle Literatur zum Thema von Anne Barth als Beitrag in unserem Blog

Anne Barth, Dippoldiswalder Steinzeug. Ein Töpferhandwerk und seine kulturhistorische Bedeutung. ArchaeoMontan Band 2
Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie Sachsen, Band 65.

Literatur:
Andreas Becke: Auf der Suche nach den Töpfern des »Freiberger« und »Annaberger« Steinzeugs. In: Nearchos 1, 1993, S. 99–123.
Hans Mommsen, Thomas Beier, Anno Hein, Elsa Hähnel und Andreas Becke: Neue Ergebnisse zum sächsischen Steinzeug: Herkunftsbestimmung durch Neutronenaktivierungsanalyse und Auswertung von Archivalien. In: KERAMOS 169, 2000, S. 67–84.
Alexander Schwedt, Hans Mommsen, Elsa Hähnel und Andreas Becke: Neutronenaktivierungsanalysen an sächsischer Keramik zur Herkunftsbestimmung von Siedlungsware aus Freiberg. In: KERAMOS 183, 2004, S. 51–75.
Rainer G. Richter: Das Dippoldiswalder Steinzeug. Töpfereiabfälle, Bestände aus dem Kunstgewerbemuseum Dresden, ein signierter Krug von Töpfermeister Georg Burckhart aus dem Jahre 1669 und neue Erkenntnisse aufgrund archivalischer Untersuchungen durch Andreas Becke. In: Keramik in Mitteldeutschland – Stand der Forschung und Perspektiven. 41. Internationales Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Dresden, Deutschland, vom 21. September bis 27. September 2008; S. 271–284 (dort auch noch weitere Literaturangaben). Herausgeber: Landesamt für Archäologie, Dresden 2012.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Annaberger_Steinzeug

Frühe Steinzeugkrüge aus der Sammlung Les Paul Beatrix Adler S. 68

Eine spannende Abhandlung zu diesem Thema hat Anne Beer geschrieben:

Vom Model zum Gefäß. Die frühneuzeitliche Keramikproduktion in Dippoldiswalde
– Ein Ausblick.

Anne Beer Vom Model zum Gefäß. Die frühneuzeitliche Keramikproduktion in Dippoldiswalde - Ein Ausblick

Hier geht es zum download ….

Vom_Model_zum_Gefaess_Anne_Beer_Dippoldiswalde

Literatur:


Sammlung von Keramik aus Dippoldiswalde im Kunstgewerbemuseum Dresden:

Dippoldiswalde Sammlung Kunstgewerbemuseum Dresden


Referenz Objekte Peter Vogt München mit der ehemaligen Bezeichnung „Annaberg“, die nach neuesten Erkenntnissen vermutlich in „Dippoldiswalde“ beheimatet sind :

Saltglazed Stoneware Creussen 17th century art

Creussen Steinzeug 17. Jhd.

Museale Highlights mit Emailfarben bemaltes Creussener Steinzeug

 

Fotos Peter Vogt München

18. Jh. Fayence 7. Crailsheimer Schreibzeug um 1770

Fayence mit Jagdmotiven

Die Vielfalt der jagdlichen Fayence aus dem 18. und 19. Jahrhundert im Spiegel der Manufakturen:

Bunzlauer Steinzeug |Boleslawieckiej Ceramiki XVII-XVIII w.

Bunzlauer Steinzeugkrug um 1787

Auflagen: Zwischen Blütenstauden Preussischer Adler mit Krone und Kriegstrophäen

Bunzlauer Keramik mit Auflagen

Die Töpferei reicht in Bunzlau bis in das späte Mittelalter zurück. Die ältesten archäologischen Funde aus dem 16. Jahrhundert zeigen, dass bereits zu dieser Zeit die Gefäße mit Auflagen aus Ton und farbigen Glasuren dekoriert wurden. Vom späten 17. bis ins 19. Jahrhundert waren dann die braunen lehmglasierten Krüge, Kannen und Teller mit weißen Auflagen ein typisches Bunzlauer Produkt. Die Auflagen zeigen religiöse Motive (Kruzifix, Adam und Eva, Lamm Gottes), Profanes (Blumen) und Hoheitszeichen der Landesherren: Bis 1740 den kaiserlichen Doppeladler, danach das Monogramm „FR“ für „Friedericus Rex“ und den preußischen Adler.

https://www.schlesisches-museum.de/ueber-uns/sammlung/keramik-und-porzellan#gallery-1

Vergleichsstück im Muzeum Ceramiki w Bolesławcu

Dzban z herbem Rzeczypospolitej Obojga Narodów Pokrywa dzbana z datą 1778

Bunzlauer Steinzeugkrug mit polnisch-litauischen Wappen Deckel datiert 1778

Zu den künstlerischen Verzierungen auf den Bunzlauer Krügen des 18. Jahrhunderts gehörten Wappen von Staaten und Embleme ihrer Herrscher. Neben dem preußischen Adler und dem gebundenen Monogramm von König Friedrich II. dem Großen von Preußen waren zweiköpfige Adler der Habsburger Monarchie und das Wappen des Herzogtums Sachsen gängige Motive.
Eine echte Rarität in dieser Produktgruppe ist dieser Krug, der mit dem damaligen Wappen des polnischen Staates verziert ist. Die runde Kartusche zeigt das vierteilige Wappen der Union von Lublin oder Lubliner Union diese begründete 1569 die polnisch-litauische Adelsrepublik (auch Polen-Litauen oder Rzeczpospolita genannt) die faktisch die Krone des polnischen Königreichs mit dem Großfürstentum Litauen vereinigte. Zwei Felder des Wappens zeigen das Symbol Polens – den gekrönten Adler,
die anderen beiden sind ein Abbild der Pahonia, des Wappens von Litauen. Auf dem Herzschild in der Mitte der Kartusche, wo das Familienzeichen des aktuell regierenden Monarchen angebracht wurde, sieht man das Wappen von Stanisław August Poniatowski, dem letzten König von Polen. Er übernahm die Herrschaft im Jahr 1764. Auf dem Zinndeckel wiederum befindet sich ein eingravierten Monogramm „M.S.R.“. und die Jahreszahl 1778.
Quelle: Muzeum Ceramiki w Bolesławcu – Beiträge | Facebook

Vergleichsstück im Museum für Europäische Kulturen

Source
Museum Europäischer Kulturen, Staatliche Museen zu Berlin
Creator Fotograf unbekannt
Copyright Notice
CC BY-NC-SA
Museum Europäischer Kulturen. (2020-08-13). Kanne mit Deckel und Bunzlauer Wappen

Bunzlauer Steinzeugflaschen aus dem 17. Jh mit Auflagen

Die beiden Flaschen waren Teil der Sonderausstellung im Keramikmuseum Boleslawiec Von den Anfängen der Bunzlauer Keramik – Funde des 15.–16. Jahrhunderts aus einem mitteleuropäischen Zentrum der Töpferei

https://muzeum.boleslawiec.pl/wystawy/wystawy-stale/dzial-ceramiki/ekspozycja-boleslawieckiej-ceramiki-do-1945-r/

Bunzlauer Keramik hat eine jahrhundertelange Tradition. Trotz zahlreicher Berichte in den Chroniken war es bis heute nicht möglich zu bestimmen, wann hier die ersten künstlerischen Steinzeugerzeugnisse entstanden sind und wo die ältesten städtischen Töpfereien verortet lagen. Dank archäologischen Untersuchungen, die im Jahr 2007 von den Mitarbeitern des Muzeum Ceramiki in Bolesławiec an der Piaskowa-Straße durchgeführt wurden, konnten Überreste der bisher ältesten neuzeitlichen Töpferei entdeckt werden.
Diese Entdeckung gab den Anlass für ein wissenschaftlich-museumspädagogisches Projekt. Das Projekt wird geleitet vom Muzeum Ceramiki in Bolesławiec und dem Schlesischen Museum zu Görlitz in Zusammenarbeit mit zwei bekannten deutschen Kultureinrichtungen: dem Sächsischen Landesamt für Archäologie, Dresden und dem Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden.
Im Rahmen des Projekts entstand eine Ausstellung. Die Ehrenpatenschaft darüber übernahm der Minister für Kultur und Nationales Kulturerbe der Republik Polen, Herr Bogdan Zdrojewski.

Die Ausstellung fand im Jahr 2013 im Muzeum Ceramiki in Bolesławiec, Kutuzow-Straße 14 und danach im Schlesischen Museum zu Görlitz statt. Die Ausstellung bestand aus drei großen Komplexen. Im Mittelpunkt steht Keramik, die im Laufe der archäologischen Untersuchungen an der Piaskowa-Straße in Bolesławiec entdeckt wurde und nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wird. Eine Auswahl aus über 20000 Bodenfunden vermittelt einen Einblick in die Keramikformen der Spätrenaissance. Es konnten 101 Gefäße rekonstruiert werden, darunter Töpfe, Krüge, Kannen, Schalen, Teller, Dreibein- und Abgabegefäße. Sie bilden den größten Teil des Fundkomplexes, zu dem auch Schüssel- und Blattkacheln, Pfeifen, Figuren sowie technische Keramik – Brennhilfen der ehemaligen Töpferei und Retorten – gehören. Die ältesten geborgenen Keramikfragmente gehören der Falke-Gruppe an und datieren ins 15./16. Jahrhundert. Zu den jüngsten Funden zählen Pfeifen aus dem 18. Jahrhundert. Der zweite Ausstellungsbereich behandelt Bunzlauer Gefäße aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Im dritten Abschnitt können Erzeugnisse aus den namhaftesten europäischen Zentren der Steinzeugproduktion wie Siegburg, Köln, Westerwald oder Dippoldiswalde bewundert werden, die zur gleichen Zeit entstanden sind. Diese Objekte stammen aus musealen und privaten Sammlungen in ganz Deutschland und Polen. Organisatoren ein wichtiges Anliegen dar.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen, deutsch-polnischen Katalog begleitet, der in einer Auflage von 1000 Exemplar erschienen ist. Diese über 350 Seiten starke Publikation hat einen wissenschaftlichen Charakter und beinhaltet folgende Themen: Bericht über den Verlauf der Untersuchungen, Analyse der entdeckten Artefakte, Objektkatalog der Bunzlauer Keramik des 17. Jahrhunderts, kurze enzyklopädische Zusammenstellung der wichtigsten europäischen Keramikzentren.

Der Katalog beinhaltet zudem zahlreiche Farbfotos, Zeichnungen, Skizzen, Diagrame und Tabellen.
Von den Anfängen der Bunzlauer Keramik Barbara Glinkowska, Stefan Krabath, Anna Bober-Tubaj, Agata Bojanowska, Michał Karpiński, Andrzej Olejniczak, Tadeusz Orawiec, Anna Puk, Robert Szwed Muzeum Ceramiki w Bolesławcu, Schlesisches Museum zu Görlitz

Quelle: Publikacje o ceramice – Muzeum Ceramiki w Bolesławcu

Mer

Mer

17th century Saltglazed Creussen Stoneware Tankard with Kurfürst

Creussener Kurfürstenkrug 1677 datiert

English Synopsis:

Very rare Baroque ceramic object from the saltglazed stoneware
manufactory in Creußen

second half of the 17th century dated 1677
Decor pictures the Roman emperor and his elector
partly in half relief with enamel painting.
(click on the fotos for enlargement and a more detailed view)

Museales und seltenes Objekt aus der Manufaktur in Creußen
aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunder mit der Datierung 1677
sowie der Abbildung des römischen Kaisers nebst Kurfürsten
teilweise im Halbrelief mit
Emailbemalung:

Spruchband:
„Trinck mich auß vnd schenck mich ein, daß Du erfrischt daß Hertze Dein,
trinck vnd iß, Gott vnd  deineß Nächsten nicht vergieß“

(Klick auf das Bild für eine größere Darstellung)

Creussen Kurfürsten Humpen Detail Köln und Trier Creussen Kurfürsten Humpen Detail römischer Kaiser Creussen Kurfürsten Humpen Heidelberg Brandenburg

Ein Kurfürst (lateinisch princeps elector imperii oder elector) war einer der ursprünglich sieben, später neun und zuletzt zehn ranghöchsten Fürsten des Heiligen Römischen Reiches, denen seit dem 13. Jahrhundert das alleinige Recht zur Wahl des römisch-deutschen Königs zustand. Mit diesem Königstitel war traditionell der Anspruch auf die Krönung zum römisch-deutschen Kaiser durch den Papst verbunden.

Zusammensetzung des Kurfürstenkollegiums

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit gehörten dem Kurfürstenkollegium sieben, später neun Reichsfürsten an. Jedem Kurfürsten war eines der Reichserzämter zugeordnet. Zum ursprünglichen Kollegium gehörten:

drei geistliche Fürstbischöfe,

sowie vier weltliche Fürsten,

Im 17. Jahrhundert erlangten zwei weitere Reichsfürsten die Kurwürde:

Quelle Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrst

Abbildung des Kurfürstenkruges in der Literatur:

Creussener Steinzeug Joachim Kröll  Abb 45 S. 92

Creussner Steinzeug Joachim Kröll

Steinzeug in Creussen Sammlung Burkhard im Anhang A3 S.162 ff

Seinzeug in Creußen - Die Sammlung Burkardt Autor: Werner Endres Deutscher Kunstverlag 2009

Detail Schlesischer Doppelhenkelkrug 1665 datiert Schuster Zunft

Schlesischer Doppelhenkelkrug 1665 datiert

Ein Highligt aus unserem aktuellen Katalog:
Ein seltener und früher Schlesischer Doppelhenkelkrug
mit der Datierung 1655

sowie dem Zunftzeichen der Schuster

Schlesischer Doppelhenkelkrug Schusterzunft 1665 datiert

Detail: Zunftzeichen der Schuster Schnabelschuh mit Pfeil

Eine Vielfalt von Vergleichsobjekten findet sich im Bally Schuhmuseum in der Schweiz

Stubenzeichen Schusterzunft Steiermark 17. Jh Bally Schuh Museum

Stubenzeichen Steiermark 17. Jahrhundert
Gehört zur Ausstattung einer Zunftstube. Der aus holz geformte Schuh trägt typische barock Züge. Der das Emblem durchbohrende Pfeil deutet an, dass die Zunft, dem das Zeichen eigen war, wehrhaft war, d.h. sie hatte im Falle der Belagerung der Stadt durch feindliche Truppen Wehrdienst zu leisten. Bally Schuhmuseum Schweiz

Einen schönen Überblick über den Bestand des Bally Schuh Museums mit ähnlichen Zunftzeichen finden Sie in der nachfolgenden Galerie. (Klick für eine größere Ansicht)
Vielen Dank an die Kuratorin des Museums Frau Appenzeller für das zur
Verfügung gestellte Bildmaterial.

Vergleichsstücke in der Literatur:
Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert
Autor Renate Scholz

(Klick auf das Bild für eine Vergrößerung)

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. - 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz S.25

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz S. 25

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. - 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz S.26

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz S. 26

 

Schnaps&rösti_Ariana Genf

Musee Ariana Genf

Musee Ariana
„Schnaps et rösti“

Emailliertes Glas und Töpferware aus der Schweiz,
17. bis 19. Jahrhundert
9. Juni 2017 bis 18. Februar 2018

Röstiplatten und Terrinen aus Irdenware mit Engobedekor unter Glasur treffen auf
Schnapsflaschen
und Trinkbecher aus weissem oder farbigem Glas, die mit
polychromer Emailmalerei verziert sind.

Emailbemaltes «Flühli-Glas» wurde hauptsächlich zwischen 1720 und 1820 hergestellt.

Die bekanntesten Töpfereien befanden sich in Langnau, Blankenburg, Bäriswil
und Heimberg.

Die Exponate unterscheiden sich zwar im Hinblick auf Technik und Form, treten aber über die ikonografischen Motive miteinander in Resonanz. Blumen und Tiere, Wappendarstellungen und Genrefiguren zieren die naive Bauernkeramik. Oftmals ergänzen Sprüche mit religiösem, patriotischem oder amourösem Inhalt das Dekor und liefern Einblicke in das Alltagsleben im Bernbiet und im Entlebuch.

Langnau 1779 – Sammlung Musee Ariana Genf

Die Sammlung des Musée Ariana beherbergt einen bedeutenden
Korpus mit an die 200 Schweizer Keramikobjekten.

Sie decken einen grossen Zeitraum ab: von 1680 bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Mit Ausnahme einiger Anschaffungen, die im Laufe der Zeit getätigt wurden, gelangten die meisten Stücke – teilweise erst im Zusammenhang mit dem Aufbau dieser Ausstellung – über Schenkungen und Legate in den Besitz des Museums.

SCHWEIZER TÖPFERWARE

Die grundsätzlich gleichbleibende Töpfereitechnik besteht darin, den Ton nach dem Drehen, Formen und Trocknen mit einer hellbeigen oder dunkelbraunen Grundengobe zu überziehen. Engoben bestehen aus naturbelassenem oder mit Metalloxiden eingefärbtem flüssigem Tonschlicker. In einem nächsten Schritt wird der Gegenstand mit einem Pinsel oder einem Malhörnchen – einer Art birnenförmigen, mit Engobe gefüllten Pipette verziert; zusätzlich zur Emailbemalung werden manchmal Springfeder – oder Ritzdekore angebracht. Schliesslich wird der Gegenstand mit Email überzogen und im Holzofen gebrannt. Der Brennvorgang bringt die kräftigen Engobefarben unter der durchsichtigen, glänzenden Glasur voll zur Geltung.

Zwar wurden Töpfereien nachweislich auch in mehreren anderen Schweizer Gegenden betrieben, doch die wichtigsten Produktionsstätten lagen im Kanton Bern:
die Werkstatt von Abraham Marti in Blankenburg sowie die Zentren in Langnau, Heimberg, Bäriswil und Steffisburg

Die Hafnerei Abraham Marti in Blankenburg (Simmental)

Teller Abraham Marti Blankenburg dat 1758

Plat Abraham Marti, Blankenbourg (Simmental, Berne), daté 1758
Terre cuite, engobes sous glaçure D. 59 cm
Legs Gustave Revilliod, 1890 – Inv. AR 932
Collection Musée Ariana, Genève
Photo Mauro Magliani & Barbara Piovan

Abraham Marti findet erstmals 1748 als einziger Töpfer des Simmentals (Berner Oberland) Erwähnung. Von 1749 bis 1789 stellte er Keramikgeschirr, hauptsächlich Platten, aber auch Ofenkacheln her.

Mit ihrem Dekor auf hellem Hintergrund sind Abraham Martis flache Teller unverwechselbar. Das Profil der Teller weist zwar besonders bei grossformatigen Stücken häufig Unregelmässigkeiten auf, doch die Arbeiten Martis zählen wegen ihrer bemerkenswerten Dekorqualität zu den Glanzleistungen der Schweizer Töpferkunst.
Der grosse Wappenteller (s. Abb.) ist ein Meisterwerk dieser Kategorie.

Mit 19 Tellern und Platten besitzt das Musée Ariana eine der schweizweit grössten Sammlungen von Blankenburger Keramik.

Daniel Herrmann und die Langnauer Keramik

Ab dem 17. Jahrhundert entstanden in der Gemeinde Langnau im Emmental eine ganze
Reihe von Töpfereibetrieben.

Teller Langnau (Berne), dat 1779

Assiette Langnau (Berne), daté 1779
Terre cuite, engobes sous glaçure D. 30 cm
Legs Gustave Revilliod, 1890 – Inv. AR 909
Collection Musée Ariana, Genève
Photo Mauro Magliani & Barbara Piovan

Für die Zeit bis 1850 gibt es Belege für mindestens zehn handwerklich
arbeitende Hafnereien
.

Über mehrere Generationen tätige Hafner, darunter die berühmte Familie Herrmann, entwickelten ein handwerkliches Können, für das der Begriff «Langnauer Stil»
geprägt wurde. Daniel Herrmann (1736-1798) übernahm stilistische Elemente der Frischingschen Fayencemanufaktur, der er eine Zeit lang als Direktor vorstand.
Die Malhorndekoration wurde auf weissem Grund aufgetragen, anschliessend mit
Ritz- und Springfederdekor kombiniert und schliesslich mit einer leicht grünlichen Glasur überzogen. Die meisten Teller sind zudem mit Sprüchen versehen.

Nebst Tellern und Platten wurden auch mindestens 250 weitere Arten von Gebrauchsgegenständen registriert, darunter zahlreiche Terrinen mit unterschiedlichen Formen.

Beiträge zum Thema Langnauer Keramik in der Presse:

Berner Zeitung

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/die-dynastie-herrmann/story/24930623

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/in-langnau-ist-die-welt-anders/story/14519499

Heimberg und «Heimberger Art»

Ende des 18. Jahrhunderts befand sich das grösste Töpfereizentrum des Kantons Bern in der Region Heimberg. Um 1850 wurden in der Gegend von Heimberg bis zu 80 Töpfereien gezählt, in denen auch Gesellen und Ausmacherinnen (Keramikmalerinnen) beschäftigt waren.

Teller Heimberg Bern 1793 datiert

« Plat à rösti » « À la manière de Heimberg » (Berne), daté 1793
Terre cuite, engobes sous glaçure D. 28,4 cm
Don d’Alfred Dumont, 1894 – Inv. R 195
Collection Musée Ariana, Genève
Photo Mauro Magliani & Barbara Piovan 14

Zu den besonderen Merkmalen der Heimberger Produktion gehört, dass die Verzierungen mit dem Malhörnchen auf eine schwarzbraune Grundengobe aufgetragen wurden.
Die tiefen, als «Röstiplatten» bekannten Servierteller besitzen meistens einen charakteristisch abgeschrägten Rand. Nach heutigen Erkenntnissen beschränkt sich dieser Keramiktyp jedoch nicht auf das Heimberger Töpfereizentrum: Ähnliche Gegenstände wurden auch in Berneck im Rheintal hergestellt.
Dort, wo Stempel oder Markierungen zur Identifizierung des Hafners oder des Produktionsstandorts fehlen, ist deshalb vorsichtshalber der Begriff «Heimberger Art» zu verwenden.

Quelle: Presse Info Deutsch

Mehr Bildmaterial zur Ausstellung als PDF:

http://institutions.ville-geneve.ch/fileadmin/user_upload/ariana/documents/Expositions/DE_Visuels_Ariana_Schnaps_Roesti.pdf

Literatur:

Begleitend zu dieser Ausstellung entstanden mit der Unterstützung von Experten beider Fachgebiete zwei grössere Veröffentlichungen in deutscher und französischer Sprache.

Andreas Heege, Andreas Kistler, Isabelle Naef Galuba
Poteries décorées de Suisse alémanique, 17e-19e siècles
Deutsch und Französisch

Heege Kistler Poteries décorées de Suisse alémanique musee ariana

Collections du Musée Ariana à Genève
bilingue français-allemand
5 Continents
ISBN 978-88-7439-769-3
Avec le soutien de la Ceramica Stiftung et la Fondation Amaverunt

CHF 85.-

Heinz Horat, Stanislas Anthonioz
Verre émaillé en Suisse, 18e-19e siècles
Deutsch und Französisch

Heinz Horat Stanislas Anthonioz Verre émaillé en Suisse musee ariana

Collections du Musée Ariana à Genève
bilingue français-allemand
5 Continents
ISBN 978-88-7439-768-6
Avec le soutien de la Fondation Amaverunt

CHF 65.-

CHF 135.- Prix spécial pour l’achat des 2 volumes „Poteries décorées de Suisse alémanique, 17e – 19e siècles“ et „Verre émaillé en Suisse, XVIIIe-XIXe siècles“

Bestellung – per mail

ariana@ville-ge.ch

 

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