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18. Jh Wiesbaden Fayence Platte Grüne Muffelmalerei

Fayence Manufaktur Wiesbaden 1770-1797

Die kurze Epoche der Fayence Manufaktur in Wiesbaden Ende des 18. Jahrhunderts

Die Gründung der Wiesbadener Fayencemanufaktur begann 1770 unter Johann Jacob Kaisin (gest. 1774). Am 3. Februar 1774 übernahm der ehemalige Direktor der Flörsheimer Fayencemanufaktur Kaspar Dreste die Leitung der Manufaktur.
Dreste betrieb das Unternehmen bis zu seinem Tod 1787. Danach führte seine Witwe die Geschäfte bis zum Jahr 1795 in dem die Manufaktur geschlossen wurde.
Quelle: S. 146 f.
Fayencen der Sammlung Wolf-D. Amelung. Mainfränkischen Museum Würzburg

(s.u. Literatur)

Wiesbadener Fayenceplatte um 1770, grüne Muffelmalerei, Manufakturmarke „WD“, B

Wiesbadener Fayenceplatte um 1770, grüne Muffelmalerei, Manufakturmarke „WD“, B. 29 cm

Camaieu Malerei:

Camaïeu bzw. Camaïeu-Malerei ist ein Fachbegriff für eine monochrome Maltechnik ein und dieselbe Farbe in unterschiedlichen Abtönungen verwendet
Gegenstände aus Porzellan oder Fayence wurden im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts bevorzugt mit Purpur und Eisenrot, später mit Kupfergrün, in Grau und Sepia dekoriert.
Quelle: Wikipedia

18. Jh Camaieu Malerei Muffelfarben Fayence Wiesbaden Blumen
Detail Camaïeu Malerei in Kupfergrün auf Wiesbadener Fayence Platte um 1774

Manufakturmarke

Die Marke WD wurde ca. ab 1774/75 verwendet mit der Übernahme der Leitung der Wiesbadener Manufaktur durch Kaspar Dreste.

Manufakturmarke WD

Vergleichsobjekt im Museum:

Museum für Franken
Staatliches Museum für Kunst- und Kulturgeschichte in Würzburg

Festung Marienberg

Fayence Leuchter Wiesbaden um 1775
H. 22,3 cm
Unterseite mit Manufakturmarke WD
Muffelmalerei in Grün (Camaieu)
Fuß mit Rocaillenornamenten und Blütenzweige und Streublümchen.

Aus der Sammlung Wolf-D. Amelung (1943-2012) leidenschaftlicher Sammler und international anerkannter Kenner von Fayencen. Objekt ist der Schenkung an das Mainfränkischen Museum

Quelle: Sammlerglück (s.u.)
S. 147

Literatur:

Sammlerglück Fayencen der Sammlung Amelung Mainfränkisches Museum Würzburg 2014

S. 146 f.
Fayencen der Sammlung Wolf-D. Amelung. Schenkung und Leihgaben im Mainfränkischen Museum Würzburg Autor: Trenschel, Hans-Peter; Wall, Frauke van der

Vergleichsobjekt in der Literatur

Wiesbaden Ovale Fayence Platte, Dekor in Grün mit schwarzer Kontur Marke WD

Oppenheim, Michel Wiesbadener Fayence KERMOS 46 1969 Abb. 24

Oppenheim, Michel Wiesbadener Fayence KERAMOS No 46 1969 S. 3-43
Abb. 24 Gesellschaft der Keramikfreunde, Mannheim.

18th-century-works-of-art-Fayence-Hausmaler-Jug-with-Purpur-Flora

Hausmaler Krug | Bartholomäus Seuter

Augsburger Hausmalerkrug Muffelmalerei bemalt von Bartholomäus Seuter auf einem Ansbacher Fayence Enghalskrug, Medaillon: Frühlingsgöttin Flora mit Blütenkranz, umrahmt von Barockornament in Purpur und bunten Muffelfarben um 1730

Baroque Ansbach Faience Enghalskrug DECORATION BY BARTHOLOMÄUS SEUTER (Augsburg) Cartouche with Goddess of spring Flora engulfed with garland of blossoms in Purpur Camaieu and framed by baroque ornaments in vivid muffle fired colours ca. 1730

Bartholomäus Seuter – manifold craftsmanship and artistry

After the decline of the Nuremberg HAUSMALER workshops in the 1720s began the peak period of the Augsburg HAUSMALER. Their most important representative was the goldsmith, enameler, porcelain and faience painter, silk dyer and copper engraver, Bartholomäus SEUTER (1678-1754). As faience painter, Seuter preferred narrow-necked jugs (Enghalskrüge), which he obtained as white ware from the factories in Hanau, Frankfurt, Ansbach and Nuremberg. His palette contained the colors purple, iron red, green, yellow, blue, brown and black. Only a few of Seuter’s works are signed with his initials BS.

Nach dem Niedergang der Nürnberger Hausmalerei in den zwanziger Jahren des 18. Jahrhunderts begann die Blütezeit der Augsburger Hausmaler. Ihr wichtigster Vertreter war der Goldarbeiter, Emailleur, Porzellan- und Fayencemaler, Seidenfärber und Kupferstecher Bartholomäus SEUTER (1678-1754).

BARTHOLOMÄUS SEUTER als Gärtner. Kupferstich von Johann Jakob Haid, Augsburg um 1740 (Städtische Kunstsammlungen Augsburg)


Als Fayencemaler bevorzugt Seuter Enghalskrüge, die er aus den Manufakturen Hanau, Frankfurt, Ansbach und Nürnberg als Weißware bezieht. Seine Palette umfaßt die Farben Purpur, Eisenrot, Grün, Gelb, Blau, Braun und Schwarz. Nur wenige Arbeiten Seuters sind mit seinen Initialen BS signiert.

HAUSMALEREI | STUDIO PAINTING

Hausmaler fertigten nie selbst Keramik an, sondern bemalten die aus Manufakturen wie zum Beispiel Delft, Hanau oder Frankfurt, seit 1712 auch aus Nürnberg erworbenen, unbemalten Stücke mit der ihnen eigenen Technik des Schwarzlots oder des farbigen Emails. Zwei Berufsgruppen brachten die Voraussetzungen mit, um unbemalte Fayencen dekorieren und in den kleinen Muffelöfen ihrer Werkstätten brennen zu können: erstens die Glasmaler; sie übertrugen die ihnen von der Scheibenmalerei her bekannte Technik der Muffelmalerei einfach auf die Fayence und bevorzugten dabei, wie in der monumentalen Glasmalerei üblich, das Schwarzlot und zweitens die Goldschmiede, die sich ihre Kenntnisse des Emaillierens zunutze machten und die bunten Schmelzfarben auf die dafür sehr geeignete Fayence aufbrachten.

Hausmaler painted the undecorated pieces, which they acquired from factories in Delft, Hanau, Frankfurt and elsewhere (after 1712 from Nuremberg as well), in their own particular technique of schwarzlot or colored enamel. Two groups of craftsmen possessed the required expertise to decorate unpainted faience pieces and fire them in the little muffle-kilns in their workshops. Firstly, the glass painters, who simply applied to faience decoration the technique of muffle-fired painting already known to them from their own craft and, as was usual in monumental glass painting, they preferred schwarzlot; secondly, the goldsmiths, who used their skills in enameling and put the fusible bigments of various colors on the admirably suited faience. As the Hausmaler had their „workshops“ on their own premises they did not have to follow regulations of the guilds and therefore free to expres their own style of craftsmanship.

After 1720, Nuremberg had to yield pride of place in the field of this type of STUDIO painting to Augsburg. From now on the goldsmith Johann Auffenwerth, his daughters Anna Elisabeth and Sabina, the craftsmen Bartholomäus Seuter and his brother Abraham were largely responsible for the fame of the Augsburg HAUSMALER school.


(S. 18 f. Bosch, H. (1983). Deutsche Fayencekrüge des 17. und 18. Jahrhunderts: Sammlungen Hans Cohn, Los Angeles, Siegfried Kramarsky, New York. P. von Zabern.)

Museum Reference – MAK Vienna

Ansbach-Augsburger Hausmalerkrug, Medaillon: Ceres mit Garbe, umrahmt von Barockornament in Purpur und bunten Farben. H. 29,5 cm.
Österreichisches Museum für angewandte Kunst in Wien.

Abb. 173 / S. 183
Bayer, Adolf
Die Ansbacher Fayence-Fabriken: ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Keramik 1710-1839; ein Handbuch für Sammler und Liebhaber. Klinkhardt & Biermann, 1959

Stichvorlage | Inspiration

Kupferstich Die vier Jahreszeiten, N. Château,
4 Bll. „Printemps“

Literature:

Bayer, Adolf. Die Ansbacher Fayence-Fabriken: ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Keramik 1710-1839; ein Handbuch für Sammler und Liebhaber. Klinkhardt & Biermann, 1959.

Bosch, Helmut: Deutsche Fayencekrüge des 17. und 18. Jahrhunderts. Sammlungen Hans Cohn, Los Angeles.

English and German Edition
Bosch, Helmut: Deutsche Fayencekrüge des 17. und 18. Jahrhunderts. Sammlungen Hans Cohn, Los Angeles. Siegfried Kramarsky, New York. Mainz: Von Zabern 1983.

Weitere Beiträge zum Thema Hausmaler

Fajans Urna med Lock, Lockvas , Stockholm, Sverige ca. 1758

18th Century Faience Rörstrand  Stockholm

Ein seltenes Paar Fayencen Vasen aus der Manufaktur in Rörstrand Stockholm Schweden mit Blumenbouquets in leuchtend bunten Muffelfarben bemalt in der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Die schwedische Fayencemanufaktur Rörstrand unweit von Stockholm wurde 1726 gegründet. Diese Objekte stammen aus der Periode Anders Fahlström (1740 – 1760)
Die Malerei stammt vermutlich von Erik Wahlberg (Siehe Vergleichsstück Nationalmuseum Stockholm)

A rare pair of faience vases manufactured in Rörstrand Stockholm Sweden with bouquets of flowers painted in brightly coloured muffle fired colours in the middle of the 18th century.
The Swedish faience manufactory Rörstrand situated not far from Stockholm was founded in 1726. These objects are attributed to the Anders Fahlström period (1740 – 1760). The painting is probably by Erik Wahlberg (see reference object National Museum Stockholm)

Muffelmalerei in der Manufaktur Rörstrand

The period of objects with muffle fired colour decoration was quite short (ca. 1758 – 1765) due to the better performance and efficiancy of process of the Marieberg manufactory.
Rörstrand then returned to the expertise in decoration with high fired colours.

Um 1758 führte man in Rörstrand die Technik der Muffelfarbenmalerei ein. Zarte Blumenbouquets z. B auf Fondvasen (Kat.-Nr. 45 Weber-Schuback, I. (2007) – siehe unten) sind Beispiele für Rörstrands Dekore in Muffelfarben. Charakteristisch für die Manufaktur ist die Farbpalette aus hellem Manganviolett, Gelbgrün, Zitronengelb und stahlend blauem Kobalt.

Um 1765 stellte Rörstrand trotz guter Ergebnisse die Muffelfarbenmalerei wieder ein und kehrte zur Scharffeuerfarbenbemalung zurück. Der Grund war wohl die technisch perfekte Ware, die Marieberg durch die Güte der Glasur und Leuchtkraft seiner Muffelfarben zu produzieren im Stande war.

Fayence Rörstrand Muffelfarben Malerei Blumen um 1758
Rörstrand Fayence Muffelfarben Blumen Malerei um 1758 Malerei verm. Erik Wahlberg Periode Fahlström

Manufakturmarke – Stockholm

Rörstrand signierte die Fayence Objekte anfänglich mit „Stockholm“ abgekürzt oder als ganzes Wort. Seit der Gründung der Manufaktur Marieberg 1758 änderte sich dann zur klaren Zuordnung die Signatur in „Rörstrand meist abgekürzt „Rörst“
Quelle: Kanowski, Claudia, et al. Fayencen aus dem Ostseeraum: keramische Kostbarkeiten des Rokoko S. 162

National Museum Stockholm – Online Dokumentation der großen Sammlung von Keramik der Manufaktur Rörstrand

Referenzobjekt aus der Sammlung des Museums in Stockholm – Reference Objects of the National Museum Collection in Stockholm with this link

https://www.nationalmuseum.se/en/samlingarna

Referenzobjekt aus der Sammlung des Nationalmuseums Stockholm

Literature

Fayencen aus dem Ostseeraum Hirmer 2003

Kanowski, Claudia, et al. Fayencen aus dem Ostseeraum: keramische Kostbarkeiten des Rokoko;[Katalogbuch zur Ausstellung“ Fayencen aus dem Ostseeraum: Keramische Kostbarkeiten des Rokoko“: Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf, Schleswig, vom 1. Juni bis 31. August 2003… Museum of Foreign Art-Kadriorg Palace, Tallinn, vom 23. Mai bis 15. August 2004]. Hirmer, 2003.

Weber-Schuback, I. (2007). Fünf nordeuropäische Fayencenmanufakturen des 18. Jahrhunderts (Rörstrand, Marieberg, Eckernförde, Kiel, Stockelsdorf) zwischen vorindustriellen Produktionsbedingungen und künstlerischem Anspruch.

Weber-Schuback, I. (2007). Fünf nordeuropäische Fayencenmanufakturen des 18. Jahrhunderts

In dieser sehr lesenswerten Dissertation erhält man einen umfassenden Einblick zu diesen Themen:

In dieser Arbeit geht es um zwei schwedische (Rörstrand, Marieberg) und um drei norddeutsche Fayencemanufakturen (Eckernförde, Kiel, Stockelsdorf) des 18. Jahrhunderts, um ihre Gründung, Entwicklung, wirtschaftliche Situation, finanziellen Probleme, Konkurrenz-Problematik und vor allem um das künstlerische Niveau der Fayencen. Besondere Beachtung findet der begabte Fayencier Johann Buchwald, der in allen fünf Fabriken tätig war. Ferner werden neben einer positiven Bewertung der Leistungen von Werkleitern, Fayenciers, Malern und Poussierern, Einblicke in deren Lebensverhältnisse und in das soziale Gefüge gegeben. Es lässt sich konstatieren, dass, obwohl sie – betriebswirtschaftlich gesehen – kaum rentabel waren, sich jede einzelne Manufaktur stets um hohe Qualität bemühte und es verstand, dem keramischen Material „Fayence“ ein besonderes Gepräge sowie Schönheit und Eleganz zu verleihen.
Nachfolgend der link zur Dissertation und zum download:

https://macau.uni-kiel.de/receive/diss_mods_00004309

Wetterauer Birnkrug 1724 datiert

Wetterauer Hafner Krug 1724 datiert

Wetterauer Birnkrug 1724 datiert, mit Ritzdekor
und zweifarbiger Bemalung

Braun glasierte Hafnerkeramik mit geritztem Dekor (Sgrafitto Technik) Wetterau in Hessen

English Synopsis:

Hafnerware from Wetterau in Hesse (near Gießen) is quite rare as well as special with its decoration in Sgrafitto technique used in this region during in 17th and 18th century creating ceramic works of art.
This technique was very popular in Italy in the 15th and 16th centuries originally to decorate walls. During the 16th century, the technique was brought to Germany and used on earthenware.

Two layers of slip glaze in contrasting colors are used to enhance the effect of scratching the surface for a 3 D effect after burning the tankard in the oven. Then the glaze gets shiny and adds to the elegant appearance of an otherwise simple ceramic.

These objects were often not for everyday use but for special occasions or decoration. Presents for marriages or guilds, therefor often an adage or motto is added to the top or bottom of the stein.

Wetterauer Birnkrug 1724 datiert salt glazed stoneware jug
Wetterauer Birnkrug 1724 datiert, mit Ritzdekor und zweifarbiger Bemalung, H. 26,5 cm

Vergleichbare Stücke mit Ritzdekor – Reference Objects of Guilts

Vergleichbare Stücke im Museum (Museum Reference):

Museum Europäischer Kulturen – ehemals Museum für Deutsche Volkskunst Berlin

  • 1719
  • Wetterau, Hessen
  • Hafnerware, braun glasiert, Ornament geritzt
  • Höhe 26,5 cm
  • Last den Lieben Gott walten Der Schon Lang hat hauß gehalten – Fluch mir nicht viel in meinem Hauß Oder gehe balt zur Thür hinauß. 1719

Quelle
http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&module=collection&objectId=1724982&viewType=detailView

Wetterau Hafner Krug 1726 datiert Sgraffito Ritz Dekor

Wetterau Hafnerkeramik braun glasiert mit zweifarbigem Sgrafitto Ritzdekor und Spruch 1726 datiert

„Drinck und iß, Gott und der Armen aber nicht vergieß“

Wetterau Hafnerkeramik braun glasiert mit Weintraube in Ritzdekor und Spruch um 1720

„Mensch wie ich bin aus Thon bereith so erkennt in mir die Nichtigkeit“

Literatur:

Humpen und Krüge Trinkgefäße 16. - 20. Jahrhundert Autor Renate Scholz

Humpen und Krüge – Trinkgefäße 16. – 20. Jahrhundert
Autor:  Renate Scholz

München, Keysersche Verlagsbuchhandlung, 1978

S. 54

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18th-century-works-of-art-Fayence-Hausmaler-Jug-with-Purpur-Flora

Fayence und Steinzeug Katalog 2022

Faience | Stoneware |Glass| Works of Art
16th, 17th and 18th century new catalogue 2021

Unser aktueller Katalog ausgewählter Objekte aus
4 Jahrhunderten Fayence | Steinzeug | Silber | Glas |Zinn

Peter Vogt Munich Fayence Stoneware catalogue 2022
Meissen Prozellan Sammlung Schloss Lustheim

Meißener Porzellan Sammlung Schloss Lustheim

Dr. Ernst Schneider (1900–1977) Stifter der Meißen Sammlung in Schloss Lustheim

Die Meißener Porzellan-Sammlung Stiftung Ernst Schneider ist die nach der Porzellansammlung in Dresden weltweit größte Kollektion Meißener Porzellans des 18. Jahrhunderts. Seit 1968 befindet sich die Sammlung im Besitz des Bayerischen Nationalmuseums, das für die wertvolle Schenkung ein erstes Zweigmuseum in Schloss Lustheim in der Schleißheimer Schlossanlage einrichtete.

Schneeball Vasensatz mit Vögeln, Modell wohl von Johann Joachim Kaendler, Meißen, 1741

Vergleichsstück im Grassi Museum Leipzig – Objekte im Museum Digital

Diese Soupière mit Unterteller stammt aus dem berühmten Schneeballservice, das 1739 von Johann Joachim Kaendler (1706-1775) entworfen wurde. Seit 1731 war er als Modelleur in der Meissener Manufaktur tätig. Die Bezeichnung des Services rührt daher, dass unzählige plastische Schneeballblüten, -blätter und -zweige die unterschiedlichsten Geschirrteile bedecken.

Provenance/Rights: GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Leipzig / ‍‍‍‍‍‍‍Esther Hoyer

Die Präsentation der über 2000 erlesenen Porzellane im Ambiente des kurfürstlichen Lustschlosses stellt ein barockes Ensemble von besonderem Reiz dar. So wurde in Lustheim der Traum vom „Porzellan-Schloss“ Wirklichkeit, der für August den Starken, den Gründer der Meißener Manufaktur, nicht in Erfüllung ging.

Meißen Porzellan Teller mit Fabeltieren dekoriert ca. 1740 (Schloss Lustheim)

Die Sammlung bietet einen umfassenden Überblick über die Produktion der Meißener Porzellanmanufaktur von ihrer Gründung im Jahr 1710 bis in die Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756-1763).

Sammlung Schneider Schloss Lustheim Böttgersteinzeug und Böttgerporzellan

Der Bogen spannt sich dabei von Geschirren und Figuren der Böttgerzeit, über die berühmten Chinoiserien des Porzellanmalers Johann Gregorius Höroldt, die von August dem Starken besonders geschätzten „indianischen“ Dekore bis hin zu den plastischen Meisterleistungen des Modelleurs Johann Joachim Kaendler wie sie die lebendig modellierten Tierfiguren bezeugen.

Schneeball Vase Modell wohl von Johann Joachim Kaendler, Meißen, 1741
Schneeball Vase Modell wohl von Johann Joachim Kaendler, Meißen, 1741

Einen besonderen Höhepunkt stellen die zahlreichen Porzellane aus dem Wappenservice des Grafen Sulkowski und dem legendären Schwanenservice des Grafen Heinrich von Brühl dar, die eine Vorstellung vom Glanz barocker Festtafeln geben. (Quelle: Schloss Lustheim)

Literatur

150 herausragenden Porzellane der Sammlung in exzellenten Farbabbildungen mit zahlreichen Details sowie fundierten Erläuterungen ihrer kunst- und kulturhistorischen Bedeutung vorgestellt. Der Bogen spannt sich dabei von Geschirren und Figuren der Böttgerzeit über die berühmten Dekore des Porzellanmalers Johann Gregorius Höroldt bis hin zu den plastischen Meisterleistungen Johann Joachim Kaendlers. Einführende Kapitel zu Baugeschichte und Ausstattung von Schloß Lustheim sowie zur Person des Stifters ergänzen das Bild dieser einzigartigen Sammlung. (Quelle Beck Verlag)

Meißener Porzellan-Sammlung Stiftung Ernst Schneider. München Meißener Porzellan des 18. Jahrhunderts. Die Stiftung Ernst Schneider in Schloß Lustheim. Hrsg. von Renate Eikelmann. München 2004

Meißener Porzellan-Sammlung Stiftung Ernst Schneider. München Meißener Porzellan des 18. Jahrhunderts. Die Stiftung Ernst Schneider in Schloß Lustheim. Hrsg. von Renate Eikelmann. München 2004

Barocke Jagdliche Fayence aus Künersberg

Eine Auswahl jagdlicher Fayence Objekte in Muffelmalerei

Referenzobjekte Peter Vogt München

Manufakturmarke

Museum

Künersberger Fayencen im Stadtmuseum Memmingen

Jagdliche Fayence Künersberg

Künersberg Walzenkrug mit Jagddekor und Kegelbaumlandschaft
und Spruch:
Friederich soll doch Friederich bleiben. wann sich die Welt bestrebt. Diesen Helden zu vertreiben/zittern Feinde Trüncken Freund /Friederich lebt. Anno 1760
Memmingen. (1995). “ Muffelbrand und scharfes Feuer“: 250 Jahre Künersberger Fayencen. Konrad.
S.202 ff.

Literatur

Muffelbrand und scharfes Feuer: 250 Jahre Künersberger Fayencen Gebundene Ausgabe – 1995 Autor: Hans Wolfgang Bayer
Memmingen. (1995). “ Muffelbrand und scharfes Feuer“: 250 Jahre Künersberger Fayencen. Konrad.

Künersberger Fayence Objekte mit Jagddekor aus der Ausstellung 1995
Abb. 98 – 110

Baroque Crailsheim Flower Tankard

Baroque 18th century Crailsheim Tankards depicting colourful flowers |Barocke Fayence Blumenkrüge aus der Manufaktur in Crailsheim mit leuchtend bunten Muffelfarben bemalt um 1760

The polychrome flower painting with muffle fired colours was probably introduced by former Meissen porcelain painters in the Crailsheim Manufactory around the middle of the 18th century. The Crailsheim flower tankards stand out with their fine and expressive painting with very thin contours in black-brown.
Little is known about the Crailheim faience manufactory. It probably existed from ca. 1715 to ca. 1827.
Source: Sammlerglück Fayencen der Sammlung Amelung Mainfränkisches Museum Würzburg 2014 p. 117

Die Crailsheimer Blumenkrüge bestechen durch farblich fein abgestimmte und ausdrucksstarke Malerei mit sehr dünnen Konturen in Schwarzbraun.
Über die Crailheimer Fayence Manufaktur ist nur wenig bekannt. Sie bestand vermutlich von ca. 1715 bis etwa 1827. Walzenkrüge scheinen dort erstnach 1755 in größerem Umfang hergestellt worden zu sein. Der typisch polychrome Blumendekor in Aufglasurmalerei wurde in Crailsheim um Mitte des 18. Jh. eingeführt, vermutlich von ehemaligen Meissener Porzellanmalern.
Quelle: Sammlerglück Fayencen der Sammlung Amelung Mainfränkisches Museum Würzburg 2014 S. 117

Objekte aus der Periode Johann Georg Weiß sen. um 1770

Reference objects Literature:

Crailsheimer Schreibzeug um 1770

Baroque Faience Inkstand

18th century works of art Crailsheim faience inkstand ca. 1770 with hunting decor in highfired colours

18. Jh. Fayence 7.	Crailsheimer Schreibzeug um 1770

Hiding fox in the middle

18. Jh. Fayence 7. Crailsheimer Schreibzeug um 1770
Crailsheimer Schreibzeug um 1770, Jagdmotive in bunten Scharffeuerfarben, B. 14 cm | Crailsheim inkstand ca. 1770

The inkstand can be attributed to the period of Johann Georg Weiss the Elder. A Crailsheim Hunting Tankard of the same period is shown in following article:

Stadtmuseum Crailsheim

In 18th century the faience factury in Crailsheim (1720 – 1827) produced high-quality works of art, that are on display in important museums and are sought after by collectors. The Crailsheim Municipal Museum holds a collection of ca. 300 faiences that includes examples of almost the entire spectrum of Crailsheim production eras. The faiences are presented in the artistic, cultural and economic context of their time of origin.

Stadtmuseum Crailsheim Abteilung für Fayencen Schreibzeug um 1770
Craisheim  Municipal Museum
Stadtmuseum Crailsheim – Abteilung für Fayencen

Die Sammlung Friedrich Soennecken – Schreibgarnituren aus dem 16. bis 20. Jahrhundert

The Friedrich Soenecken collection of inkstands with 600 objects from 16th to 20th century.
Die Sammlung Soennecken ist die größte bekannte Kollektion mit über 600 Schreibzeugen. Diese bedeutende Sammlung wurde dem Museumsdorf Cloppenburg 1990 als Dauerleihgabe von der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg überlassen.

Die Sammlung Friedrich Soennecken – Schreibgarnituren aus dem 16. bis 20. Jahrhundert
Nürnberg Fayence Anbetung der Hirten Kordenbusch Krug um 1745

Anbetung der Hirten | Nürnberger Fayence Krug

Nürnberger Fayence Birnkrug mit der Anbetung der Hirten
in blauer Scharffeuermalerei aus der Kordenbusch Werkstatt um 1745
Provenienz: Sammlung Hans Cohn Los Angeles, USA
18th century Nurnberg Faience Pear-Shaped Jug with Adoration of the Shepards

Nurnberg Faience Jug Kordenbusch ca. 1745 Nürnberg Fayence birnkrug Kordenbuschmarke - Blue K mark
Nürnberger Birnkrug anbetung der Hirten um 1745, Kordenbuschmarke, H. 30 cm

Birnförmig mit Godronierter Wandung  und Zopfhenkel. Im Deckel der Zinnmontierung Medaillon mit Frauenbüste und Umschrift. Auf dem unglasierten Boden Blaue Marke „K mit 3 Punkten“. Große hochovale Kartusche mit der „Anbetung der Hirten“. Seitlich Blumen und Fiederblattranken.

Nurnberg workshop Kordenbusch (Mark „K“ with 3 dots). Painting in high-fired blue on light blue glaze. Large elongated oval cartouche with the Adoration of the Shepards (Luke 2, 8 – 20)

The Shepherds and the Angels

8 And in the same region there were shepherds out in the field, keeping watch over their flock by night. 9 And an angel of the Lord appeared to them, and the glory of the Lord shone around them, and they were filled with great fear. 10 And the angel said to them, “Fear not, for behold, I bring you good news of great joy that will be for all the people. 11 For unto you is born this day in the city of David a Savior, who is Christ the Lord. 12 And this will be a sign for you: you will find a baby wrapped in swaddling cloths and lying in a manger.” 13 And suddenly there was with the angel a multitude of the heavenly host praising God and saying,

14 “Glory to God in the highest,
and on earth peace among those with whom he is pleased!”[a]

15 When the angels went away from them into heaven, the shepherds said to one another, “Let us go over to Bethlehem and see this thing that has happened, which the Lord has made known to us.” 16 And they went with haste and found Mary and Joseph, and the baby lying in a manger. 17 And when they saw it, they made known the saying that had been told them concerning this child. 18 And all who heard it wondered at what the shepherds told them. 19 But Mary treasured up all these things, pondering them in her heart. 20 And the shepherds returned, glorifying and praising God for all they had heard and seen, as it had been told them.

https://www.biblegateway.com/passage/?search=Luke%202%3A8-20&version=ESV

Das Motiv geht zurück auf die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium
(Lk 2,8–20 EU), wo es heißt:

„In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade. Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ. So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.“

Literatur:
Seite/pages 158/159