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18th Century Faience Rörstrand  Stockholm

Fajans Urna med Lock, Lockvas , Stockholm, Sverige ca. 1758

Ein seltenes Paar Fayencen Vasen aus der Manufaktur in Rörstrand Stockholm Schweden mit Blumenbouquets in leuchtend bunten Muffelfarben bemalt in der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Die schwedische Fayencemanufaktur Rörstrand unweit von Stockholm wurde 1726 gegründet. Diese Objekte stammen aus der Periode Anders Fahlström (1740 – 1760)
Die Malerei stammt vermutlich von Erik Wahlberg (Siehe Vergleichsstück Nationalmuseum Stockholm)

A rare pair of faience vases manufactured in Rörstrand Stockholm Sweden with bouquets of flowers painted in brightly coloured muffle fired colours in the middle of the 18th century.
The Swedish faience manufactory Rörstrand situated not far from Stockholm was founded in 1726. These objects are attributed to the Anders Fahlström period (1740 – 1760). The painting is probably by Erik Wahlberg (see reference object National Museum Stockholm)

Muffelmalerei in der Manufaktur Rörstrand

The period of objects with muffle fired colour decoration was quite short (ca. 1758 – 1765) due to the better performance and efficiancy of process of the Marieberg manufactory.
Rörstrand then returned to the expertise in decoration with high fired colours.

Um 1758 führte man in Rörstrand die Technik der Muffelfarbenmalerei ein. Zarte Blumenbouquets z. B auf Fondvasen (Kat.-Nr. 45 Weber-Schuback, I. (2007) – siehe unten) sind Beispiele für Rörstrands Dekore in Muffelfarben. Charakteristisch für die Manufaktur ist die Farbpalette aus hellem Manganviolett, Gelbgrün, Zitronengelb und stahlend blauem Kobalt.

Um 1765 stellte Rörstrand trotz guter Ergebnisse die Muffelfarbenmalerei wieder ein und kehrte zur Scharffeuerfarbenbemalung zurück. Der Grund war wohl die technisch perfekte Ware, die Marieberg durch die Güte der Glasur und Leuchtkraft seiner Muffelfarben zu produzieren im Stande war.

Fayence Rörstrand Muffelfarben Malerei Blumen um 1758
Rörstrand Fayence Muffelfarben Blumen Malerei um 1758 Malerei Erik Wahlberg Periode Fahlström

Manufakturmarke – Stockholm

Fayence Manufaktur Marke Rörstrand Stockholm Schweden

Rörstrand signierte die Fayence Objekte anfänglich mit „Stockholm“ abgekürzt oder als ganzes Wort. Seit der Gründung der Manufaktur Marieberg 1758 änderte sich dann zur klaren Zuordnung die Signatur in „Rörstrand meist abgekürzt „Rörst“
Quelle: Kanowski, Claudia, et al. Fayencen aus dem Ostseeraum: keramische Kostbarkeiten des Rokoko S. 162

National Museum Stockholm – Online Dokumentation der großen Sammlung von Keramik der Manufaktur Rörstrand

Referenzobjekt aus der Sammlung des Museums in Stockholm – Reference Objects of the National Museum Collection in Stockholm with this link

https://www.nationalmuseum.se/en/samlingarna

Literature

Fayencen aus dem Ostseeraum Hirmer 2003

Kanowski, Claudia, et al. Fayencen aus dem Ostseeraum: keramische Kostbarkeiten des Rokoko;[Katalogbuch zur Ausstellung“ Fayencen aus dem Ostseeraum: Keramische Kostbarkeiten des Rokoko“: Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf, Schleswig, vom 1. Juni bis 31. August 2003… Museum of Foreign Art-Kadriorg Palace, Tallinn, vom 23. Mai bis 15. August 2004]. Hirmer, 2003.

Weber-Schuback, I. (2007). Fünf nordeuropäische Fayencenmanufakturen des 18. Jahrhunderts (Rörstrand, Marieberg, Eckernförde, Kiel, Stockelsdorf) zwischen vorindustriellen Produktionsbedingungen und künstlerischem Anspruch.

Weber-Schuback, I. (2007). Fünf nordeuropäische Fayencenmanufakturen des 18. Jahrhunderts

In dieser sehr lesenswerten Dissertation erhält man einen umfassenden Einblick zu diesen Themen:

In dieser Arbeit geht es um zwei schwedische (Rörstrand, Marieberg) und um drei norddeutsche Fayencemanufakturen (Eckernförde, Kiel, Stockelsdorf) des 18. Jahrhunderts, um ihre Gründung, Entwicklung, wirtschaftliche Situation, finanziellen Probleme, Konkurrenz-Problematik und vor allem um das künstlerische Niveau der Fayencen. Besondere Beachtung findet der begabte Fayencier Johann Buchwald, der in allen fünf Fabriken tätig war. Ferner werden neben einer positiven Bewertung der Leistungen von Werkleitern, Fayenciers, Malern und Poussierern, Einblicke in deren Lebensverhältnisse und in das soziale Gefüge gegeben. Es lässt sich konstatieren, dass, obwohl sie – betriebswirtschaftlich gesehen – kaum rentabel waren, sich jede einzelne Manufaktur stets um hohe Qualität bemühte und es verstand, dem keramischen Material „Fayence“ ein besonderes Gepräge sowie Schönheit und Eleganz zu verleihen.
Nachfolgend der link zur Dissertation und zum download:

https://macau.uni-kiel.de/receive/diss_mods_00004309