Schlagwort-Archive: 18th century works of art

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Hausmaler Krug | Bartholomäus Seuter

Augsburger Hausmalerkrug Muffelmalerei bemalt von Bartholomäus Seuter auf einem Ansbacher Fayence Enghalskrug, Medaillon: Frühlingsgöttin Flora mit Blütenkranz, umrahmt von Barockornament in Purpur und bunten Muffelfarben um 1730

Baroque Ansbach Faience Enghalskrug DECORATION BY BARTHOLOMÄUS SEUTER (Augsburg) Cartouche with Goddess of spring Flora engulfed with garland of blossoms in Purpur Camaieu and framed by baroque ornaments in vivid muffle fired colours ca. 1730

Bartholomäus Seuter – manifold craftsmanship and artistry

After the decline of the Nuremberg HAUSMALER workshops in the 1720s began the peak period of the Augsburg HAUSMALER. Their most important representative was the goldsmith, enameler, porcelain and faience painter, silk dyer and copper engraver, Bartholomäus SEUTER (1678-1754). As faience painter, Seuter preferred narrow-necked jugs (Enghalskrüge), which he obtained as white ware from the factories in Hanau, Frankfurt, Ansbach and Nuremberg. His palette contained the colors purple, iron red, green, yellow, blue, brown and black. Only a few of Seuter’s works are signed with his initials BS.

Nach dem Niedergang der Nürnberger Hausmalerei in den zwanziger Jahren des 18. Jahrhunderts begann die Blütezeit der Augsburger Hausmaler. Ihr wichtigster Vertreter war der Goldarbeiter, Emailleur, Porzellan- und Fayencemaler, Seidenfärber und Kupferstecher Bartholomäus SEUTER (1678-1754).

BARTHOLOMÄUS SEUTER als Gärtner. Kupferstich von Johann Jakob Haid, Augsburg um 1740 (Städtische Kunstsammlungen Augsburg)


Als Fayencemaler bevorzugt Seuter Enghalskrüge, die er aus den Manufakturen Hanau, Frankfurt, Ansbach und Nürnberg als Weißware bezieht. Seine Palette umfaßt die Farben Purpur, Eisenrot, Grün, Gelb, Blau, Braun und Schwarz. Nur wenige Arbeiten Seuters sind mit seinen Initialen BS signiert.

HAUSMALEREI | STUDIO PAINTING

Hausmaler fertigten nie selbst Keramik an, sondern bemalten die aus Manufakturen wie zum Beispiel Delft, Hanau oder Frankfurt, seit 1712 auch aus Nürnberg erworbenen, unbemalten Stücke mit der ihnen eigenen Technik des Schwarzlots oder des farbigen Emails. Zwei Berufsgruppen brachten die Voraussetzungen mit, um unbemalte Fayencen dekorieren und in den kleinen Muffelöfen ihrer Werkstätten brennen zu können: erstens die Glasmaler; sie übertrugen die ihnen von der Scheibenmalerei her bekannte Technik der Muffelmalerei einfach auf die Fayence und bevorzugten dabei, wie in der monumentalen Glasmalerei üblich, das Schwarzlot und zweitens die Goldschmiede, die sich ihre Kenntnisse des Emaillierens zunutze machten und die bunten Schmelzfarben auf die dafür sehr geeignete Fayence aufbrachten.

Hausmaler painted the undecorated pieces, which they acquired from factories in Delft, Hanau, Frankfurt and elsewhere (after 1712 from Nuremberg as well), in their own particular technique of schwarzlot or colored enamel. Two groups of craftsmen possessed the required expertise to decorate unpainted faience pieces and fire them in the little muffle-kilns in their workshops. Firstly, the glass painters, who simply applied to faience decoration the technique of muffle-fired painting already known to them from their own craft and, as was usual in monumental glass painting, they preferred schwarzlot; secondly, the goldsmiths, who used their skills in enameling and put the fusible bigments of various colors on the admirably suited faience. As the Hausmaler had their „workshops“ on their own premises they did not have to follow regulations of the guilds and therefore free to expres their own style of craftsmanship.

After 1720, Nuremberg had to yield pride of place in the field of this type of STUDIO painting to Augsburg. From now on the goldsmith Johann Auffenwerth, his daughters Anna Elisabeth and Sabina, the craftsmen Bartholomäus Seuter and his brother Abraham were largely responsible for the fame of the Augsburg HAUSMALER school.


(S. 18 f. Bosch, H. (1983). Deutsche Fayencekrüge des 17. und 18. Jahrhunderts: Sammlungen Hans Cohn, Los Angeles, Siegfried Kramarsky, New York. P. von Zabern.)

Museum Reference – MAK Vienna

Ansbach-Augsburger Hausmalerkrug, Medaillon: Ceres mit Garbe, umrahmt von Barockornament in Purpur und bunten Farben. H. 29,5 cm.
Österreichisches Museum für angewandte Kunst in Wien.

Abb. 173 / S. 183
Bayer, Adolf
Die Ansbacher Fayence-Fabriken: ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Keramik 1710-1839; ein Handbuch für Sammler und Liebhaber. Klinkhardt & Biermann, 1959

Stichvorlage | Inspiration

Kupferstich Die vier Jahreszeiten, N. Château,
4 Bll. „Printemps“

Literature:

Bayer, Adolf. Die Ansbacher Fayence-Fabriken: ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Keramik 1710-1839; ein Handbuch für Sammler und Liebhaber. Klinkhardt & Biermann, 1959.

Bosch, Helmut: Deutsche Fayencekrüge des 17. und 18. Jahrhunderts. Sammlungen Hans Cohn, Los Angeles.

English and German Edition
Bosch, Helmut: Deutsche Fayencekrüge des 17. und 18. Jahrhunderts. Sammlungen Hans Cohn, Los Angeles. Siegfried Kramarsky, New York. Mainz: Von Zabern 1983.

Weitere Beiträge zum Thema Hausmaler

Fajans Urna med Lock, Lockvas , Stockholm, Sverige ca. 1758

18th Century Faience Rörstrand  Stockholm

Ein seltenes Paar Fayencen Vasen aus der Manufaktur in Rörstrand Stockholm Schweden mit Blumenbouquets in leuchtend bunten Muffelfarben bemalt in der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Die schwedische Fayencemanufaktur Rörstrand unweit von Stockholm wurde 1726 gegründet. Diese Objekte stammen aus der Periode Anders Fahlström (1740 – 1760)
Die Malerei stammt vermutlich von Erik Wahlberg (Siehe Vergleichsstück Nationalmuseum Stockholm)

A rare pair of faience vases manufactured in Rörstrand Stockholm Sweden with bouquets of flowers painted in brightly coloured muffle fired colours in the middle of the 18th century.
The Swedish faience manufactory Rörstrand situated not far from Stockholm was founded in 1726. These objects are attributed to the Anders Fahlström period (1740 – 1760). The painting is probably by Erik Wahlberg (see reference object National Museum Stockholm)

Muffelmalerei in der Manufaktur Rörstrand

The period of objects with muffle fired colour decoration was quite short (ca. 1758 – 1765) due to the better performance and efficiancy of process of the Marieberg manufactory.
Rörstrand then returned to the expertise in decoration with high fired colours.

Um 1758 führte man in Rörstrand die Technik der Muffelfarbenmalerei ein. Zarte Blumenbouquets z. B auf Fondvasen (Kat.-Nr. 45 Weber-Schuback, I. (2007) – siehe unten) sind Beispiele für Rörstrands Dekore in Muffelfarben. Charakteristisch für die Manufaktur ist die Farbpalette aus hellem Manganviolett, Gelbgrün, Zitronengelb und stahlend blauem Kobalt.

Um 1765 stellte Rörstrand trotz guter Ergebnisse die Muffelfarbenmalerei wieder ein und kehrte zur Scharffeuerfarbenbemalung zurück. Der Grund war wohl die technisch perfekte Ware, die Marieberg durch die Güte der Glasur und Leuchtkraft seiner Muffelfarben zu produzieren im Stande war.

Fayence Rörstrand Muffelfarben Malerei Blumen um 1758
Rörstrand Fayence Muffelfarben Blumen Malerei um 1758 Malerei verm. Erik Wahlberg Periode Fahlström

Manufakturmarke – Stockholm

Rörstrand signierte die Fayence Objekte anfänglich mit „Stockholm“ abgekürzt oder als ganzes Wort. Seit der Gründung der Manufaktur Marieberg 1758 änderte sich dann zur klaren Zuordnung die Signatur in „Rörstrand meist abgekürzt „Rörst“
Quelle: Kanowski, Claudia, et al. Fayencen aus dem Ostseeraum: keramische Kostbarkeiten des Rokoko S. 162

National Museum Stockholm – Online Dokumentation der großen Sammlung von Keramik der Manufaktur Rörstrand

Referenzobjekt aus der Sammlung des Museums in Stockholm – Reference Objects of the National Museum Collection in Stockholm with this link

https://www.nationalmuseum.se/en/samlingarna

Referenzobjekt aus der Sammlung des Nationalmuseums Stockholm

Literature

Fayencen aus dem Ostseeraum Hirmer 2003

Kanowski, Claudia, et al. Fayencen aus dem Ostseeraum: keramische Kostbarkeiten des Rokoko;[Katalogbuch zur Ausstellung“ Fayencen aus dem Ostseeraum: Keramische Kostbarkeiten des Rokoko“: Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf, Schleswig, vom 1. Juni bis 31. August 2003… Museum of Foreign Art-Kadriorg Palace, Tallinn, vom 23. Mai bis 15. August 2004]. Hirmer, 2003.

Weber-Schuback, I. (2007). Fünf nordeuropäische Fayencenmanufakturen des 18. Jahrhunderts (Rörstrand, Marieberg, Eckernförde, Kiel, Stockelsdorf) zwischen vorindustriellen Produktionsbedingungen und künstlerischem Anspruch.

Weber-Schuback, I. (2007). Fünf nordeuropäische Fayencenmanufakturen des 18. Jahrhunderts

In dieser sehr lesenswerten Dissertation erhält man einen umfassenden Einblick zu diesen Themen:

In dieser Arbeit geht es um zwei schwedische (Rörstrand, Marieberg) und um drei norddeutsche Fayencemanufakturen (Eckernförde, Kiel, Stockelsdorf) des 18. Jahrhunderts, um ihre Gründung, Entwicklung, wirtschaftliche Situation, finanziellen Probleme, Konkurrenz-Problematik und vor allem um das künstlerische Niveau der Fayencen. Besondere Beachtung findet der begabte Fayencier Johann Buchwald, der in allen fünf Fabriken tätig war. Ferner werden neben einer positiven Bewertung der Leistungen von Werkleitern, Fayenciers, Malern und Poussierern, Einblicke in deren Lebensverhältnisse und in das soziale Gefüge gegeben. Es lässt sich konstatieren, dass, obwohl sie – betriebswirtschaftlich gesehen – kaum rentabel waren, sich jede einzelne Manufaktur stets um hohe Qualität bemühte und es verstand, dem keramischen Material „Fayence“ ein besonderes Gepräge sowie Schönheit und Eleganz zu verleihen.
Nachfolgend der link zur Dissertation und zum download:

https://macau.uni-kiel.de/receive/diss_mods_00004309

Wetterauer Birnkrug 1724 datiert

Wetterauer Hafner Krug 1724 datiert

Wetterauer Birnkrug 1724 datiert, mit Ritzdekor
und zweifarbiger Bemalung

Braun glasierte Hafnerkeramik mit geritztem Dekor (Sgrafitto Technik) Wetterau in Hessen

English Synopsis:

Hafnerware from Wetterau in Hesse (near Gießen) is quite rare as well as special with its decoration in Sgrafitto technique used in this region during in 17th and 18th century creating ceramic works of art.
This technique was very popular in Italy in the 15th and 16th centuries originally to decorate walls. During the 16th century, the technique was brought to Germany and used on earthenware.

Two layers of slip glaze in contrasting colors are used to enhance the effect of scratching the surface for a 3 D effect after burning the tankard in the oven. Then the glaze gets shiny and adds to the elegant appearance of an otherwise simple ceramic.

These objects were often not for everyday use but for special occasions or decoration. Presents for marriages or guilds, therefor often an adage or motto is added to the top or bottom of the stein.

Wetterauer Birnkrug 1724 datiert salt glazed stoneware jug
Wetterauer Birnkrug 1724 datiert, mit Ritzdekor und zweifarbiger Bemalung, H. 26,5 cm

Vergleichbare Stücke mit Ritzdekor – Reference Objects of Guilts

Vergleichbare Stücke im Museum (Museum Reference):

Museum Europäischer Kulturen – ehemals Museum für Deutsche Volkskunst Berlin

  • 1719
  • Wetterau, Hessen
  • Hafnerware, braun glasiert, Ornament geritzt
  • Höhe 26,5 cm
  • Last den Lieben Gott walten Der Schon Lang hat hauß gehalten – Fluch mir nicht viel in meinem Hauß Oder gehe balt zur Thür hinauß. 1719

Quelle
http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&module=collection&objectId=1724982&viewType=detailView

Wetterau Hafner Krug 1726 datiert Sgraffito Ritz Dekor

Wetterau Hafnerkeramik braun glasiert mit zweifarbigem Sgrafitto Ritzdekor und Spruch 1726 datiert

„Drinck und iß, Gott und der Armen aber nicht vergieß“

Wetterau Hafnerkeramik braun glasiert mit Weintraube in Ritzdekor und Spruch um 1720

„Mensch wie ich bin aus Thon bereith so erkennt in mir die Nichtigkeit“

Literatur:

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. - 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz

Humpen und Krüge – Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert
Autor:  Renate Scholz

München, Keysersche Verlagsbuchhandlung, 1978

S. 54

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Baroque Crailsheim Flower Tankard

Baroque 18th century Crailsheim Tankards depicting colourful flowers |Barocke Fayence Blumenkrüge aus der Manufaktur in Crailsheim mit leuchtend bunten Muffelfarben bemalt um 1760

The polychrome flower painting with muffle fired colours was probably introduced by former Meissen porcelain painters in the Crailsheim Manufactory around the middle of the 18th century. The Crailsheim flower tankards stand out with their fine and expressive painting with very thin contours in black-brown.
Little is known about the Crailheim faience manufactory. It probably existed from ca. 1715 to ca. 1827.
Source: Sammlerglück Fayencen der Sammlung Amelung Mainfränkisches Museum Würzburg 2014 p. 117

Die Crailsheimer Blumenkrüge bestechen durch farblich fein abgestimmte und ausdrucksstarke Malerei mit sehr dünnen Konturen in Schwarzbraun.
Über die Crailheimer Fayence Manufaktur ist nur wenig bekannt. Sie bestand vermutlich von ca. 1715 bis etwa 1827. Walzenkrüge scheinen dort erstnach 1755 in größerem Umfang hergestellt worden zu sein. Der typisch polychrome Blumendekor in Aufglasurmalerei wurde in Crailsheim um Mitte des 18. Jh. eingeführt, vermutlich von ehemaligen Meissener Porzellanmalern.
Quelle: Sammlerglück Fayencen der Sammlung Amelung Mainfränkisches Museum Würzburg 2014 S. 117

Objekte aus der Periode Johann Georg Weiß sen. um 1770

Reference objects Literature:

Crailsheimer Schreibzeug um 1770

Baroque Faience Inkstand

18th century works of art Crailsheim faience inkstand ca. 1770 with hunting decor in highfired colours

18. Jh. Fayence 7.	Crailsheimer Schreibzeug um 1770

Hiding fox in the middle

18. Jh. Fayence 7. Crailsheimer Schreibzeug um 1770
Crailsheimer Schreibzeug um 1770, Jagdmotive in bunten Scharffeuerfarben, B. 14 cm | Crailsheim inkstand ca. 1770

The inkstand can be attributed to the period of Johann Georg Weiss the Elder. A Crailsheim Hunting Tankard of the same period is shown in following article:

Stadtmuseum Crailsheim

In 18th century the faience factury in Crailsheim (1720 – 1827) produced high-quality works of art, that are on display in important museums and are sought after by collectors. The Crailsheim Municipal Museum holds a collection of ca. 300 faiences that includes examples of almost the entire spectrum of Crailsheim production eras. The faiences are presented in the artistic, cultural and economic context of their time of origin.

Stadtmuseum Crailsheim Abteilung für Fayencen Schreibzeug um 1770
Craisheim  Municipal Museum
Stadtmuseum Crailsheim – Abteilung für Fayencen

Die Sammlung Friedrich Soennecken – Schreibgarnituren aus dem 16. bis 20. Jahrhundert

The Friedrich Soenecken collection of inkstands with 600 objects from 16th to 20th century.
Die Sammlung Soennecken ist die größte bekannte Kollektion mit über 600 Schreibzeugen. Diese bedeutende Sammlung wurde dem Museumsdorf Cloppenburg 1990 als Dauerleihgabe von der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg überlassen.

Die Sammlung Friedrich Soennecken – Schreibgarnituren aus dem 16. bis 20. Jahrhundert

Fayence und Steinzeug Katalog 2021

Faience | Stoneware |Glass| Works of Art
16th, 17th and 18th century new catalogue 2021

Unser aktueller Katalog ausgewählter Objekte aus
4 Jahrhunderten Fayence | Steinzeug | Silber | Glas |Zinn

Eröffnung nach umfassender Renovierung Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg Mai 2019

Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg | Fayence Sammlung

Das neue Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg

Seit Mai 2019 wieder geöffnet. Nach mehrjähriger Schließung erstrahlt die Sammlung des Museums im Wittelsbacher Schloss in Friedberg in neuem Glanz.

2020 steht dem Wittelsbacher Schloss in Friedberg und dem Museum ein ereignisreiches Jahr ins Haus. Die Bayerische Landesausstellung „Stadt befreit. Wittelsbacher Gründerstädte“ (29. April bis 8. November 2020) ist bestimmt das Highlight des Jahres.

Manufaktur für Fayencen

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich in Friedberg neben der Uhrenherstellung für kurze Zeit ein weiterer Wirtschaftszweig:
Kurfürst Maximilian III. Joseph von Bayern ließ 1754 in den Räumen des Friedberger Schlosses eine Manufaktur für Fayencen – für Tonware mit weiß deckender Glasur – einrichten.
Da die Manufaktur jedoch nur wenige Jahre Bestand hatte, sind die Friedberger Fayencen von hoher Seltenheit.

Museum-im-Wittelsbacher-Schloss-Friedberg-Fayence-Teller-mit-Insekten-und-Blumen 18. JH
Friedberger Fayence Teller um 1760 mit ausdrucksstarker Blaumalerei mit Insekten und Blumen aus dem Musem im Wittelsbacher Schloss in den neu gestalteten Räumen

Der Dekor der Indianischen Blumen in stilisierender Blaumalerei nach ostasiatischem Vorbild wurde zuerst in Meißen aufgenommen und in verschiedenen Fayence Manufakturen variiert, auch in Friedberg. Unter Josef Hackel war dieser Dekor bereits in Göggingen und Augsburg üblich.
Der Dekor der deutschen und europäischen Blumen und Insekten in Blaumalerei erscheint in Friedberg erst ab dem Ausscheiden von Josef Hackl im Jahre 1758.

Quelle: 200 Jahre Friedberger Fayence – Sonderausstellung zum 250. Gründungsjubiläum der Fayencemanufaktur Friedberg 2004 S. 32 + S. 73

Mehr zum Wappen der Patrizier Familie Imhoff

in diesem Beitrag
https://www.fayence-steinzeug-vogt.de/nuernberger-wappen-teller-um-1750/

Nutzen Sie also noch die Zeit bis Ende April für einen ruhigen Besuch in in der sehenswerten und neu präsentierten Sammlung der Friedberger Fayencen im Wittelsbacher Schloss.

Vergleichsstücke von Friedberger Fayencen in Blaumalerei

Manufakturmarken

Literatur

200 Jahre Friedberger Fayence – Sonderausstellung zum 250. Gründungsjubiläum der Fayencemanufaktur Friedberg 2004

Faience Tureen with cover 18th century works of art ceramics feathered game

Proskau Fayence | Proskau Faience

Fayence aus der Proskauer Manufaktur gehörte früher zur Zierde barocker Tafeln und schmückten herrschaftliche Wohnsitze.
Faience from the Proskau manufactory used to decorate baroque tables and adorned mansions.

Bis heute wird oberschlesische Fayence aus Proskau aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sehr geschätzt und gesammelt.
To this very day Upper Silesian faience from Proskau dating around the second half of the 18th century is highly valued and collected.

Artikel zur Manufaktur in Proskau und der Ausstellung im Jahr 2011 im Schlesischen Landesmuseum aus aus dem Schlesischen Kulturspiegel herausgegeben von der Stiftung KulturWerk Schlesien nachfolgend zum download

Schlesischer Kulturspiegel Ausgabe 02/07 Herausgeber Stiftung KulturWerk-Schlesien 42. Jahrgang 2007

Stiftung Kulturwerk Schlesien Schlesischer Kulturspiegel 2 – 07

Charakteristisch für die künstlerische Gestaltung ist die Proskauer Rose in leuchtend roten Muffelfarben und sehr plastischer Malerei:
Characteristic for the artistic design is the „Proskau Rose“ in bright red muffle fired colours and very three-dimensional painting:

Literatur:

Katalog des Schlesisches Museums Gleiwitz
Muzeum Gliwice

Das Museum in Gliwice besitzt eine Sammlung von über zweihundert signierten Fayence Objekten aus Prószków. Viele dieser Objekte sind wertvolle Unikate. Die Publikation wurde mit Informationen über die Geschichte der Manufaktur in Prószków ergänzt, einschließlich der aufeinander folgenden Besitzer und der bedeutendsten Künstler und Angestellten.
Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

The Museum in Gliwice has a collection of over two hundred signed, faience objects from Prószków. This collection has been created almost since the beginning of its activity in 1905. Many of these objects are valuable and unique. The publication is enriched with information about the history of the Prószków manufactory, including the successive owners and the most important artists and employees.
Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)

Katalog Fayence Proskau Schlesisches Museum Gleiwitz

Fajanse prószkowskie. Kolekcja ze zbiorów Muzeum w Gliwicach
AUTOR Anna Kwiecień, Stanisław Siess-Krzyszkowski
ROK WYDANIA 2005
INFORMACJE Oprawa: twarda Strony: 164 Wymiar: 27 x 22 cm ISBN 83-89856-05-0

Digitaler Katalog der Ausstellung im Oberschlesischen Landesmuseum
Digital Catalogue Proskau Faiences in Museums and Collections

Proskauer Fayencen gehören zu den bedeutendsten keramischen Er-zeugnissen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im schlesischen Raum. Die Manufaktur aus Proskau hat sich an europäischen Mustern und Trends orientiert, wobei sie nicht nur an die bevorzugten Formen, sondern auch an die entsprechenden Motive der dekorativen Gestaltung anknüpfte. Bei der Herstellung zeichnete sich der Einfluß der Straßburger Manufaktur deutlich ab.
Das Projekt „Digitaler Katalog Proskauer Fayence“ der Stiftung Haus Oberschlesien / Oberschlesisches Landesmuseum hat zur Erfassung und Präsentation in digitaler Form geführt. Weitgehend unbekannte Stücke verschiedener in- und ausländischer Sammlungen werden nach Form und Dekor vergleichbar. Die erläuternden Angaben wurden von zahlreichen polnischen und deutschen Museen zur Verfügung gestellt.

Beachtliche Sammlungen an Proskauer FayenceNotable Collections of Proskau Faience in Museums befinden sich im Schlesischen Museum zu Görlitz, im Kulturhistorischen Museum in Görlitz, beim Museum für schlesische Landeskunde, Königswinter-Heisterbacherrott sowie im Oberschlesischen Landesmuseum, Ratingen-Hösel.

Die wohl wichtigsten Sammlungen in Polen – important Collections in Polish Museums befinden sich beim Oberschlesischen Museum in Beuthen Muzeum Górnośląskie w Bytomiu, Museum des Oppelner Schlesien, Muzeum Śląska Opolskiego, Museum in Neisse Muzeum Powiatowe w Nysie, Bezirksmuseums in Waldenburg Muzeum Porcelany w Wałbrzychu sowie im Museum des Lebuser Landes, Grünberg Muzeum Ziemi Lubuskiej. Darüber hinaus verfügt das Schlesische Museum in Troppau Slezské zemské muzeum, Opava über einen breiten ausgestellten Querschnitt.

CD_Proskau

Der digitale Katalog „Glanzpunkte schlesischer Keramik.
Fayencen aus Proskau und Gliniz in Museen und Sammlungen.“ zu Beständen Proskauer Fayencen in Museen und Privatsammlungen sowie zu Angeboten des Kunsthandels ist im Museumsshop für 19,80 Euro unter der Rubrik „Schriften der Stiftung“ erhältlich.

Quelle:
Glanzstücke schlesischer Keramik – Proskauer Fayencen – Oberschlesisches Landesmuseum 2011

Referenz Objekte:
Proskauer Fayencen Peter Vogt München

New Catalogue 2020 Faience Stoneware Silver Works of Art 17th and 18th century

Fayence und Steinzeug Katalog 2020

Faience | Stoneware |Silver | Works of Art
17th and 18th century new catalogue 2020

Unser aktueller Katalog ausgewählter Objekte aus
4 Jahrhunderten
Fayence | Steinzeug | Silber | Glas |Zinn

Creussen Creußener Hasenjagdhumpen 17. Jahrhundert
Emaildose Dosenmaler Johann Andreas Bechdolff um 1765

Dosenmaler Johann Andreas Bechdolff | enamel snuff box

Emaildose mit der Stadtansicht von Ellwangen um 1765, bemalt vom Haus- und Dosenmaler Johann Andreas Bechdolff
in Ellwangen

Inspiration für die Malerei war möglicherweise die sogenannte Prahlschen Landkarte
aus dem Jahr 1746 mit dem Ellwanger Gebiet.
Quelle: http://ihro-fuerstliche-gnaden.de.tl/Sonderaktion-Prahlsche-Karte-1746.htm

Ellwanger Stadtansicht von 1746 auf der Prahlschen Karte

Die Emaildose ist abgebildet im Katalog Süddeutsche Fayencen, Sammlung Igo Levi, Luzern, (s.u.)

Der Schmelzmaler Johann Andreas Bechdolff arbeitete von 1758 bis Ende 1761 in der Prahlschen Porzellanfabrik in Ellwangen. Am 16.12. 1761 ließ er sich von Bux, dem Inhaber der Schrezheimer Fayencemanufaktur abwerben. Bechdolff verpflichtete sich hierbei das Arkanum der Porzellanherstellung preiszugeben. Bereits nach 2 Jahren verließ er die Schrezheimer Manufaktur und machte sich im Jahre 1764 in Ellwangen als Schmelz- und Dosenmaler selbständig.

Emaildose Johann Andreas Bechdolff um 1765

Detail Jagdszenerie im Deckel Breite 9 cm

Weinmüller München, April 1962, Katalog 89, Tafel 153

Süddeutsche Fayencen - Sammlung Igo Levi Luzern - Weinmüller

Schlossmuseum Ellwangen:

Sonderausstellung 14.September 2008 – 19. Oktober 2008

Vergleichsstück im Ausstellungskatalog (s.u.) S. 88 – 89:

porzellan bechtdolff dosenmaler schrezheim

Vor über 250 Jahren, am 12. April 1758, genehmigte die fürstpröbstliche Hofkanzlei in Ellwangen der Witwe Prahl die Errichtung einer Porzellanmanufaktur. Joseph Jacob Ringler, ein erfahrener Arkanist aus Wien, leitete bis Anfang 1759 das Unternehmen, das Ende 1759 jedoch wieder geschlossen werden musste. Bereits seit 1752 besaß Johann Baptist Bux aus Schrezheim das Privileg zum Betrieb einer “Porcellain-Fabrique” in Schrezheim; doch in den ersten Jahren wurde dort ausschließlich Fayence hergestellt. 1761 gelang unter Mitwirkung des Malers und Arkanisten Johann Andreas Bechdolff die Herstellung von “echtem durchsichtigem Porcellain”, allerdings ohne den erhofften wirtschaftlichen Erfolg, bis 1773 ein weiterer, weitgereister Arkanist den Betrieb in holländischem Auftrag erneut aufnahm: der Franzose Louis Victor Gerverot. Aber nach nur zweijähriger Pachtzeit verließ dieser Schrezheim bereits 1775 wieder. Damit endete auch hier die Porzellanfertigung. Eine Ausstellung im Sommer 2008 hat erstmals die bekannten Produkte der Manufakturen in Ellwangen und Schrezheim in einer Ausstellung zusammengeführt. Das zu diesem Anlass erschienene Begleitbuch liefert das Grundlagenwerk zur Geschichte der Porzellanherstellung auf der Ostalb, verfasst von den ausgewiesenen Spezialisten auf diesem Gebiet.
Quelle:
http://www.landesstelle.de/wolfgang-rothmaier-und-eberhard-veith-porzellan-aus-ellwangen-und-schrezheim-1758-1775/

Literatur:

Rothmaier-Veit-Porzellan-aus-Ellwangen-und-Schrezheim 2008

Porzellan aus Ellwangen und Schrezheim 1758–1775.
Wolfgang Rothmaier / Eberhard Veit: Ellwangen 2008

Vergleichsstück aus der Sammlung
„The Helmut Joseph Collection of Porcelain Snuff Boxes“

Bonhams The Helmut Joseph Collection of Important Snuff Boxes Ellwangen gilt-metal-mounted oval snuff box with a portrait of Fürstprobst Anton Ignaz Josef Graf von Fugger, circa 1769

Los 36
An important Ellwangen or Schrezheim gilt-metal-mounted oval snuff box with a portrait of Fürstprobst Anton Ignaz Josef Graf von Fugger, circa 1769


Bonhams The Helmut Joseph Collection of Important Snuff Boxes Ellwangen gilt-metal-mounted oval snuff box with a portrait of Fürstprobst Anton Ignaz Josef Graf von Fugger, circa 1769

Bonhams The Helmut Joseph Collection of Important Snuff Boxes 2011 No 36

The most important collection of porcelain snuff boxes ever assembled
was to be sold at Bonhams, New Bond Street, London .

Comprising 80 boxes, the Helmut Joseph Collection gives a comprehensive overview of the history of European ceramics in snuff boxes, with examples from all major factories including Capodimonte, Meissen, Fulda and Sèvres. These exceptional and exquisite objects were considered the pinnacle of refined 18th-century court culture at its most luxurious, and the collection has been exhibited in the world-renowned institutions of the Rijksmuseum, Amsterdam (1972-2000), alongside the Gilbert Collection in Somerset House (2003-2008) and most recently at the Bowes Museum, Co. Durham. The jewel-like objects are immensely tactile and widely varied in design and style.

Joseph began collecting boxes following the example of his father, who already had a substantial collection before WWII. A real connoisseur of early Meissen porcelain, he had a profound and intimate relationship with his subject, and a deep knowledge of the field.
Helmut Joseph generously made his collection available to the public; he always showed an interest in sharing information, and indeed supporting the development of knowledge on ceramics, be it by funding museums, or publishing his own collection.

Quelle Worldcollectors

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Vergleichsstücke Peter Vogt München