Archiv der Kategorie: Museum

Nürnberger Fayence Walzenkrug um 1770 Johannes der täufer

Nürnberger Fayence mit biblischen Szenen

Nürnberger Fayence Walzenkrug um 1770
mit der Taufe Christi und Jacob kämpft mit dem Engel
Nurnberg Faience Tankard with biblical scenes 18th century

Literatur und Vergleichsstücke im Museum:

Das im Jahr 2017 erschiene umfassende Werk über Nürnberger Fayencen von Silvia Glaser enthält detaillierte Erläuterungen zu den Stücken im Germanischen Nationalmuseum, sowie Vergleichsstücken in Sammlungen.
Frau Dr. Glaser stellt erstmals die nachweisbaren Maler der Nürnberger Fayencefabrik mit Ihren wichtigsten Werken vor.

Mit diesem LINK erhalten Sie einen Einblick in das sehr empfehlenswerte Werk als PDF.

Auf den Seiten 242 ff  Lot 87 werden Vergleichsstücke ausführlich beschrieben.
(Klick auf das Bild für eine größere Ansicht)

Nürnberger Fayencen : Geschichte und Erzeugnisse einer Manufaktur in der Reichsstadt: Bestandskatalog des Germanischen Nationalmuseums

Silvia Glaser Nürnberger Fayencen : Geschichte und Erzeugnisse einer Manufaktur in der Reichsstadt: Bestandskatalog des Germanischen Nationalmuseums

Eröffnung nach umfassender Renovierung Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg Mai 2019

Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg | Fayence Sammlung

Das neue Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg

Seit Mai 2019 wieder geöffnet. Nach mehrjähriger Schließung erstrahlt die Sammlung des Museums im Wittelsbacher Schloss in Friedberg in neuem Glanz.

2020 steht dem Wittelsbacher Schloss in Friedberg und dem Museum ein ereignisreiches Jahr ins Haus. Die Bayerische Landesausstellung „Stadt befreit. Wittelsbacher Gründerstädte“ (29. April bis 8. November 2020) ist bestimmt das Highlight des Jahres.

Manufaktur für Fayencen

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich in Friedberg neben der Uhrenherstellung für kurze Zeit ein weiterer Wirtschaftszweig:
Kurfürst Maximilian III. Joseph von Bayern ließ 1754 in den Räumen des Friedberger Schlosses eine Manufaktur für Fayencen – für Tonware mit weiß deckender Glasur – einrichten.
Da die Manufaktur jedoch nur wenige Jahre Bestand hatte, sind die Friedberger Fayencen von hoher Seltenheit.

Museum-im-Wittelsbacher-Schloss-Friedberg-Fayence-Teller-mit-Insekten-und-Blumen 18. JH
Friedberger Fayence Teller um 1760 mit ausdrucksstarker Blaumalerei mit Insekten und Blumen aus dem Musem im Wittelsbacher Schloss in den neu gestalteten Räumen

Der Dekor der Indianischen Blumen in stilisierender Blaumalerei nach ostasiatischem Vorbild wurde zuerst in Meißen aufgenommen und in verschiedenen Fayence Manufakturen variiert, auch in Friedberg. Unter Josef Hackel war dieser Dekor bereits in Göggingen und Augsburg üblich.
Der Dekor der deutschen und europäischen Blumen und Insekten in Blaumalerei erscheint in Friedberg erst ab dem Ausscheiden von Josef Hackl im Jahre 1758.

Quelle: 200 Jahre Friedberger Fayence – Sonderausstellung zum 250. Gründungsjubiläum der Fayencemanufaktur Friedberg 2004 S. 32 + S. 73

Mehr zum Wappen der Patrizier Familie Imhoff

in diesem Beitrag
https://www.fayence-steinzeug-vogt.de/nuernberger-wappen-teller-um-1750/

Nutzen Sie also noch die Zeit bis Ende April für einen ruhigen Besuch in in der sehenswerten und neu präsentierten Sammlung der Friedberger Fayencen im Wittelsbacher Schloss.

Vergleichsstücke von Friedberger Fayencen in Blaumalerei

Manufakturmarken

Literatur

200 Jahre Friedberger Fayence – Sonderausstellung zum 250. Gründungsjubiläum der Fayencemanufaktur Friedberg 2004

Muskau Stoneware in Furst Pueckler Park

Muskauer Steinzeug Museum Fürst Pückler Park

Steinzeug Objekte vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Die Ausstellung wurde wegen des großen Interesses bis zum Frühjahr 2020 verlängert

Stiftung Fürst Pückler Park Bad Muskau
Ausstellung 17.08.2019 — 15.03.2020
täglich 10–18 Uhr
November/Dezember 2019 Sonderöffnungszeiten beachten

560 Leihgaben aus 16 deutschen, tschechischen und polnischen Museen und Institutionen, von 15 privaten Sammlern sowie aus dem Bestand des einstigen Museums der Stadt Bad Muskau und des Freundeskreises Historica Bad Muskau e. V. zeigen nicht nur die Vielfalt an Form und Dekor, sondern auch die Handelswege und somit die Verbreitung der Muskauer Töpferwaren auf.
Sie geben zudem einen Einblick in die Produktionspalette des technischen Steinzeugs, die innerhalb von 150 Jahren etwa 100.000 verschiedene Artikel umfasste.

English summary

560 saltglazed stoneware objects from the 16th century to the present provided by 16 German, Czech and Polish museums and institutions, by 15 private collectors as well as by the former museum of the city of Bad Muskau and the Freundeskreis Historica Bad Muskau e. V. show not only the variety of form and decoration, but also the trade routes and thus the distribution of Muskau pottery.
They also give an insight into the production range of technical stoneware, which included around 100,000 different articles over a period of 150 years.

Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)

Blick in die Ausstellung

Copyright Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“.

Vergleichsstücke Peter Vogt München

Detail Muskauer Steinzeug Kanne 1811 datiert

Literatur

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine ca. 500 Seiten umfassende Publikation mit dem Titel
Muskauer Steinzeug. Handwerk und Industrie“, erarbeitet von Helga Heinze, Holger Klein und Dr. Stefan Krabath,
herausgegeben vom Freundeskreis Historica Bad Muskau e. V.
Dieses Werk richtet sich sowohl an Wissenschaftler, als auch an Heimatforscher und Sammler. Es beschreibt die einst bedeutende über 400-jährige Tradition der hiesigen Keramikherstellung. Im Fokus stehen nicht nur die Erzeugnisse, sondern auch die Töpfer in ihrem Arbeits- und Lebensumfeld.
Das Buch erscheint im Verlag Gunter Oettel, Görlitz (ISBN: 978-3-944560-58-8) und ist im Buchhandel, beim Freundeskreis Historica Bad Muskau e. V., aber auch im Tourismuszentrum im Neuen Schloss, bei der Bad Muskau Touristik GmbH, bei Schreibwaren Bänder und in der Galerie Unikat zum Preis von 55 Euro erhältlich.

Muskauer Steinzeug. Handwerk und Industrie, Helga Heinze, Holger Klein und Dr. Stefan Krabath, Herausgeber Freundeskreis Historica Bad Muskau e. V. 2019

Presse

https://www.lr-online.de/lausitz/weisswasser/ausstellungstipp-zuwachs-fuer-die-keramikschau-in-bad-muskau-39935177.html

https://www.lr-online.de/lausitz/weisswasser/internationale-veranstaltung-internationale-forscher-zu-gast-in-bad-muskau-39638801.html

https://www.lr-online.de/lausitz/weisswasser/560-leihgaben-aus-16_museen-bemerkenswertes-muskauer-steinzeug-im-neuen-schloss-38331328.html

Bildatenbank Keramik in Schweizer Museen

CERAMICA CH jetzt ONLINE

Die Bilddatenbank der Keramik Bestände aller Schweizer Museen ist endlich online. Ein Mammutprojekt! Wir freuen uns auf spannende Recherchen. GLÜCKWUNSCH AUS MÜNCHEN
Hier gehts zur Datenbank

Die CERAMICA-Stiftung widmet sich seit 1954 der Förderung der kunsthistorischen Forschung auf dem Gebiet der Keramik, vor allem in Form von Druckbeiträgen. Sie hat 2009 das Publikations- und Bilddatenbankprojekt «CERAMICA CH» mit dem Ziel initiiert, ein nationales Inventar der öffentlich zugänglichen Sammlungen neuzeitlicher Gefässkeramik (1500–1950) zu erarbeiten. Dabei sollen alle Institutionen berücksichtigt werden, die über entsprechende Sammlungen verfügen.

English synopsis

Since 1954, the CERAMICA Foundation has been dedicated to the promotion of art historical research in the field of ceramics, especially in the form of print contributions. In 2009, it initiated the publication and image database project „CERAMICA CH“ with the aim of developing a national inventory of the publicly accessible collections of modern pottery (1500-1950).

This is the link for research in GERMAN and FRENCH

Die Informationen des Inventars CERAMICA CH sind folgendermassen gegliedert:

  • Bezeichnung des Objekts bzw. Gefässtyps
  • Produktionsregion oder Herstellungsort, Hersteller und Datierung, falls bekannt.
  • Kurze Beschreibung des Objekts mit Technik, Form und Dekor.
  • Marken: Falls vorhanden kurze Beschreibung der Marke oder der Marken auf dem Objekt.
  • Masse: Randdurchmesser («Rdm.»), Durchmesser («D.») – Höhe («H.») – Breite («B.» oder «Br.») – Tiefe («T.»)
  • Besitzende Institution oder Museum
  • Inventarnummer (Initialen der Institution und Inventarnummer)
  •  Art und Datum der Erwerbung. Falls Art und Datum der Erwerbung unbekannt sind, schreiben wir «Altbestand, ohne Datum», selbst wenn die Erwerbung relativ neu ist.
  • Bibliografische Angaben («Biblio.»): Literaturverweise für Objekte, die in der Literatur abgebildet und/oder erwähnt sind (vor allem Publikation CERAMICA CH I–III). Diese Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
  • Vergleiche («Vgl.»): Verweise auf Publikationen mit Illustrationen vergleichbarer Objekte oder mit Hinweisen für eine Zuschreibung oder Datierung. Verweise auf Objekte in anderen Museen. Diese Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
  • Copyright/Fotograf: Hinweis auf den Inhaber der Bildrechte und den Fotografen bzw. die Fotografin soweit bekannt
  • Bearbeiter: Angabe zum Ersteller und dem Datum der letzten Bearbeitung des Inventareintrages.

Hetjens Keramik Museum

Das HETJENS – Deutsches Keramikmuseum ist ein am 9. Mai 1909 gegründetes Düsseldorfer Museum für Keramikgeschichte. Aufgrund der bis zu 8000 Jahre alten und aus allen Teilen der Welt stammenden Stücke seiner Sammlung gilt es als das universellste Institut seiner Art und ist regelmäßig mit Leihgaben im In- und Ausland vertreten.

Blick in die Abteilung für europäische Fayencen

Die Sammlungsbereiche sind der Vordere Orient, Ostasien, Afrika, das präkolumbische Amerika, die Antike und das Mittelalter. Entsprechend sind alle keramischen Materialien, die Irdenware, das Steinzeug, die Fayence und das Porzellan vertreten. Besonderer Wert wird auf die gegenwärtige Keramikkunst gelegt.

Abteilung Europäische Fayence Sammlung blau/weiß
Photo Hajo Drees

English Synopsis

The Hetjens Museum was opened in 1909 as a municipal museum on the basis of the legacy of Laurenz Heinrich Hetjens (1830-1906).

Hetjens, an industrialist and art collector, donated to the city, amongst others, a considerable collection of Rhenish stoneware, which formed the foundation of the present museum.
Over the years, the collection was expanded through donations and selective purchases to present 8000 years of ceramics history.

Impressions of the Collection in the Museum Foto Hajo Drees

A unique museum developed, uniting under one roof ceramic products from across all continents.
From early Anatolian vessels from the time around 6000 B.C., to antique vases, Italian majolica, picture tiles, East Asian porcelain and contemporary ceramics, the permanent collection presents a wide range of ceramics.
Apart from utilitarian objects, there are unique pieces of accomplished craftsmanship with extravagant decorations, and three-dimensional works.
The departments are divided by regions of origin and types of ceramic: early periods and antiquity, Africa, Pre-Colombia, earthenware and stoneware from Europe, Islam, European faiences, East Asia, porcelain from European manufactures, 20th century ceramics. The largest object is a cupola from Multan (today Pakistan).
The total present inventory comprises over 20.000 pieces.
A large part of the collection is accessible to the public on the 8.500 sqm exhibition surface.

Archiv der Ausstellungen im Hetjens seit 1909

Einen Überblick über die vergangenen Ausstellungen im Hetjens Museum finden Sie unter nachfolgendem link:

https://www.duesseldorf.de/hetjens/ausstellungen/archiv.html

Hintergrundinformationen zum Sammler

Eva Zeisel MoMA Foto Fred R. conrad for New York Times 1997

Eva Zeisel | Ceramic Designer

Eva Stricker-Zeisel (Entwurf und Dekor), Schramberger Majolika-Fabrik (Ausformung), Karaffe mit Tablett, 1929, © Museum Kurhaus Kleve – Sammlung Steinecke, Kleve
(Fotografie: Annegret Gossens, Kleve)

Young Eva Zeisel was driven by two desires: to make beautiful things, and to see the world. Her long and legendary career in ceramics helped her do both. Born in Budapest in 1906, she apprenticed to a guild of potters as a teenager, then worked in Germany and later Russia (where she was imprisoned by Stalin for 16 months) and Vienna. Landing in New York in 1938 with her husband Hans, Zeisel began her second design career.

This talk was presented at an official TED conference, and was featured by our editors on the home page.

https://www.ted.com/talks/eva_zeisel_on_the_playful_search_for_beauty

The ceramics designer Eva Zeisel looks back on a 75-year career. What keeps her work as fresh today (her latest line debuted in 2008) as in 1926? Her sense of play and beauty, and her drive for adventure. Listen for stories from a rich, colorful life.

Eva Stricker-Zeisel (Entwurf und Dekor), Schramberger Majolika-Fabrik (Ausformung), Teegeschirr (Dekor Gobelin), um 1929, © Museum Kurhaus Kleve – Sammlung Steinecke, Kleve (Fotografie: Annegret Gossens, Kleve)

Eva Zeisel: Her Life and her Designs – Michele Fricke

While design is widespread, it has never been popular: it speaks only to an elite. Correspondingly, design is not concerned with the popular idea of beauty. In fact, it looks down on popular taste.
My own definition of beauty includes popular taste… Beauty is not an elitist’s enjoyment. The sunset’s colors are for all to enjoy.”

Quote by Eva Zeisel


https://www.melaniesherman.com/eva-zeisel-her-life-and-her-designs/

Eva Zeisel was born in 1906 in Hungary and died in 2011 in the United States. She was an influential figure in 20th century design, especially in the field of ceramics. She worked for more than 75 years and was one of the most important industrial designers in the United States. She not only designed and produced tableware in ceramics, but is also known for her furniture, light fixtures, chess sets, glassware, rugs and wallpaper designs. Her life and work were shaped by her desire to connect the past with the present, never to dismiss old styles and art forms. She called herself a “Modernist with a small ‘m’”[1], because of her separation from the Modern Movement (or “Machine Age”) in interwar Europe, which rejected any kind of decoration and did not look into historic sources for inspiration. She was more inclined to the more modern Second-Generation Arts and Crafts Movement, stressed the mass production of affordable but well designed, good quality wares and innovative production methods. All of her prototypes were finished by hand
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Museum

Hetjens Keramik Museum Düsseldorf

Wechselwirkungen – Meister und Gesellen des Bauhauses zwischen Werkstatt und Industrie
17. Februar bis 30. Juni 2019

Blick in die Ausstellung – © Hetjens Museum Düsseldorf

Unweit von Weimar richtete der Bildhauer Gerhard Marcks in Dornburg a. d. Saale mit Hilfe des Thüringer Töpfermeisters Max Krehan 1920 die Keramikwerkstatt des Staatlichen Bauhauses ein. Hier entstanden ganz im Sinne von Walter Gropius Entwürfe für die Industrie in einem seriellen Gieß- und Modulverfahren. Das Keramikdesign des 20. Jahrhunderts wurde maßgeblich durch die am Bauhaus entwickelten ästhetischen wie funktionalen Gefäße geprägt.

Blick-in-die-Ausstellung Objekte von Eva Stricker-Zeisel

© Hetjens Museum Düsseldorf

Zahlreiche Keramikkünstler, wie beispielsweise Eva Stricker-Zeisel, ließen sich von Theodor Bogler, Otto Lindig oder Werner Burri inspirieren. Die gewagten Farbkombinationen der Objekte aus den 1920er Jahren wirken bis heute überaus modern und spiegeln die Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation nach dem ersten Weltkrieg wider, als alles verloren und gerade deswegen nichts unmöglich schien.

Literature

Eva Zeisel: Compact Design Portfolio: Lucie Young; Chronicle Books

Eva Zeisel: Compact Design Portfolio
Lucie Young
Gebundene Ausgabe: 96 Seiten Verlag: Chronicle Books

Eva Zeisel. Keramik – Design
Herausgeber: Florian Hufnagl
Texte: Volker Hornbostel, Michael Popp,Josef Straßer, Volker Zelinsky
Deutsch / Englisch
München: Die Neue Sammlung, 2013
79 Seiten mit farbigen Abbildungen
ISBN 978-3-9813755-4-1

Peter Vogt Fayence München - Friedberger Fayencekrug um 1760

Friedberger Fayence Manufaktur

Friedberger Fayencewalzenkrug um 1760

Friedberg Fayence Walzenkrug um 1760

1754 hatte Kurfürst Maximilian III. Joseph im Friedberger Schloss eine Fayence-Manufaktur einrichten lassen, die eine rahmig weiß glasierte, mit reizvollen Dekoren verzierte Keramik hervorbrachte.

Eine der Manufakturmarken CB unter Kurhut

Manufakturmarke Friedberg CB unter Kurhut
Manufakturmarke Friedberg CB unter Kurhut

Die Fayencemanufaktur im Friedberger Schloss hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens eine klar umrissene Vielfalt an Formen und Dekoren hervorgebracht, die heute noch Bewunderung und Wertschätzung hervorrufen.

Weitere Informationen zur neu gestalteten Ausstellung der Sammlung im Friedberger Schloss in diesem Artikel in unserem Blog

18th century Friedberg Faience Putto
Barocker Friedberger Fayence Engel um 1760


Die größten Schätze an Friedberger Fayencen besitzen das Friedberger Museum und das Bayer. Nationalmuseum München
. Daneben befinden sich aber auch Objekte in den Sammlungen von Augsburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Mannheim, Nürnberg, Salzburg, Würzburg und dem Viktoria & Albert Museum in London.

Anlässlich des 250. Gründungsjubiläums der Friedberger Fayencemanufaktur kamen aus den nahe gelegenen Museen von Augsburg und München sowie aus Privatbesitz wertvolle Leihgaben für die Dauer einer Sonderausstellung nach Friedberg zurück.

Literatur:

250 Jahre Friedberger Fayencen (1754-1768)
24. Oktober 2004 bis 28. März 2005

200 Jahre Friedberger Fayence - Sonderausstellung zum 250. Gründungsjubiläum der Fayencemanufaktur Friedberg
200 Jahre Friedberger Fayence – Sonderausstellung zum 250. Gründungsjubiläum der Fayencemanufaktur Friedberg

Raetisches Museum Chur Loetscher Hafner Sonderausstellung

Raetisches Museum Chur

Lötschers Kacheln. Die Hafner aus St. Antönien
Sonderausstellung vom 5. April bis 25. August 2019

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10:00–17:00
Montag geschlossen
Hofstrasse 1
7000 Chur
Tel. +41 81 257 48 40

Während fünf Generationen betrieb die Familie Lötscher im 19. Jahrhundert eine wichtige Keramik-Produktion. Für Graubünden war dies der bedeutendste Hafnereibetrieb in der Neuzeit, was Qualität, Funktionalität und Schönheit der Produkte anbelangt. Die Ausstellung präsentiert eine Vielzahl dieser einzigartigen Keramik und erzählt die bewegte Familien- und Handwerksgeschichte der Lötschers. Sie zeigt, wie sie im damals abgeschiedenen Prättigau eine Produktionsnische fanden und erfolgreich besetzten, aber auch, wie industriell produziertes Geschirr das alte Handwerk allmählich unter Druck setzte, bis der letzte Töpfer, Andreas Lötscher, seinen langjährigen Familienbetrieb schliesslich aufgeben musste.
Mehr zur Ausstellung als PDF zum download

Keramik aus St. Antönien
Von 1804 bis 1898 wurde in der auf 1300 m ü. M. gelegenen Walsersiedlung St. Antönien-Ascharina, im Norden des Kantons Graubünden, an der Grenze zum österreichischen Vorarlberg, Keramik hergestellt. Fünf Hafner der Familie Lötscher produzierten dort während vier Generationen Geschirrkeramik, Kachelöfen und Wasserleitungsröhren. Die Grundlage für den Betrieb bildete ein lokales Tonvorkommen. Obwohl die Lage der Töpferei, abgelegen in einem nur auf Saumpfaden erreichbaren Seitental des Prättigaus, nicht als optimal eingestuft werden kann, waren die Hafner Lötscher bis in die 1870er-Jahre wirtschaftlich erfolgreich. Ihre lokalen Produkte hatten wohl aufgrund der Transportkosten einen gewissen Vorteil gegenüber Importen aus der übrigen Deutschschweiz, Süddeutschland oder Italien. Erst mit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie Chur-Rheineck SG im Jahr 1858 und der Prättigauer Talstrasse um 1860 entstand die Möglichkeit für einen regelmässigeren Fracht- oder Postverkehr und einen besseren Warenverkehr, der die Konkurrenz zunehmend bevorteilte.

English Synopsis:
At St. Antönien-Ascharina, located in the north of the canton of Graubünden, on the border of the Austrian Vorarlberg, in the Walser region, at 1300 m above sea level, ceramics were made from 1804 to 1898. Five potters from the Lötscher family produced tableware, tiled stoves
and water pipes for four generations. The enterprise was established there because of the existence of a local clay deposit. Although the location of the pottery cannot be considered optimal, as it is isolated in a Prättigau side valley that can only be reached by mule tracks, Lötscher potters were economically prosperous until the 1870s. Probably the local products
had some advantage over imports from the rest of the German-speaking part of Switzerland, southern Germany or Italy because of the transport costs. It was not until the completion of the Chur-Rheineck railway line (Canton of St. Gallen) in 1858 and the Prättigau valley road in 1860 that freight or postal traffic could be more regular, thus promoting increased
competition.

4 Generationen der Lötscher Hafner Familie

Presse- und Radiobeiträge zur Eröffnung der Ausstellung

Radio-Südostschweiz_Lötschers Kacheln 2 mit Andreas Heege
Radio-Südostschweiz_Lötschers Kacheln 2 mit Andreas Heege

https://www.suedostschweiz.ch/sendungen/2019-04-04/loetschers-kacheln-die-hafner-aus-st-antoenien
https://www.srf.ch/news/regional/graubuenden/innovation-im-19-jahrhundert-als-st-antoenien-eine-hochburg-der-keramikproduktion-wa

Literatur zur Ausstellung:

Bunzlauer Steinzeug |Boleslawieckiej Ceramiki XVII-XVIII w.

Bunzlauer Steinzeugkrug um 1787

Auflagen: Zwischen Blütenstauden Preussischer Adler mit Krone und Kriegstrophäen

Bunzlauer Keramik mit Auflagen

Die Töpferei reicht in Bunzlau bis in das späte Mittelalter zurück. Die ältesten archäologischen Funde aus dem 16. Jahrhundert zeigen, dass bereits zu dieser Zeit die Gefäße mit Auflagen aus Ton und farbigen Glasuren dekoriert wurden. Vom späten 17. bis ins 19. Jahrhundert waren dann die braunen lehmglasierten Krüge, Kannen und Teller mit weißen Auflagen ein typisches Bunzlauer Produkt. Die Auflagen zeigen religiöse Motive (Kruzifix, Adam und Eva, Lamm Gottes), Profanes (Blumen) und Hoheitszeichen der Landesherren: Bis 1740 den kaiserlichen Doppeladler, danach das Monogramm „FR“ für „Friedericus Rex“ und den preußischen Adler.

https://www.schlesisches-museum.de/ueber-uns/sammlung/keramik-und-porzellan#gallery-1

Vergleichsstück im Museum für Europäische Kulturen

Source
Museum Europäischer Kulturen, Staatliche Museen zu Berlin
Creator Fotograf unbekannt
Copyright Notice
CC BY-NC-SA
Museum Europäischer Kulturen. (2020-08-13). Kanne mit Deckel und Bunzlauer Wappen

Bunzlauer Steinzeugflaschen aus dem 17. Jh mit Auflagen

Die beiden Flaschen waren Teil der Sonderausstellung im
Keramikmuseum Boleslawiec

Von den Anfängen der Bunzlauer Keramik – Funde des 15.–16. Jahrhunderts aus einem mitteleuropäischen Zentrum der Töpferei

https://muzeum.boleslawiec.pl/wystawy/wystawy-stale/dzial-ceramiki/ekspozycja-boleslawieckiej-ceramiki-do-1945-r/

Bunzlauer Keramik hat eine jahrhundertelange Tradition. Trotz zahlreicher Berichte in den Chroniken war es bis heute nicht möglich zu bestimmen, wann hier die ersten künstlerischen Steinzeugerzeugnisse entstanden sind und wo die ältesten städtischen Töpfereien verortet lagen. Dank archäologischen Untersuchungen, die im Jahr 2007 von den Mitarbeitern des Muzeum Ceramiki in Bolesławiec an der Piaskowa-Straße durchgeführt wurden, konnten Überreste der bisher ältesten neuzeitlichen Töpferei entdeckt werden.
Diese Entdeckung gab den Anlass für ein wissenschaftlich-museumspädagogisches Projekt. Das Projekt wird geleitet vom Muzeum Ceramiki in Bolesławiec und dem Schlesischen Museum zu Görlitz in Zusammenarbeit mit zwei bekannten deutschen Kultureinrichtungen: dem Sächsischen Landesamt für Archäologie, Dresden und dem Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden.
Im Rahmen des Projekts entstand eine Ausstellung. Die Ehrenpatenschaft darüber übernahm der Minister für Kultur und Nationales Kulturerbe der Republik Polen, Herr Bogdan Zdrojewski.

Die Ausstellung fand im Jahr 2013 im Muzeum Ceramiki in Bolesławiec, Kutuzow-Straße 14 und danach im Schlesischen Museum zu Görlitz statt. Die Ausstellung bestand aus drei großen Komplexen. Im Mittelpunkt steht Keramik, die im Laufe der archäologischen Untersuchungen an der Piaskowa-Straße in Bolesławiec entdeckt wurde und nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wird. Eine Auswahl aus über 20000 Bodenfunden vermittelt einen Einblick in die Keramikformen der Spätrenaissance. Es konnten 101 Gefäße rekonstruiert werden, darunter Töpfe, Krüge, Kannen, Schalen, Teller, Dreibein- und Abgabegefäße. Sie bilden den größten Teil des Fundkomplexes, zu dem auch Schüssel- und Blattkacheln, Pfeifen, Figuren sowie technische Keramik – Brennhilfen der ehemaligen Töpferei und Retorten – gehören. Die ältesten geborgenen Keramikfragmente gehören der Falke-Gruppe an und datieren ins 15./16. Jahrhundert. Zu den jüngsten Funden zählen Pfeifen aus dem 18. Jahrhundert. Der zweite Ausstellungsbereich behandelt Bunzlauer Gefäße aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Im dritten Abschnitt können Erzeugnisse aus den namhaftesten europäischen Zentren der Steinzeugproduktion wie Siegburg, Köln, Westerwald oder Dippoldiswalde bewundert werden, die zur gleichen Zeit entstanden sind. Diese Objekte stammen aus musealen und privaten Sammlungen in ganz Deutschland und Polen. Organisatoren ein wichtiges Anliegen dar.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen, deutsch-polnischen Katalog begleitet, der in einer Auflage von 1000 Exemplar erschienen ist. Diese über 350 Seiten starke Publikation hat einen wissenschaftlichen Charakter und beinhaltet folgende Themen: Bericht über den Verlauf der Untersuchungen, Analyse der entdeckten Artefakte, Objektkatalog der Bunzlauer Keramik des 17. Jahrhunderts, kurze enzyklopädische Zusammenstellung der wichtigsten europäischen Keramikzentren.

Der Katalog beinhaltet zudem zahlreiche Farbfotos, Zeichnungen, Skizzen, Diagrame und Tabellen.
Von den Anfängen der Bunzlauer Keramik Barbara Glinkowska, Stefan Krabath, Anna Bober-Tubaj, Agata Bojanowska, Michał Karpiński, Andrzej Olejniczak, Tadeusz Orawiec, Anna Puk, Robert Szwed Muzeum Ceramiki w Bolesławcu, Schlesisches Museum zu Görlitz

Quelle: Publikacje o ceramice – Muzeum Ceramiki w Bolesławcu

Mer

Mer

Hypo Kunsthalle Ausstellung Lust der Täuschung

Lust der Täuschung | Kunsthalle München

Lust der Täuschung – Thrill of Deception

Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality – From Ancient Art to Virtual Reality
17. August 2018 – 13. Januar 2019

English Synopsis: We can no longer rely on the evidence of our eyes alone: digital image processing has come on in leaps and bounds to the point where we cannot tell if the things we see are fact or fake merely by looking closely. This is not a new phenomenon – optical illusions, trompe-l’oeil, visual trickery and deceptions have always been around, particularly in art. Since antiquity, artists have been playing with our senses, reminding us time and time again how easily we are deceived. With examples from painting, sculpture, video, architecture, design, fashion and interactive virtual-reality works, the exhibition weaves a highly entertaining path through the (art) history of appearance and illusion.

A veritable cabinet of curiosities

The exhibition transforms over four millennia of optical illusions into an exciting art experience, with every room holding new surprises in store. Visitors are invited to discover both little-known artists and marvel at works by great masters of art and design history, including Cornelis Gijsbrechts, Viktor&Rolf, Laurie Anderson, Jean Paul Gaultier, Thomas Demand, Gerhard Richter, Andy Warhol and many more. The common denominator: in an engaging way, they all turn our familiar perception of the world upside down.
view full description…

Auf unser Auge allein ist kein Verlass. Die digitale Bildbearbeitung ist mittlerweile so perfekt, dass genaues Hinsehen nicht ausreicht, um wissen zu können, womit wir es zu tun haben: Fakt oder Fiktion. Das ist kein neues Phänomen: Optische Täuschungen, Illusionen, visuelle Tricksereien und Fälschungen gab es schon immer – besonders in der Kunst. Seit der Antike spielen Künstler mit unserer Wahrnehmung und beweisen ein ums andere Mal, wie einfach wir zu täuschen sind.
Mit Beispielen aus Malerei, Skulptur, Video, Architektur, Design, Mode und interaktiver Virtual-Reality-Kunst bietet die Ausstellung einen höchst unterhaltsamen Parcours durch die (Kunst-)Geschichte von Schein und Illusion.

Die Geschichte der Täuschung

Seit jeher suchen Künstler nach neuen Möglichkeiten, um ihr Publikum auszutricksen und es mit ihrer Kunstfertigkeit zu verblüffen. Schon antike Fresken simulieren höchst überzeugend Dreidimensionalität. Barocke Kirchendecken verfeinern solche Illusionstechniken und öffnen scheinbar den Blick in göttliche Sphären. Im 17. Jahrhundert, dem Höhepunkt der täuschenden Malerei, waren es außerdem die sog. Trompe-l’œils (Augentäuschungen), die ihre Betrachter in den Bann zogen: Diese Gemälde sind so perfekt ausgearbeitet, dass man meinen könnte, die dargestellten Gegenstände ragen aus den Bildern heraus.

Quelle: https://www.kunsthalle-muc.de/ausstellungen/details/lustdertaeuschung/

Auch in der Welt der Keramik des 18. Jahrhunderts gab es solche Augentäuschungen in Form von Trompe-l’Œil- Werken in Fachkreisen als  »Schaugerichte« bezeichnete Gefäße in Form von seltenen Früchten, Gemüse und jagdbaren Tieren. Terrinen und Platten in Form von Eberköpfen, Hirschen, Enten, Schildkröten oder Kohlköpfen zierten den Tisch der adligen Gesellschaft.

Ein sehr schönes Beispiel aus Frankreich und der Manufaktur in Sceaux sind die beiden Kohlkopf Terrinen um 1765, die wir im Moment im Bestand haben.

Vergleichsstück in Museum und Literatur:

Eine vielseitige und künstlerisch hochstehende Sammlung befindet sich
in Gut Hohen Luckow

Terrinensammlung Gut Hohen Luckow

Quelle: http://www.terrinensammlung.de/
(Hintergrundinformationen zu den einzelnen Objekten beim Klick auf das Foto)

Gut Hohen Luckow Terrine Sceaux um 1755

Die Gefäße entstanden in über 60 Manufakturen in 15 Ländern Europas
und dokumentieren eindrucksvoll die Blütezeit der Fayenceherstellung.
Die zahlreichen Spitzenobjekte und Gebrauchsgeschirre aus Fayence und Zinn gewähren einen repräsentativen Einblick in die prunkvolle Tafelkultur des Barock und Rokoko, die am Hof Ludwigs XIV. in Versailles ihren Ausgang nahm.

Kunstvolle Schaugerichte als Trompe-l’œils

Seit der Renaissance wurden an Königs- und Fürstenhöfen ausgelassene Feste gefeiert, die sich oft mehrere Tage hinzogen. Reich gedeckte Tafeln mit kostbarem Geschirr, Tischbrunnen, Tafelaufsätzen, Leuchtern und Figuren waren ein zentrales Element der Repräsentation und des Amüsements. Als besondere Attraktion wurden Tiere wie Schwäne, Pfauen, Tauben, Schnepfen oder Eberköpfe sowie Obst und Gemüse wie Salat- und Kohlköpfe, Melonen und Trauben aufgetragen. Im Barock und Rokoko ersetzte man die realen Objekte durch Fayence- und Porzellangefäße, die sehr naturalistisch aussahen und kulinarische Leckereien enthielten.
Man liebte raffinierte Augentäuschungen und erfreute sich daran, dass die Gäste erst bei näherer Betrachtung die echten von den keramischen Speisen unterscheiden konnten. Ein hervorragendes Beispiel ist dieser prächtige Salatkopf aus der berühmten französischen Manufaktur in Sceaux.

Quelle : http://www.guthohenluckow.de/pdf/terrinen_leseprobe_07.pdf

DECKELTERRINEN DES 18. Jh AUS FAYENCE UND ZINN Eine Sammlung auf Gut Hohen Luckow

DECKELTERRINEN DES 18. Jh AUS FAYENCE UND ZINN
Eine Sammlung auf Gut Hohen Luckow, Hirmer München 2007

DECKELTERRINEN DES 18. Jh AUS FAYENCE UND ZINN Hirmer 2007